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Catweazle lebt in Südengland zur Zeit der Invasion durch die Normannen, also im Jahr 1066 n.Chr. Bereits in der ersten Folge der dreizehnteiligen ersten Staffel gerät er durch einen missglückten Zauberspruch in unsere Gegenwart, das heisst natürlich ins Südengland der gerade beginnenden 70er Jahre. Der Kulturschock ist immens. Das skurrile Männchen mit dem langen Ziegenbart, den rollenden Augen und der zischenden Stimme muss auf seine neue Umwelt wie ein Wahnsinniger wirken. Zum Glück trifft er bald auf Harold, einen aufgeweckten Jungen, der ihn in der Scheune auf dem Anwesen seines Vaters versteckt. In einem ausrangierten Wasserturm findet der Hexenmeister ein neues Zuhause, dass er salbungsvoll als seine "Burg Saburac" ausgibt und eine ihm zugelaufene hässliche Kröte wird zum Weggefährten. Als er mit Harolds Hilfe auch noch ein altes Zauberbuch in die Finger bekommt, kann es richtig losgehen.
Wenn man sich heute die Serie ansieht, ist man überrascht vom Charme der Geschichten und der ausgesprochen liebevollen Machart. Die Mischung aus skurillen Figuren und fantastischen Geschichten zieht ganz sicher auch im neuen Jahrtausend noch viele Zuschauer in seinen Bann. Catweazle-Erfinder Richard Carpenter wollte von Anfang an den Slapstick Aspekt der Serie nicht überstrapazieren. Mit dem altgedienten Darsteller Geoffrey Bayldon hat er Riesenglück gehabt und die ideale Besetzung für die titelgebende Hauptfigur gefunden. Seine Darstellung ist vermutlich der wichtigste Baustein für den immensen Erfolg. Die Figur wird bei allen Ticks und Absonderlichkeiten nie zum Cartoon, bleibt deshalb immer menschlich und verliert nie seine Würde. Dazu kommt das Setting im ländlichen England, dass durch seine kontemplative Stille für den passenden Hintergrund sorgt auf dem sich die spassigen Abenteuer entwickeln können. Im Vordergrund steht dabei, ganz konsequent, die Auseinandersetzung mit der Moderne. Für Catweazle muss alles Unbekannte als Zauberei entlarvt werden. Der "Elektrick-Trick" (respektive: Electrickery) wurde auf deutschen (und englischen) Schulhöfen zum geflügelten Wort und wenn auch nicht alle englischen Wortspiele im Deutschen vergleichbar gut funktionieren, hat man sich doch alle Mühe gegeben. --Thomas Reuthebuch






