Da ich sehr gerne Actionfilme sehe, muss ich schon mal anmerken, dass die spektakulärsten Stuntszenen bei 'Colt Seavers' aus älteren Spielfilmen stammen. Als da wären z.B. 'Meteor' (Lawinenszene); 'Trans America Express' (die Szenen auf dem Zug); 'Kesse Mary, Irrer Lary' (mit dem Auto das gegen den fahrenden Zug fährt);
Andreas Glover(geb. 1967)schrieb am 11.05.2002:
'Das Poseidon Inferno' (der Mann der in die Tiefe auf die Beleuchtung stürzt, nachdem der Ozeandampfer gekentert ist). Es gibt noch viele weitere Beispiele die zeigen, wie gut man Actionszenen wiederverwerten kann.
Ein unbedingtes Muss während meiner Grundschulzeit war 'Ein Colt für alle Fälle'. Damals noch im Vorabendprogramm der ARD. Ich war völlig fasziniert von den Stunts, die 'Colt Seavers' vollführte und wollte deswegen unbedingt auch Stuntman werden. Diesen Traum begrub ich dann aber, als ich in einer Folge der Serie, in der Colt eine Gruppe Stuntschüler anleitete, erfuhr, dass ein Stuntman gut in Mathematik und Sport sein muss (meine beiden absoluten und all time looser Fächer in der Schule, Beton-Fünf...).
Sascha Stradtmann(geb. 1974)schrieb am 15.04.2002:
Außerdem war ich fasziniert davon, was Colt seinem Auto alles zumutete, ohne dass es jemals wirklich kaputt ging. Während sich Howies Pick-Up schon nach einer Folge in seine Einzelteile zerlegte (muß wohl ein 'Montagsauto' gewesen sein).
Der Schock kam dann, als mein älterer Bruder mich darauf hinwies, dass die Dialogszenen im Führerhaus des Pick-Up mit Rückprojektion gedreht worden waren. 'Wahrscheinlich kann Lee Majors' noch nicht mal Auto fahren.', bemerkte er spitzfindig. Ich glaube, dass ist einer jener Momente, in denen Kindheit endet und man merkt, dass man erwachsen werden muß.
Die wirklich leidtragenden der Serie waren unsere Kinderfahrräder. Denn als angehende Männer spielten wir selbstverständlich alles nach, was wir tags zuvor in der Serie gesehen hatten. Also bretterten wir mit halsbrecherischen 10 bis 15 km/h über die Feldwege meines Heimatdorfes und legten coole Stunts hin. Dass heißt, wer sich mit seinem Rad am spektakulärsten auf die Fresse legte, war der 'Stuntman'. Es wundert mich bis heute, dass wir uns dabei zwar dauernd die Knie aufgeschlagen haben, aber ansonsten nie etwas ernstes passiert ist.
Da ich damals als erster in unserer Siedlung ein BMX-Rad (von Raleigh) hatte, war ich freilich der King. Bonanza-Räder gab es damals schon nicht mehr und die anderen hatten nur langweilige Drahtesel von Pucky. So wurde aus meinem BMX-Rad dann in meiner Phantasie der Pick-Up von Colt und los gings!
Überhaupt fiel es mir damals schwer zu glauben, dass die Leute, die man im Fernsehen sieht, in Wirklichkeit ganz anders sind. Deswegen wollte ich schon zu meiner Grundschulzeit unbedingt beim Fernsehen arbeiten und malte mir aufregende Arbeitstage mit Verfolgungsjagden und Schießereien aus. Zwischendurch durfte natürlich die Werbeunterbrechung nicht fehlen. Denn das lernte ich damals auch: nach all der Action, die man jeden Tag hat, darf man sich bei Yoghurette, Asbach Uralt, Almighurt und Hochland-Käse entspannen. Ganz so, wie die Helden meiner TV-Serie auch immer Pause machten, wenn die Werbung kam.
Nunja, inzwischen arbeite ich beim Fernsehen, d.h. ich sitze jeden Tag 10 Stunden im Büro am Computer. Mittlerweile habe ich es aufgegeben, meinen Chef danach zu fragen, wann ich endlich mit dem Firmenwagen über eine Rampe springen darf, mich von einem fliegenden Helikopter auf das Dach unseres Büros abseilen darf oder wir uns eine wilde Schießerei mit Gangstern liefern (bei der natürlich niemand verletzt wird).
Eines ist aber geblieben: einen Geländewagen habe ich mir gekauft. Und wenn ich damit über die Autobahn fahre, dann fühle ich mich wie Colt Seavers auf dem Highway und warte auf das große Abenteuer...Gruß,
Sascha
"Ein Colt für alle Fälle"-Serienforum
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