Serieninfos & News

52 Episoden

Deutsche Erstausstrahlung: 22.01.1960 (ARD)

Am 1. Januar 1960 ging die Kultserie "Familie Hesselbach" auf Sendung. Die Geschichten des Journalisten und Satirikers Wolf Schmidt erzählen von den Alltagserlebnissen und den ganz normalen Krisen in der Familie und im Druckereibetrieb der Hesselbachs. Schmidt selbst hatte sich die Rolle des "Babba" Hesselbach auf den Leib geschrieben. Neben ihm spielten unter anderem die Volksschauspielerinnen Lia Wöhr und Liesel Christ. In der ersten Folge übernimmt Vater Hesselbach die Inszenierung einer Festaufführung im Sinne der städtischen Kulturpflege. Doch der geplagte Regisseur muss bald feststellen, dass der Umgang mit frischgebackenen Laienschauspielern nicht einfach ist, schon gar nicht, wenn es sich um Mitglieder seiner eigenen Familie handelt.

(3sat)

mit Wolf Schmidt (Vater Hesselbach), Liesel Christ (Mutter Hesselbach), Joost Siedhoff (Willi), Käthe Jaenicke (Fräulein Sauerberg), Gaby Reichardt (Emmi Puchel), Sophie Engelke (Frieda Lehmann), Max Strecker (Münzenberger), Edith Hancke (Frau Plischle), Fritz Strassner (Moosbauer), Uwe Dallmeier (Petersen), Sophie Cossäus (Fräulein Lohmeier), Helga Neuner (Helga Schneider), Lia Wöhr (Frau Siebenhals)

Fernsehlexikon

24-tlg. dt. Familienserie von Wolf Schmidt, Regie: Wolf Schmidt, Harald Schäfer.

In einem Land, in dem jeder Satz mit "Ei" beginnt, leitet Babba Hesselbach (Wolf Schmidt) eine mittelständische Familiendruckerei. Er ist seit vielen Jahren mit Mamma Hesselbach (Liesel Christ) verheiratet, und die beiden lieben sich noch immer. Sie zeigen es nur selten. Babba heißt eigentlich Karl (sprich: Kall) und lässt keinen Zweifel aufgekommen, dass er das Familienoberhaupt ist. Er ist autoritär und grantig bis cholerisch. Mammas wirklicher Name ist Marie (sprich: Mariesche). Sie ist der Gegenpol, wird schnell eifersüchtig, regt sich leicht auf und ruft dann nach ihren Beruhigungstropfen (in der Landessprache: "Kall, mei Drobbe!"), und hört überhaupt nur selten auf zu reden ("Die Mamma trägt das Herz auf der Zunge, und deswegen wird das Herz manchmal etwas laut"). Babba und Mamma haben vier Kinder, von denen anfangs jedoch nur eines im Haus ist: Willi (Joost Siedhoff) ist Prokurist in der Firma. Heidi (Rosemarie Kirstein) und Peter (Dieter Henkel) kommen Ende 1960 aus dem Internat zurück. Anneliese ist bereits verheiratet und wohnt in Frankfurt (sie wird in diesen ersten 24 Folgen lediglich erwähnt).

Neben Babba sind auch Mamma und Willi sowie Irene Müller (Inge Rassaerts) Teilhaber der Firma. Sie hat Anteile vom Vorbesitzer übernommen, die Mehrheit hält aber jetzt Babba. Weitere Mitarbeiter der Firma Hesselbach sind Putzfrau Siebenhals (Lia Wöhr), die altgediente Chefsekretärin Fräulein Lohmeier (Sophie Cossäus), Sekretärin Helga Schneider (Helga Neuner), anfangs Fräulein Sauerberg (Käte Jaenicke), die in Folge vier von ihrer Cousine Else Sauerberg (Ursula Köllner) abgelöst wird, Frieda Lahmann (Sophie Engelke), Emmy Puchel (Gaby Reichardt), Fred Lindner (Joachim Engel-Denis), Hausmeister Bellmann (Josef Wageck), Setzermeister Zimmermann (Otto Stern), Setzer Loy (Wilhelm Schmidt), Buchhalter Münzenberger (Max Strecker) und Lehrjunge Rudi Krausgrill (Dieter Schwanda). Babba stellt außerdem das hübsche Fräulein Pinella, genannt Pini (Sybille Schindler), als Mädchen für alles ein. Sie hatte sich als Sekretärin beworben, kann aber weder stenographieren noch tippen, und ihre Handschrift kann auch niemand lesen. "Die Pinella kann nichts, aber das sehr nett", urteilt Herr Betzdorf (Bogislav von Heyden). Er ist der Chefredakteur der Wochenzeitschrift "Weltschau", die bei Hesselbachs gedruckt wird.

Wie in jedem mittelgroßen Betrieb gibt es jede Menge Gerüchte, hautsächlich werden den Kollegen Verhältnisse miteinander angedichtet. Manchmal stimmen sie auch. Willi und Helga heiraten, nehmen ein Jobangebot aus den USA an und wandern in Folge neun aus. Fred Lindner wird zum Prokuristen befördert und Jutta Schäfer (Doris Mack) neue Sekretärin. Bei Mamma und Babba daheim lösen derweil die banalsten Dinge Konflikte aus, und so debattieren sie über Brandlöcher in Stickdeckchen ("Warum willst du mir dann noch mal 12 Mark 80 geben, wenn du es nicht warst?" - "Du hast keine Ahnung, wie viel Geld ein Mann bereit ist zu zahlen, damit seine Frau endlich mal den Schnabel hält."), Dreckränder am Milchtopf, verschenkte Geschenke und zu backende oder nicht zu backende Streuselkuchen.

Der TV-Serie war seit 17. September 1949 eine langlebige Hörfunkserie im Hessischen Rundfunk vorausgegangen, in der Lia Wöhr die Mamma gespielt hatte. Die Sprache war außerhalb Hessens jedoch kaum zu verstehen, weshalb Wolf Schmidt die bundesweit ausgestrahlte Fernsehfassung in einem besser verständlichen "Kompromiss-Hessisch" spielen ließ. Mitte der 50er Jahre waren auch vier Hesselbach-Kinofilme gedreht worden (mit Else Knott als Mamma). Einem Teil des Publikums waren die Charaktere also bereits bekannt, als die Hesselbachs Anfang 1960 das Fernsehen eroberten. In der Folge "Das Sparschwein" am 17. Mai 1961 spielte Else Knott die Gastrolle der Ladenbesitzerin Frau Flischmann, wodurch alle drei Mammas aus Radio, Kino und Fernsehen gemeinsam zu sehen waren.

Es war die zweite große Familienserie im deutschen Fernsehen nach Unsere Nachbarn heute abend: Familie Schölermann, die wenige Wochen später endete. Auch die neue Serie wurde ein Sensationserfolg und viele Jahre fortgesetzt, änderte dabei jedoch zweimal ihren Titel. Aus der Firma wurde ab Dezember 1962 nahtlos Die Familie Hesselbach, später folgte nach einer dreijährigen Pause Herr Hesselbach und ... Die Episoden der ersten beiden Serien waren zwischen 45 und 60 Minuten lang, einzelne hatten Überlänge. Sie liefen einmal im Monat freitags zur Primetime. Titelmusik war die "Hesselbach-Polka", die auch auf Schallplatte erschien (auf der B-Seite war der "Äppelwoi-Walzer").

Mehrere Folgen sind auf DVD erhältlich.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

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Kommentare, Erinnerungen und Forum
  • NECIJA HOFMANNNECIJA HOFMANN(geb. 1968)schrieb am 09.12.2011:

    DIE HESSELBACHS ist eine super SERIE!LEIDER gibt es heute nicht mehr solche PRODUKTIONEN nicht mehr.ES wäre schön würde die SERIE nachmittags statt nachts wie jetzt bei hr gesendet.DA würden bestimmt viele ZUSCHAUER erfreut sein und die EINSCHALTQUOTEN noch mehr steigen,denn die HESSELBACHS sind ein LECKERBISSEN für das PUBLIKUM!UND soetwas ist im TAGESPROGRAMM eine BEREICHERUNG für das TV und WERBUNG für den hr.DIE anderen REGIONALSENDER könnten natürlich auch die HESSELBACHS zeigen,denn FERNSEHGESCHICHTE ist bundesweit.

    antwortenantworten

  • Sylvie HeySylvie Hey(geb. 1953)schrieb am 12.04.2012:

    Da kann ich nur zustimmen!!!!
    Diese Serie sollte man tagsüber und des öfteren senden, einfach großartig

    antwortenantworten

  • MeckiMecki(geb. 1952)schrieb am 15.08.2009:

    Zur Reihe - Die Hesselbachs...
    Schade das man in nächster Zeit den Zuschauer beim hr-fernsehen ein wenig an der Nase herumführt, denn das was man laut Sendeliste dort zeigt ist nicht das was in eine seriöse Reihenfolge passt.
    Was soll dieser Schwach(sinn) mit dem Durcheinander der einzelnen Episoden? Warum hält man nicht eine Reihenfolge ein und fängt bei Folge 1. = Das Dokument, 25. = Simulanten, oder bei 43. = Herr Hesselbach und der Film an?
    Also, liebe Programm-Macher des hr-fernsehen, bitte dringend besser machen!
    LG mecki

    antwortenantworten

  • Werner DresslerWerner Dressler(geb. 1941)schrieb am 21.09.2008:

    Ich habe die Hesselbachs schon in den sechziger Jahren gesehen,schaue sie jetzt natürlich auch und freue mich immer wieder über die klugen,manchmal bissigen,aber doch immer wieder liebevollen Dialoge.Die Serie ist etwas sehr schönes im heutigen Fersehbrei

    antwortenantworten

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Abstimmungsdaten
Diese Serie haben bisher 510 Fans auf ihrer Wunschliste.
Anteil männlicher/weiblicher Fans:   72.60%27.40%
Fan-Durchschnittsalter: 49,5 Jahre

Abstimmung in der Rubrik "Familienserien".

Abstimmungsverlauf

Abstimmungsverlauf
Gesamtplatzierung
Platz:153. (153.)unverändert
Stimmen:3015  

Letzte Woche
Platz:523. (629.)Aufsteiger
Stimmen: 

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