52-tlg. brit. Familiensaga von Jean Marsh und Eileen Atkins ("Upstairs, Downstairs"; 1971-1975).
Zu Beginn des 20. Jh. wohnt die wohlhabende Familie Bellamy mit ihren Dienstboten im Haus Nr. 165 am Eaton Place in London. Lord Richard Bellamy (David Langton) ist ein gutmütiger Abgeordneter des Oberhauses, Lady Marjorie (Rachel Gurney) seine elegante Frau, Elizabeth (Nicola Pagett) und James (Simon Williams) sind ihre Kinder. Der korrekte und standesbewusste Butler Mr. Hudson (Gordon Jackson) achtet stets darauf, dass die gesellschaftlichen Grenzen zwischen Personal und der Familie von beiden Seiten eingehalten werden. Zum Personal gehören außerdem die resolute Köchin Mrs. Bridges (Angela Baddeley), die Zimmermädchen Rose (Jean Marsh) und Sarah (Pauline Collins) und der Hausdiener Edward (Christopher Beeny). Später kommt noch der Chauffeur Thomas (John Alderton) dazu.
Viel geschieht innerhalb von knapp 30 Jahren: Elizabeth heiratet den Poeten Lawrence Kirbridge (Ian Ogilvy). Lady Marjorie nimmt an der Jungfernfahrt der "Titanic teil" und ertrinkt. James heiratet die Sekretärin Hazel (Meg Wynn Owen). Elizabeth zieht nach Amerika, und Richards Mündel Georgina Worsley (Lesley-Anne Down) zieht neu ins Haus. Etwas später heiratet Richard die Offizierswitwe Virginia Hamilton (Hannah Gordon). Hazel stirbt, und James verliert an der Börse sein ganzes Geld. Als auch er kurz darauf stirbt, muss das Haus am Eaton Place verkauft werden, damit die Schulden bezahlt werden können.
Von 1903 bis 1930 erstreckte sich die Handlung dieser in England fünf Jahre laufenden Serie. Viele historische Ereignisse und Originalbilder aus dieser Zeit wurden eingebaut. Ursprünglicher Mittelpunkt der Serie waren die beiden Hausmädchen Rose und Sarah, die die beiden Erfinderinnen der Saga, Marsh und Atkins, selbst spielen sollten. In der Serie wirkte letztlich jedoch nur Marsh tatsächlich mit. Das Haus am Eaton Place 165 gibt es wirklich. Es steht im Londoner Stadtteil Belgravia und trägt eigentlich die Hausnummer 65. 1977, als die Serie in England bereits abgesetzt war, in Deutschland aber mit großem Erfolg ausgestrahlt wurde, lebte dort die 72-jährige Lady Alexandra Metcalf. Die Tochter des ehemaligen britischen Außenministers und indischen Vizekönigs Lord Curzon bewohnte allerdings "nur" die Beletage. Ausgesucht wurde das Haus für die TV-Serie, weil der Produzent John Hawkesworth ein guter Freund von Lady Metcalf war. Schräg gegenüber in Hausnummer 74 wohnte übrigens der Lord-Bellamy-Darsteller David Langston.
Mit 300 Millionen Zuschauern in 50 Ländern wurde Das Haus am Eaton Place zu einer der erfolgreichsten Serien aller Zeiten. In Deutschland löste sie Familienkrisen aus, weil das ZDF sie samstags am Vorabend sendete - während in der ARD die Sportschau lief. 16 der 68 Folgen strahlte das ZDF nicht aus.