Viertelstündige wöchentliche Comedyshow, in der das aktuelle Geschehen in Politik und Gesellschaft aufs Korn genommen wird.
In den Hauptrollen: Die deutsche Prominenz als Gummipuppen, ihre Stimmen gesprochen von Stephan Wald und Thomas Freitag, später von Hans-Jürgen Schlupp. Zum Personal gehören Kanzler Helmut Kohl und diverse Minister, aber auch Unterhaltungsstars wie Alfred Biolek, Heino, Rudi Carrell und Harald Juhnke sowie Journalisten wie Ernst-Dieter Lueg. Alle treffen sich regelmäßig im "Hurra-Club", wo sie auch fröhliche Lieder anstimmen.
Hurra Deutschland war die deutsche Variante der legendären britischen Puppenshow Spitting Image (1984-1996), von der 3sat von 1988 bis 1991 einige Folgen zeigte. Die Gummipuppen waren ähnlich aufwendig gestaltet, der Humor allerdings auf deutsche Verhältnisse heruntergebrochen. Schon zum Start kündigte der WDR an, nicht so gnaden- und tabulos mit den Parodierten umgehen zu wollen. Es werde eher ein "Kasperltheater für Erwachsene", entwarnte der Sender vorab. Die meisten Witze waren eher harmlos und klamaukig als böse oder gar politisch scharf. Der "Spiegel" nannte die Premierensendung "Bissig wie ein Gummibärchen, witzig wie eine Autopsie und spritzig wie ein Ölteppich auf dem Toten Meer".
Die Show lief zunächst montags im Hauptabendprogramm, ab 1991 freitags um 23.00 Uhr. Nach dem Ende der regulären Reihe schickte die ARD am 17. Mai und 26. September 1992 noch zwei Specials hinterher.
2003 startete eine Neuauflage bei RTL 2 mit dem Untertitel "Jetzt erst recht!", die knapp zehn Minuten lang war und nun täglich um 19.50 Uhr lief. Neuer Sprecher war Elmar Brandt. Das Publikum selbst konnte nach einem "Wahlk(r)ampf" entscheiden, wer die Sendung moderieren sollte; Dieter Bohlen mit Assistent Daniel Küblböck machte das Rennen. Das Gummipersonal wurde um weitere zielgruppenaffine Persönlichkeiten wie etwa Verona Feldbusch erweitert, die Bandbreite der Sketche reduziert: Die Sendung bestand nun ausschließlich aus einfältigen Zoten und Runninggags wie einer jedes Mal als Pferd dargestellten Kanzler-Schröder-Gattin Doris. Feste Rubriken waren u. a. "Yoda Kohl", "Günthers Jauchladen" und die "Warme Küche" von Alfred Biolek und Rudolph Moshammer. Die Quoten der Sendung waren überdurchschnittlich, 50 Folgen liefen.
Die Puppen traten häufig auch bei anderen Gelegenheiten auf, z. B. in den ARD-Magazinen Fakt und ZAK und in den Videos zu Elmar Brandts Kanzlerparodien; Ende 2002 landete dessen "Steuersong" auf Platz eins der Charts.
Zwölf Folgen aus dem Jahr 1991 sind auf DVD erhältlich.