Serieninfos & News

Miniserie in 6 Teilen

Deutsche Erstausstrahlung: 13.01.1974 (ZDF)

Sender: ZDF, 3sat, ORF eins, SF1

Erika Seipold, meisterhaft gespielt von Inge Meysel, wird nach über 30 Jahren Ehe geschieden (ihr Ex-Ehemann, dargestellt von Rene Deltgen, spielt nur in der Schlussepisode eine wichtige Rolle). Sehr gelungen schildert die sechsteilige Serie das Schicksal einer "abservierten" Frau weit über 50 aus der Perspektive der frühen Siebziger Jahre, als es noch normal war, dass Ehefrauen keiner beruflichen Tätigkeit nachgingen und nach einer Scheidung nicht nur in ein seelisches Loch fielen, sondern auch Existenzängste auszustehen hatten. Wenig Hilfe bieten die egoistischen Kinder und das weitgehend verständnislose Umfeld; überall begegnet man der Protagonistin mit der Konfronation ihres Stigmas als älteres, alleinstehend vermeintlich nutzloses Mitglied der Gesellschaft - ein Vorgriff auf die Schattenseiten des Jugendkults.

Keine reine Unterhaltung, tiefsinnige und tiefschürfende Konfliktverarbeitung bestimmen den melancholisch-intelligenten Unternton der dennoch immer kurzweiligen und interessanten Serie - als Nebeneffekt ist es auch reizvoll, das Hamburg dieser Zeit als Spielort erleben zu können.

(Martin)

mit Inge Meysel (Erika Seipold), Renate Schroeter (Brigitte Seipold), Paul Edwin Roth (Frank Wegener), Til Erwig (Klaus Seipold), Christina Schollin (Sigrid Seipold), René Deltgen (Robert Seipold), Eva Maria Meineke (Lilo Niklas)

Regie: Claus Peter Witt

Drehbuch: Detlef Müller, Marcus Scholz, Heinz Oskar Wuttig

Fernsehlexikon

1974. 6 tlg. dt. Problemserie von Marcus Scholz, Regie: Claus Peter Witt.

Die Hausfrau und Mutter Erika Seipold (Inge Meysel) wird nach 30 Jahren Ehe von ihrem Mann Robert (René Deltgen) geschieden. Und nun? Nun steht sie allein da. Sie ist Mitte 50, hat keinen Beruf erlernt, und die Kinder Brigitte (Renate Schroeter) und Klaus (Til Erwig) sind längst erwachsen und aus dem Haus (Klaus sogar nach Schweden ausgewandert) und haben eigene Sorgen. Von Existenzangst geplagt und auf sich allein gestellt, versucht Erika wieder auf die Beine zu kommen.

Die schwermütigen Folgen zogen sich über eine Stunde und liefen an verschiedenen Tagen zur Primetime.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

im Fernsehen

Zurzeit nicht im deutschen Fernsehen.

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Kommentare, Erinnerungen und Forum
  • Karsten MühlenkampKarsten Mühlenkamp(geb. 1971)schrieb am 04.05.2006:

    Eine interessante Serie und eine unvergleichliche Inge Meysel - heuchlerische Gesellschaft geht mit dem Tabu Thema Scheidung um. Was heute selbstverständlich ist war damals ein Skandal. Auch als vergleich Klasse damals-heute sollta man mal gesehen haben

    antwortenantworten

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