4 tlg. US-europ. Schmonzette von William Hanley nach dem Roman von Alexandra Ripley, Regie: John Ermann ("Scarlett"; 1994).
... und heute ist ein neuer Tag! Atlanta, 1873: Scarlett O'Hara (Joanne Whalley-Kilmer) ist entschlossen, Rhett Butler (Timothy Dalton) zurückzugewinnen - und er ist ebenso entschlossen, sich scheiden zu lassen und ihr diesmal zu widerstehen. Er schläft noch einmal mit ihr, heiratet dann aber Anne Hampton (Annabeth Gish), die an Gelbfieber stirbt. Scarlett kämpft um Tara, wird in einer unglücklichen Situation mit Ashley Wilkes (Stephen Collins) erwischt, flieht zur Familie ihrer Mutter nach Savannah, wo sich ihr Großvater, Pierre Robillard (John Gielgud), um sie kümmert. Sie lernt ihren Cousin, den Priester und Waffenschmuggler Colum O'Hara (Colm Meaney) kennen, geht in die Heimat der O'Haras nach Irland, heiratet den Besitzer des Familienanwesens, den bösen Lord Fenton (Sean Bean). Sie tötet ihn in Notwehr, wird des Mordes angeklagt, und Rhett kommt und rettet sie und liebt sie doch. Und er erfährt, dass sie von ihm schwanger ist.
54 Jahre lang hatte die Menschheit auf die Fortsetzung des größten Südstaatenmelodrams aller Zeiten, "Vom Winde verweht", gewartet - oder auch nicht. Die Erben der Autorin Margaret Mitchell autorisierten Alexandra Ripley, eine Forsetzung zu schreiben, die allerdings mit dem, was William Hanley dann daraus machte, wenig zu tun hatte. Gut 40 Millionen $ kostete die Produktion des Vierteilers, die sich europäische und amerikanische Fernsehsender teilten. Die Premiere fand gleichzeitig in allen beteiligten Ländern statt. Die Quoten waren in den USA und in Deutschland sehr gut, mehr als zehn Millionen Zuschauer schalteten hierzulande trotz verheerender Kritiken ein. Sat.1 zeigte die Teile innerhalb einer Woche zur Primetime und betonte, mit Rücksicht auf den sensiblen Stoff extra nur drei statt der eigentlich erlaubten vier Werbeunterbrechungen eingebaut zu haben.
Weltweit wurde vorher die Suche nach der Hauptdarstellerin organisiert, die in Wahrheit eine PR-Kampagne für den Film war. In Deutschland lief das Casting bei Sat.1, das unter dem Titel Wer wird die neue Scarlett? im Sommer 1992 drei Wochen lang täglich um 20.00 Uhr eine der 15 deutschen Bewerberinnen vorstellte, unter denen die Zuschauer per Telefon drei Wochensiegerinnen küren durften, aus denen dann eine Jury eine Gesamtsiegerin ermittelte. Die musste sich daraufhin ihren 14 Konkurrentinnen aus ebenso vielen anderen Ländern stellen. Und zum Schluss gewann - eine ganz andere. Überraschung!
Der Film ist auf zwei DVDs erschienen.