33-tlg. brit. Comedyserie von Jennifer Saunders ("Absolutely Fabulous"; 1992-2003.).
Die Alleinerziehende Edina Monsoon, genannt Eddy (Jennifer Saunders), verzweifelt an ihrer Tochter Saffron, genannt Saffy (Julia Sawalha). Sie kann es nicht fassen, mit der langweiligsten Tochter der Welt geschlagen zu sein: Statt Partys zu feiern, Sex und Drogen zu genießen, Männer abzuschleppen oder, vielleicht noch besser: Frauen, sitzt sie in ihrer Wollstrickjacke zu Hause und lernt für die verdammte Uni! Und das ihr, der PR-Frau, die dafür lebt, keinen noch so kurzlebigen Trend zu verpassen, auf jeder Esoterikwelle mitschwimmt, sich noch in die untragbarste aktuelle Mode zwängt und die Schöpfer der angesagten Marken als Götter anbetet ("Lacroix, Sweetie, Lacroix!").
Umgekehrt verzweifelt die vernünftige Saffron an ihrer kindischen, selbstsüchtigen, oberflächlichen Mutter und dem schlechten Einfluss, den deren besten Freundin Patsy Stone (Joanna Lumley) auf sie ausübt: eine auftoupierte blonde Alkoholikerin, deren beste Zeiten als glamouröses Sexsymbol lange vorbei sind, was sie nicht davon abhält, mit allem zu schlafen, was nicht rechtzeitig flüchtet. Patsy hat sich den Job als Moderedakteurin bei einer Zeitschrift anscheinend erschlafen, ist aber noch lebensuntüchtiger als Edina, die theoretisch eine eigene PR-Agentur führt, tatsächlich aber wohl nur von den doppelt gezahlten Alimenten ihrer beiden Ex-Männer für Saffron lebt. Zu Edinas Entsetzen schaut zu Hause immer wieder ihre grundgute, leicht senile Mutter (June Whitfield) vorbei, die sich resolut weigert zu sterben. Eddys persönliche Assistentin ist Bubble (Jane Horrocks), die wahrscheinlich unfähigste Sekretärin der Welt.
Absolutely Fabulous, kurz "AbFab", entstand aus einem Sketch von Dawn French und Jennifer Saunders in ihrer Sketchreihe "French & Saunders", der den üblichen Konflikt zwischen Mutter und pubertierender Tochter einfach auf den Kopf stellte. Saunders erweiterte die Konstellation zur Geschichte einer Mutter, die sich weigert, erwachsen zu werden, und bei der der ausschweifende Lebensstil der 60er- und 70er-Jahre mit dem oberflächlichen Konsumrausch der 80er eine schreckliche Verbindung eingegangen ist. AbFab ist grell, schrill, albern und in jeder Hinsicht politisch unkorrekt: Eddys und Patsys Leben ist Exzess, unterbrochen nur von Phasen grenzenlosen Selbstmitleids. Es wird gekokst, gesoffen, gevögelt - und einmal in Marokko verkauft Eddy ihre Tochter für drei Kamele an irgendeinen Beduinenstamm.
Die Sitcom war in Großbritannien auf Anhieb ein gewaltiger Erfolg, eroberte sich aber auch in den USA im Kabel eine Fangemeinde. Roseanne Arnold kaufte die Rechte für eine amerikanische Version, zu der es allerdings nie kam: Für die großen Networks war eine Serie mit so ausschweifenden Hauptrollen wie denen von Eddy und Patsy unsendbar. Am nächsten kam der Grundkonstellation die kurzlebige Serie High Society, deren Hauptdarstellerinnen allerdings bei allem Hedonismus auf Drogen verzichten. Edina and Patsy tauchten in einer speziellen Halloween-Folge von Roseanne auf.
In Deutschland schaffte die Serie nie den Sprung über die Sprachbarriere: Zu viel Atmosphäre ging in der Synchronisation verloren. Trotzdem wurde Absolutely Fabulous auch hier zu einem Geheimtipp, insbesondere in der Schwulenszene.
Die halbstündigen Folgen waren bereits seit 1994 im Pay-TV-Kanal Premiere gelaufen. tm3 zeigte die ersten drei Staffeln, arte zwei weitere Staffeln und drei Specials.
Die Titelmusik ist "This Wheel's On Fire" von Julie Driscoll und Adrian Edmondson - die Nummer stammt ursprünglich von Bob Dylan and Rick Danko. Die Serie wurde u. a. mit zwei Internationalen Emmys ausgezeichnet.