Große Überraschungsshow mit Hans-Georg Ponesky.
Der Moderator überrascht einfache Arbeiter und belohnt sie für ihren Einsatz. Eine Art frühe sozialistische Variante der Rudi-Carrell-Show: Ein Mann findet bei der Rückkehr von einer Dienstreise sein Haus fertig renoviert vor. Eine Verkehrspolizistin wird an der Kreuzung, wo sie den Verkehr regelt, von Hunderten Autos eingekreist und mit einem Hupkonzert gefeiert, bevor sie im Saal einen polnischen Jungen wiedertrifft, den sie nach dem Krieg aufgenommen und jahrelang nicht gesehen hatte. Ein Eisenbahner, der nach einer langen Schicht im Bett liegt, wird dort mit versteckter Kamera gefilmt und vom Moderator aus dem Friedrichstadtpalast angesprochen, dass er vorbeikommen soll - er könne dabei auch im Bett bleiben. Der Gute wird dann mit einem motorisierten Bett, das vor seiner Haustür steht, durch die Karl-Marx-Allee zur Veranstaltung gefahren. Zwischendurch gibt es Auftritte populärer Künstler.
Die Show wurde mit gewaltigem Aufwand in Szene gesetzt. Alles war möglich: In die Wände der Lokführerwohnung waren Löcher gebohrt worden, um Mikrofone und Kameras darin unterzubringen. Die Sendung lief erstmals am 15. Jahrestag der Gründung der DDR und dann häufig an wichtigen Festtagen. Sie sollte alles Dagewesene in den Schatten stellen und hatte einen klaren politischen Auftrag: Die Mitglieder staatstragender Institutionen der DDR sollten als Menschen wie du und ich gezeigt, aber auch gefeiert werden. In einer Sendung am 11. April 1966 fand sogar eine öffentliche Aussöhnung zwischen Walter Ulbricht und Max Fechner statt, dem zeitweise inhaftierten ersten Justizminister der DDR. Wegen der oft überwältigenden, rührenden (um nicht zu sagen: peinlichen) Momente bekam Ponesky den Spitznamen "Seelen-Hitchcock". Ponesky hatte vorher bereits seit 1962 eine ähnliche Rundfunkshow auf Radio DDR moderiert. Er erhielt 1965 für seine Sendungen den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze.
Mit dem Herzen dabei lief achtmal und war in der DDR eine der beliebtesten Unterhaltungsshows in den 60er-Jahren.