2000. 4 tlg. dt. Literaturverfilmung von Christoph Busch und Peter Steinbach nach dem gleichnamigen Buch von Uwe Johnson, Regie: Margarethe von Trotta.
Die 35 jährige Gesine Cresspahl (Suzanne von Borsody; als Kind und Jugendliche: Maura Kolbe, Stephanie Charlotta Kötz, Anna von Berg) lebt 1967 mit ihrer zehnjährigen Tochter Marie (Marie Helen Dehorn) in New York. Sie wird von ihrem Chef De Rosny (Hanns Zischler) und dem wohlhabenden Physiker Dietrich Erichson (Axel Milberg), genannt D. E., umworben.
Als Marie in der Schule wegen ihres Engagements gegen den Vietnamkrieg aneckt, erzählt Gesine ihr auf ihr Drängen hin die Lebensgeschichte der Cresspahls: 1931 lernen sich Gesines Eltern Heinrich Cresspahl (Matthias Habich) und Lisbeth Papenbrock (Susanna Simon) in dem mecklenburgischen Dorf Jerichow kennen, wo schon bald die Nationalsozialisten das Sagen haben. Nach einem Pogrom gegen eine jüdische Händlersfamilie nimmt sich Lisbeth das Leben. Heinrich spioniert für die Engländer. Nach dem Krieg machen sie ihn zum Bürgermeister. Doch schnell übernehmen die Sowjets das Kommando. Heinrich gerät, nachdem eine Flüchtlingsfrau vergewaltigt wurde, mit ihnen aneinander und wird verhaftet. Bei Cresspahls sind Frau Abs (Jutta Wachowiak) und ihr 17 jähriger Sohn Jakob (Kai Scheve) untergebracht, in den Gesine sich verliebt, doch er verlässt das Dorf.
Das DDR-System fordert von Gesine Anpassung - einer ihrer Mitschüler zahlt für seine Auflehnung mit 15 Jahren Gefängnis. Die Staatssicherheit verhört Gesine und ihre Mitschülerin Anita Gantlik (Nina Hoger). Die beiden werden Freundinnen und fliehen 1951 in den Westen. Doch Rohlfs (Edgar Selge), der Mann von der Staatssicherheit, erpresst Gesine. Sie besucht Jakob in Magdeburg, beide wollen zusammenleben, können sich aber nicht entscheiden, ob im Osten oder im Westen. Jakob, der Vater von Marie, stirbt 1956 mysteriös bei einem Zugunglück. Und auch die Beziehung zu D. E., gut zehn Jahre später in New York, endet tragisch.
Der Film erzählt das eigentlich unverfilmbare 2000 Seiten Werk Johnsons mit dem New York der Jahre 1967/68 und dem Vietnamkrieg, der Bürgerrechtsbewegung, dem Tod von John F. Kennedy als Gegenwart. Die Zeit von 1930 bis 1956 in Deutschland ist in Rückblenden zu sehen. Ursprünglich sollte Frank Beyer Regie führen, doch der verkrachte sich nach sechs Jahren mit der ARD und der Produktionsfirma. Im Herbst 1998 sprang Margarethe von Trotta für ihn ein, offenbar nachdem zahlreiche andere namhafte Regisseure das schwierige Projekt abgesagt hatten. Der Druck war enorm: In Zeiten, in denen der ARD eine so genannte "Süßstoff-Offensive" unterstellt wurde, die systematische Verflachung der Fernsehfilme, sollten die Jahrestage das Gegenteil beweisen. Sie kosteten insgesamt 16 Millionen Mark; etwa 100 Schauspieler und 1300 Statisten kamen an über 100 Drehtagen zum Einsatz. 2001 erhielt Matthias Habich den Deutschen Fernsehpreis (bester Schauspieler Hauptrolle Fernsehfilm).