24 Episoden
100 Cartoons
Deutsche Erstausstrahlung: 1984 (PKS)
So waren sie, die Mädchen der 20er Jahre, jedenfalls die mutigen - und die anderen wären sicher gern so gewesen. So wie Betty Boop: hübsch, keß, ein bißchen verrucht und ziemlich emanzipiert. Die Mütter dieser Mädchen waren noch im langen Kleid zum Schwimmen gegangen, sie aber zeigten auch auf der Straße viel Bein. Abends vor dem Spiegel übten sie zynische Posen und gingen dann mit dem Teddybär zu Bett.
Betty Boop wurde von dem Trickfilm-Pionier Max Fleischer ersonnen und kam 1928 in die Kinos, ein modernes Kind ihrer Zeit, und Zeichner Max Fleischer ließ sie immer mit der Zeit Schritt behalten. 1934 erschien Henry Millers "Wendekreis des Krebses", ein damals in seiner Freizügigkeit schockierendes Buch. Das Thema Sex in der Kunst war aktuell. Gleich nutzte Fleischer die Gelegenheit, die strengen Sittlichkeitsregeln des amerikanischen Films zu verspotten. Betty tritt in einer Revue auf und wechselt auf der Bühne ihr Kostüm - natürlich hinter einem Wandschirm. An dem aber hängt sie einen kleinen BH auf, während sie gleichzeitig frech und augenzwinkernd um die Ecke sieht...
(Hörzu 29/1985, S. 30: "Die First Lady des Zeichentrickfilms")