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Kritik an MDR-Fernsehfilm
(04.08.2007, 00.00 Uhr)

Hubertus Knabe, Leiter der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (einem Erinnerungsort für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland), kündigte dem MDR mögliche Proteste von Stasi-Opferverbänden an, wenn der für 2008 geplante Fernsehfilm "12 heißt: Ich liebe dich" gesendet würde. Dies berichtet der "Spiegel" in einer Vorabmeldung auf seine kommende Ausgabe.
In dem ARD-Film, der vom MDR in Auftrag gegeben wurde und laut Sender auf einer authentischen Geschichte beruht, verliebt sich eine DDR-Oppositionelle im Stasi-Gefängnis in ihren Verhörer. Mit einem Zahlencode ("12 heißt: Ich liebe dich") gestehen sich die beiden ihre Zuneigung ein und werden nach der Entlassung der Frau ein Paar.
Hubertus Knabe wies MDR-Intendant Udo Reiter laut "Spiegel" in einem Brief darauf hin, dass der Film die Tätigkeit der Stasi verharmlose. Außerdem gäbe es keinen Beleg, dass es sich bei der Geschichte nicht um eine "nachträgliche Erfindung" handle. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die Untersuchungshaft "eine Art Ehe-Anbahnungsinstitut" gewesen sei.
MDR-Fernsehdirektor Wolfgang Vietze wies Knabes Aussage, die Geschichte sei erfunden, zurück. Der Filme zeige außerdem sehr wohl, wie brutal die Stasi vorgegangen sei.
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Leserkommentare
Leo schrieb via tvforen.de am 05.08.2007, 20.34 Uhr:
Auch in Stasigefängnissen gab es Menschen. Warum darf eine solche Geschichte nicht verfilmt werden? Weil sie nicht ins perfekte Schwarz-Weiß-Bild des heutigen Halbbildungsbürgers passt? Für wie unmündig hält Herr Knabe denn das deutsche Publikum? Ist der Gedanke daran, dass Menschen, die in Bautzen einsaßen, sich so viel Stolz und Menschlichkeit erhielten, sich sogar zu verlieben (und ja, vielleicht sogar in einen Wärter), so unfassbar? Es gibt wunderbare, höchst bewegende Filme über das Dritte Reich, in denen sich Menschen über alle Schwierigkeiten und allen Hass hinweg verliebt haben. Kein Mensch behauptet deshalb, Nazideutschland würde wie ein Erholungsheim dargestellt. Und zu Stasizeiten gab es keine Liebe? Oder zumindest darf keiner darüber reden? Peinlich, Herr Knabe, und ein Affront gegen alle wirklich Betroffenen, die sich durch solche Statements auf ein Dasein als Opfer reduzieren lassen müssen.
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