Kurz kritisiert

Die rote Zora (26.12.2010)

Die rote ZoraExakt 30 Jahre nach dem TV-Debüt von "Die rote Zora und ihre Bande" (am 1.1.1980 in der ARD) feiert die Rebellin mit der Löwenmähne ihr Comeback: Zora (Linn Sara Reusse), die Chefin einer Waisenkinder-Bande in einem Küstendorf an der Adria, muss sich in der 90-minütigen Neuverfilmung gegen einen gierigen Fischgroßhändler, debile Dorfpolizisten und schnöselige Gymnasiasten behaupten.

Der Ex-DEFA-Regisseur und Co-Autor Peter Kahane ist mit der Tradition des osteuropäischen Kinderfilms bestens vertraut. Das ist dem neuen Film anzusehen. Kahane legt viel Wert auf eine detailgenaue Ausstattung und hält die nervigsten Modernismen des heutigen Kinderfernsehens auf Abstand. Mario Adorf als Fischer Gorian trägt viel Warmherzigkeit in den Film. Eine knifflige Teenager-Lovestory setzt den gelungenen Kontrast zu den Slapstick-Szenen.

Eine kleinen Schönheitsfehler hat das insgesamt ordentliche Zora-Comeback allerdings schon: Zoras Bande ist nur noch ein zahmer Haufen herzensguter Kids, die am Ende dankbar Ausbildungsplätze annehmen, um sich in die Gesellschaft zu integrieren. Das wäre "Pippi Langstrumpf" nicht passiert.

Das Erste zeigt "Die rote Zora" in TV-Erstausstrahlung am Samstag, 1. Januar um 16.10 Uhr.

Bild: NDR/Gordon Timpen

Michael Brandes/wunschliste.de