Als Folge auf den ARD-Zweiteiler "Contergan - Eine einzige Tablette" sowie den in der Talkshow "Hart aber fair" geäußerten Wunsch des contergangeschädigten Fotografen Christian Knabe nach einem Gespräch mit der Leitung der Firma Grünenthal, hat sich nun Sebastian Wirtz, Geschäftsführender Gesellschafter des Pharmaunternehmens, zu einem Treffen im "angemessenen Rahmen" (ohne Medien) bereit erklärt.Das Treffen wäre das allererste in den 50 Jahren seit der Markteinführung des Medikaments.
Firmenchef Wirtz, der Enkel des Grünenthal-Gründers, hatte kürzlich betont, dass von Seiten des Unternehmens derzeit keine weitere finanzielle Unterstützung für die Geschädigten geplant sei. Die von den Betroffenen-Verbänden geforderten höheren Rentenzahlungen könne er "sehr gut verstehen", das Unternehmen sei jedoch dafür "nicht zuständig".
In der "Aachener Zeitung" und den "Aachener Nachrichten" äußerte Wirtz nun sein Bedauern darüber, was den Geschädigten passiert sei. Die Zeit sei reif, bei diesem sensiblen Thema "das auszudrücken, was man empfindet". In mehreren TV-Diskussionen hatte man in letzter Zeit übrigens von Opfern des Medikaments immer wieder gehört, dass man seit 50 Jahren auf eine Entschuldigung wie diese warte.
Margit Hudelmaier vom Bundesverband Contergangeschädigter ist prinzipiell gesprächsbereit. Ein "Händedruck" im Rahmen eines Treffens sei jedoch nicht ausreichend. Wirtz müsse auch auf die finanziellen Forderungen des Verbandes eingehen. Kritisch sei, dass Wirtz erst jetzt im Zuge des gestiegenen öffentlichen Interesses nach der Ausstrahlung des TV-Films "Contergan" auf die Opfer zugehe.
Teil eins des Zweiteilers, den viele Contergan-Opfer als längst fällige Auseinandersetzung begrüßt hatten, erreichte 6,85 Millionen, Teil zwei 7,27 Millionen Menschen. Grünenthal hatte eineinhalb Jahre gegen die Ausstrahlung prozessiert.
10.11.2007 - Jutta Zniva/wunschliste.de
Quelle: zeit.de, sueddeutsche.de, orf.at / Bild: WDR

































