ARD weist Armin Maiwalds Kritik am Kinderfernsehen zurück
Pauschalurteile des ''Maus'-Vaters' unangemessen Dr. Gerhard Fuchs, ARD-Koordinator Kinder- und Familienprogramm, hat die von Armin Maiwald in teilweise drastischen Worten geäußerte Kritik am Programm des öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehens (wunschliste.de berichtete) zurückgewiesen. Die verantwortlichen Kollegen stellten sich gern einer Kritik; diese müsse allerdings "im Sinne der Sache inhaltlich fundiert und in der Wortwahl angemessen sein".

Armin Maiwald hatte in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" u.a. die öffentlich-rechtlichen Sender als "bescheuert" bezeichnet und deren Kinderfernsehen ("schrill und schreiend bunt") eine fortschreitende Annäherung an das Privatfernsehen vorgeworfen.

"Die ARD-Koordination Kinder- und Familienprogramm anerkennt die großen Verdienste von Armin Maiwald für die Ausgestaltung und Profilierung des Kinderprogramms im Ersten Deutschen Fernsehen", so Fuchs in einer ARD-Stellungnahme. "Die Miterfindung des Kultformats 'Die Sendung mit der Maus' sowie weiterer beliebter Sendungen waren über Jahrzehnte richtungsweisend für viele Redakteurinnen und Redakteure in den Kinderprogramm-Redaktionen der Landesrundfunkanstalten. Armin Maiwalds sachlicher Ratschlag wurde und wird in der Branche allseits geschätzt. Umso erstaunlicher ist es, dass sich einer der 'Maus'-Väter im Interview mit der FR zu Pauschalurteilen und einer zum Teil unsachlichen Kritik über das aktuelle Profil des Kinderprogramms und den Kinderkanal von ARD und ZDF hinreißen lässt."

Maiwalds Behauptung, "das Kinderfernsehen finde überwiegend nur mehr im Privatfernsehen statt und die Öffentlich-Rechtlichen würden 'die Kinder schlecht bedienen'" hielte einer Überprüfung anhand des Programmschemas nicht stand. Ein Blick auf das Vormittagsprogramm des Ersten am Wochenende etwa verdeutliche, "dass Das Erste auf eine große Vielfalt an Programminhalten für die jüngsten und jungen Zuschauer Wert legt und seinem Bildungs-, Informations- und Unterhaltungsauftrag gerecht wird".

Das Angebot des Kinderfernsehens habe sich seit den 70er und 80er Jahren vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen und den daraus resultierenden Anforderungen an die Erwartungshaltung der jungen Zuschauer enorm vervielfacht: "Gab es in den 70er Jahren nicht mehr als rund zehn Stunden pro Woche und Ende der 80er über 60, so können Kinder jetzt aus über 400 Stunden Programm wöchentlich ihre Lieblingssendungen auswählen. Programmflächen für das Kinder- und Familienprogramm im öffentlich-rechtlichen System sind in den zurückliegenden Jahren keineswegs verschwunden, sie wurden mit Rücksicht auf andere Verpflichtungen bestenfalls verschoben."

Das Programmangebot habe sich der Zeit angepasst: "Früher haben die Kinder mit der Modelleisenbahn gespielt und 'Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt'gesehen." Heute verbrächten sie ihre Freizeit auch am Computer, an der Spielkonsole und vor dem Fernseher. Das Ergebnis von Marktanalysen belege, dass Qualitätsprogramme wie "Die Sendung mit der Maus" und "Willi will's wissen", "Wissen macht Ah!", "Die Sendung mit dem Elefanten", der "Tigerenten Club", "Die Pfefferkörner", "Rennschwein Rudi Rüssel" oder das Kindernachrichtenmagazin "neuneinhalb" von Kindern gern und häufig gesehen würden.

13.11.2009 - Jutta Zniva/wunschliste.de
Quelle: ARD


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