Prosit, "Bill Cosby Show"!

von Ralf Döbele


Die Bill Cosby Show
Eine der beliebtesten Fernsehfamilien: Die Huxtables.
Auf den Tag genau vor 25 Jahren konnten ZDF-Zuschauer erstmals einen Blick auf die Serie werfen, die damals bereits seit drei Staffeln die Hitparaden des US-Fernsehens anführte. Doch "Bill Cosbys Familienbande" würde heutige Huxtable-Fans wohl mit einem Stirnrunzeln zurücklassen. Andere deutsche Stimmen, kein Gelächter durch Studiopublikum und eingebettet in den "Sonntags Nach-Tisch" des Zweiten. Sein wahres Kultpotential entfaltete "Die Bill Cosby-Show" erst, als der Wechsel zu Pro 7 erfolgte. Die bisher gezeigten Episoden wurden noch einmal neu synchronisiert und im täglichen Vorabendprogramm ab Herbst 1992 waren die Huxtables bestens aufgehoben. Fortan war die Serie dank der vielen neuen Fans auch in Deutschland Kult. Grund genug um zurück zu blicken auf 200 Folgen, in denen Cliff und Clair zur Freude aller Zuschauer vergeblich darum kämpften, ein volles Haus von den eigenen Kindern zurück zu erobern - und schlicht auf einen der größten Kulthits der Fernsehgeschichte. Prosit, " Bill Cosby-Show"!

Die Suche nach einem Aushängeschild

Die Bill Cosby Show
Schon bald Fernsehvater der Nation: Bill Cosby.
1984 lieferten sich "Dallas" und "Der Denver-Clan" im US-Fernsehen ein hartnäckiges Quotenrennen um den ersten Platz in der Zuschauergunst. Was die Macher dieser Seriengiganten kaum ahnen konnten - die Goldene Ära der Prime Time Soaps ging ihrem Ende entgegen, zu Gunsten des Comebacks eines bereits totgeglaubten Genres: der Familien-Sitcom.

Nicht dass dieses Comeback die eigentliche Absicht der Produzenten Tom Werner und Marcy Carsey gewesen wäre, als sie 1984 nach Ideen für ein neues Format suchten. Die beiden brauchten schlicht und ergreifend einen Hit, um ihre neu geformte Produktionsfirma am Laufen zu halten und ein bekannter Name konnte da nur hilfreich sein. Werner und Carsey erinnerten sich an Bill Cosby und seine zwei gescheiterten Comedy-Serien aus den Siebzigern: "Bill Cosby" und "The New Bill Cosby Show". Was sie aber schließlich davon überzeugte, dass sie hier den Richtigen für eine neue Serie gefunden hatten, war Bill Cosbys damals aktuelles Programm als Stand-Up-Komiker. Darin beschrieb er die Kämpfe, die er und seine Frau im Alltag mit ihren fünf Kindern ausfochten.

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Erfolgreich und gut situiert: Cliff (Bill Cosby) und Clair Huxtable (Phylicia Rashad)
Genau darum sollte es auch in der neuen Serie gehen. Bill Cosby bestand allerdings auf ein für einen Hauptdarsteller ungewöhnlich großes Maß an Mitbestimmung, was die inhaltliche Entwicklung der Show betraf. Zunächst sollte sich die "Cosby Show" um einen Limousinenfahrer und eine Hausfrau drehen. Auch die Pilotfolge zeigte Cliff und Clair Huxtable (Phylicia Rashad) in noch deutlich bescheideneren Verhältnissen. Erst durch eine Neuausrichtung fand die "Cosby Show" aber ihre Nische: aus Cliff wurde ein Frauenarzt, Claire war als Anwältin erfolgreich, so dass man sich ungestört den Beziehungen zwischen Eltern und Kindern widmen konnte. Indem man eine gut-situierte afro-amerikanische Familie in das Zentrum einer Sitcom stellte, brach man mit jahrzehntelang im US-Fernsehen verankerten Stereotypen. Gleichzeitig wurden die Huxtables als universelle Familie gezeigt, die Hautfarbe wurde praktisch nie thematisiert. Bill Cosby bestand außerdem darauf, dass die Serie im Gegensatz zu allen anderen Sitcoms im US-Fernsehen nicht in Los Angeles, sondern in New York produziert werden sollte. Auch das elegante Zuhause der Huxtables lag schließlich im New Yorker Stadtteil Brooklyn.


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