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Prosit, Sesamstraße!
35 Jahre kreatives Kinder-Chaos

Sesamstraße
Sesamstraße - "Es geht gleich los!"
(Bild: Screenshot)
Ja, die '68er waren schon ein wilder Haufen! Zu "Love, Peace & Rock'n'Roll" gesellten sich im Amerika der späten 60er Jahre auch eine orangefarbene Nervensäge, ihr eierköpfiger Freund, ein grüner Mülltonnenbewohner und ein Krümelmonster. Die "Sesame Street" war geboren!

Ursprünglich erfunden, um benachteiligte Vorschulkinder aus sozial schwachen Familien mit Hilfe des Fernsehens auf unterhaltsame Weise beim Lernen zu unterstützen, wurde das Programm vor allem durch Jim Hensons liebevoll gestaltete Puppen schnell zum Hit.

Das merkte man auch in Deutschland und adaptierte die Sendung für das deutsche Kinderprogramm. Am 8. Januar 1973 lief die erste in Deutschland hergestellte Folge der "Sesamstraße" über die Bildschirme.

Wer erinnert sich nicht gerne an das umwerfende Lachen von Lilo Pulver, ihren kongenialen Partner Manfred Krug oder den ewig nörgelnden Herrn von Bödefeld?

Wunschliste.de stellt die wichtigsten Stationen der Kultsendung vor und gratuliert mit einem "Prosit!"


US-Kinderserie wird Vorbild für die Welt

Sesamstraße - Ernie & Bert
Ernie und Bert
(Bild: NDR)
Nachdem die "Sesame Street" 1970 täglich bereits 3,2 Millionen Haushalte und damit rund 7 Millionen Kinder erreichte sowie u.a. drei Exemplare des begehrten Fernsehpreises "Emmy" gewonnen hatte, wurde auch das Ausland auf die bunten Figuren aufmerksam. Der "Children's Television Workshop" (CTW), der die Sendung mit Unterstützung der US-Regierung, Psychologen, Pädagogen, Medien- und Erziehungswissenschaftlern im Auftrag des nicht-kommerziellen Senders WNET (Vorläufer des heutigen PBS) produzierte, konnte das Format zunächst u.a. nach Brasilien, Mexiko und Kanada verkaufen.

Beim jährlichen internationalen Kinderfernsehfestival "Prix Jeunesse" in München lernten deutsche Fernsehproduzenten die Sendung intensiv kennen, und sowohl die ARD als auch das ZDF verhandelten mit dem CTW über eine deutsche Version. Um den pädagogischen Aspekt der Serie zu gewährleisten, gehörte zu den Bedingungen der US-Produzenten, einen wissenschaftlichen Beirat zu gründen, und es mussten Begleituntersuchungen durchgeführt und Begleitmaterialien für Kinder, Eltern und Pädagogen zur Verfügung gestellt werden.

Schließlich bekam der NDR den Zuschlag und das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft förderte das Projekt und beteiligte sich im Mai 1971 mit 1,5 Millionen Euro an der Entwicklung der deutschen Version. Gründe dafür sah man zu genüge in der zunehmenden Verbreitung des Fernsehens, der geringen Zahl sowohl von kindgerechten Sendungen als auch von Kindergartenplätzen und in den Forderungen zahlreicher Bildungsreformer, möglichst allen Kindern ähnliche Anfangsbedingungen für die Schule zu schaffen.


Fortsetzung

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