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Berlin Alexanderplatz (6 DVDs
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13 Teile
Epilog
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Deutsche Erstausstrahlung: 12.10.1980 (ARD)

Vom September 1979 bis Frühjahr 1980 beobachtete Hans-Dieter Hartl mit seinem Team die Dreharbeiten zu Rainer Werner Fassbinders 14-teiliger Fernsehadaption von Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz". Döblins legendärer Großstadtroman hatte den Filmemacher seit seiner Jugend beschäftigt. "Berlin Alexanderplatz" sollte zu Fassbinders zentralem Werk und einer Sternstunde der deutschen Fernsehgeschichte werden. Nicht zuletzt durch den frühen Tod Fassbinders hat Hartls Film zeithistorischen Wert. München Geiselgasteig, das Bavaria-Gelände, im Frühherbst 1979: Seit 50 Tagen arbeitet Rainer Werner Fassbinder, mit 35 Jahren und mehr als 30 Filmen der produktivste Vertreter des "Neuen Deutschen Films", an einem Projekt, das ihn seit seiner Jugend beschäftigt hat: Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz"; die Geschichte des ehemaligen Transportarbeiters Franz Biberkopf, der, aus dem Gefängnis entlassen, ein Leben als anständiger Mensch führen will. Doch Biberkopf zerbricht an seiner Umwelt, dem Berlin der späten 1920er-Jahre. Für Fassbinder war "Berlin Alexanderplatz" ein ungemein persönliches Projekt, in dem er einen "riesige(n) Teil meiner selbst, meiner Verhaltensweisen, meiner Reaktionen - viel eben, das ich für mich, für mich selbst, gehalten habe" wiederfinden konnte, denn "in allem, was ich bisher gemacht habe, gibt es Figuren wie eben Franz Biberkopf." Fassbinders 14-teilige Fernsehadaption setzte den legendären Großstadtroman, seinen Rhythmus und seinen collagenhaften Stil kongenial um. Hans-Dieter Hartl begleitete die aufwändigen Dreharbeiten zu "Berlin Alexanderplatz" von September 1979 bis Frühjahr 1980, Außenaufnahmen in Glonn ebenso wie auf dem Set der Bavaria, wo bis zu 300 Statisten zum Einsatz kamen. Deutlich wird der Einfluss von Fassbinders Mitarbeitern, speziell Kameramann Xaver Schwarzenberger, auf die Gestaltung einzelner Szenen.

(aus dem fernsehserien.de-Episodenführer)

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Fernsehlexikon

13-tlg. dt. Lebenstragödie von Rainer Werner Fassbinder nach dem Roman von Alfred Döblin.

Nach vier Jahren wird Franz Biberkopf (Günter Lamprecht) 1928 aus dem Gefängnis entlassen. Er war wegen Totschlags an seiner Freundin Ida verurteilt worden. Nun möchte er ein neues, ehrliches Leben beginnen, doch das Leben macht es ihm nicht leicht. Immer wieder erleidet er schwere Rückschläge. Zunächst schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch, verkauft gegen seine politische Überzeugung den "Völkischen Beobachter" und wird Hausierer im Auftrag des Onkels von Lina (Elisabeth Trissenaar), seiner ersten Liebe nach dem Knast. Seine Gefühle werden jedoch enttäuscht, Franz wird depressiv, er trinkt, doch noch gibt er nicht auf. Dann lernt er jedoch die Gangster Pums (Ivan Desny) und Reinhold (Gottfried John) kennen und kommt mit ihnen ins Geschäft. Reinhold will den Mitwisser Franz beseitigen und stößt ihn unter ein Auto. Franz überlebt, verliert dabei aber einen Arm. In Mieze (Barbara Sukowa) findet er eine neue Liebe und schickt sie auf den Strich. Es ist das einzige Einkommen, das die beiden haben. Franz schließt sich erneut der Pums-Bande an und macht damit seinen letzten Fehler. Seine geliebte Mieze wird im Wald von Reinhold vergewaltigt und ermordet und Franz für den Täter gehalten. Er bricht zusammen und wird in die Irrenanstalt eingewiesen.

Berlin Alexanderplatz war das bis dahin größte Serienprojekt des WDR. Die düstere Serie löste in der Öffentlichkeit kontroverse Diskussionen aus. Vorher hatte es schon Streit um den Sendeplatz gegeben. Nach dem spielfilmlangen Pilotfilm am Sonntagabend liefen die einstündigen Folgen montags um 21.30 Uhr. Früher am Abend wollte die ARD die Serie nicht zeigen, um Kinder von ihr fern zu halten. Regisseur Fassbinder protestierte.

1931 war Döblins Roman bereits fürs Kino verfilmt worden, Heinrich George spielte damals die Hauptrolle. Die deutlich längere Neuauflage wurde im Jahr nach der TV-Ausstrahlung ebenfalls im Kino gezeigt.

Inhaltsangabe: Das Fernsehlexikon, Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

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Kommentare, Erinnerungen und Forum
  • T.TurtleT.Turtle(geb. 1974)schrieb am 21.01.2006:

    Ich finde das R.W.Fassbinder die Serie 'Berlin Alexanderplatz'
    sehr düster und brutal dargestellt hat. Trotzdem ein großes
    Lob an die Darsteller von Franz Biberkopf (G.Lamprecht) und dem Kameramann Michael Ballhaus.

    antwortenantworten

  • christianchristian(geb. 1967)schrieb am 18.02.2004:

    Ich hab zur zeit der Erstaustrahlung im Radio den Soundtrack aufgenommen. Leider ging die Cassette im Lauf der Zeit verloren. Ich weiß nicht, ob Hanna Schygulla die Gesangstücke gesungen hat (siehe 'Lili Marleen'), auf jedenfall wars sehr ansprechend, Musik für die dunkle Jahreszeit, you know.
    Wenn jemand den Soundtrack auf CD abzugeben hätte,....

    antwortenantworten

  • ClausClaus(geb. 1960)schrieb am 20.08.2003:

    Mit diesem Mehrteiler spaltete Rainer-Werner Fassbinder die Fernsehnation. Aber mit BERLIN ALEXANDERPLATZ ist es wie mit seinen übrigen Werken: Entweder man mag ihn oder man findet ihn zum kotzen. Wer allerdings auf gehaltvolle Film- und Fernsehkost steht, bei der auf jeden Fall das Hirn gefragt ist, kommt bei diesem genialen Regisseur voll auf seine Kosten.

    antwortenantworten

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