Serieninfos & News

193 Folgen

Deutsche Erstausstrahlung: 03.07.1971 (ZDF)

Monatliches Jugendmagazin, das eine ungeschminkte Darstellung von Themen und Problemen im Leben Jugendlicher und junger Arbeitnehmer aus deren eigener Sicht bieten wollte und Jugendliche deshalb an der Herstellung der Sendung maßgeblich beteiligte. Mal legte die Redaktion einen Themenschwerpunkt fest und suchte dann eine Jugendgruppe, die ihn filmisch umsetzte, mal griff sie Themen junger Zuschauer auf, die sich mit ihrem Vorschlag an die Redaktion gewandt hatten. Inhaltlich hatten die jungen Filmemacher freie Hand, produktionstechnisch standen ihnen Profis vom Fernsehen zur Seite. Entsprechend parteiisch, einseitig und emotional konnten die Filme sein, und das war auch gewollt.

Von Anfang an hatte direkt mit Widerständen zu kämpfen, innerhalb und außerhalb des ZDF, weil viele Themen unbequem waren. Schon die Pilotsendungen wurden von Intendant und Programmdirektor heftig kritisiert und der Beginn der Reihe um einige Monate verschoben. In den nächsten Monaten gab es immer wieder Versuche, die Verantwortlichen durch angepasstere ZDF-Mitarbeiter zu ersetzen, was nur durch massive Proteste von Jugendorganisationen verhindert wurde, und es gab Proteste von konservativen Politikern wie dem CSU-Bundestagsabgeordneten und ZDF-Fernsehratsvorsitzenden Friedrich Zimmermann, der sich über die angebliche Linkslastigkeit des Magazins beschwerte und de facto forderte, einige Mitarbeiter nicht mehr zu beschäftigen.

Die zweiteilige Folge "Schwangerschaftsabbruch - meine Tochter tut das nicht!" vom Dezember 1981 löste heftige Proteste u. a. von Kirche und Junger Union aus; Letztere forderte, gleich die komplette Reihe abzusetzen. Auch der Fernsehrat rügte die Redaktion, weil "in der Sendung über das geltende Recht zum Schwangerschaftsabbruch nicht zutreffend informiert wird". Doch die Redaktion beharrte darauf, dass die Alltagsrealität von Jugendlichen dargestellt werden solle und dargestellt werde, und führte die Sendung in gewohnter Weise fort.

Fürsprecher fand direkt in der Jury des Grimme-Preises. direkt befasste sich auch früh mit dem Thema AIDS und Homosexualität. Nach besonders heiklen Filmen gab es ab 1981 anschließende Diskussionen unter dem Titel direkt kontrovers, in denen die in den Filmen Angegriffenen widersprechen durften.

Peter Rüchel und Helmut Greulich hatten die Sendung ins Leben gerufen. Sie lief für kurze Zeit samstags um 18.45 Uhr, dann um 18.00 Uhr, im Wechsel mit Serien wie Kung Fu oder Bonanza. 1978 rückte direkt näher ans Hauptprogramm, wurde auf 19.30 Uhr verlegt und um einige Minuten auf eine Dreiviertelstunde gekürzt. Mit dieser Verlegung, die den Zugang zu einem größeren Publikum ermöglichte, war die Auflage verbunden, massenkompatibler zu werden und weniger zu polarisieren. Entsprechend zahm ging es in der ersten Sendung um ein glückliches Miteinander von Jugendlichen, Eltern und dem Pfarrer in einer Teestube. Angesprochen wurden nun nicht mehr überwiegend Berufsanfänger, sondern auch andere Gruppen Jugendlicher mit ihren jeweiligen Problemen. 1982 wanderte direkt auf mittwochs um 19.30 Uhr.

Die Einstellung 1987 war von Protesten begleitet. Nachfolger wurde Doppelpunkt.

Inhaltsangabe: Das Fernsehlexikon,
Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

Fortsetzung als Doppelpunkt (D, 1987)

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Kommentare, Erinnerungen und Forum
  • SteffenSteffen(geb. 1966)schrieb am 04.12.2011:

    Was war das noch für ein geiler Titelsong?

    antwortenantworten

  • DetlefDetlef(geb. 1963)schrieb am 22.06.2011:

    ...mir hat immer die Titelmelodie gefallen und wenn jemand eine Idee hat wie
    man an die Melodie kommen kann, würde ich mich darüber freuen.

    antwortenantworten

  • MichaelMichael(geb. 1968)schrieb am 27.06.2004:

    Tja,
    da sich hier noch kein posting befindet, will ich mal den Ánfang machen. Meine Erinnerungen beschränken sich nur auf Fragmente, was angesichts meines Geburtsjahrgangs auch logich erscheint. Direkt war eine Sendung, die sich mit Problemen der heranwachsenden Jugendlichen in den 70er Jahren befasste, soweit ich weiss auch eher sozialkritisch und auch sehr langweilig dargebracht wurde. Das lag vielleicht auch daran, dass hauptsächlich 'Problemkinder aus den neu entstandenen Vorstadtsiedlungen' der Großstädte in den 70ern aufgrgriffen wurde, die orientierungslos durch den neu geschaffenen industrialisiert konstruierten Lebensraum einer Vorstadtsiedlung irrten und mangels soziale Treffpunkte quasi folgsam in die Kriminalität abrutschten. Filme der damaligen Zeit, wie z.B. 'Nordsee ist Mordsee' und 'Die große Flatter' oder auch später ' Die Nacht der Wölfe' passen für mich in dieses Bild.
    Ich konnte damit nichts anfangen, weil zum einen ich doch noch etwas zu jung war und zum anderen bei uns 'aufm Dorf' die Welt hinsichtlich sozialkritischer Betrachtungsanlalysen usw. dingsBums doch noch in Ordnung war. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich meiner Oma immer glücklich versichert habe, dass mich nichts und níemand aus meinem Dorf in irgendein HochhausSilo verfrachten könnte.
    Ich bin stolz, dass ich es bis heute durchgehalten habe.

    antwortenantworten

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