Während es mindestens sechs verschiedene Tarzan- und inzwischen ebensoviele Bond-Darsteller gibt, gab es nur einen Hopalong Cassidy und das war seit den 30er Jahren William Boyd.
Eigentlich als Held eher etwas langweilig - eine Vaterfigur vom Couleur eines Pa Cartwright - galoppierte "Hoppy" nichtsdestoweniger auf seinem weißen Pferd "Topper" - als schwarz-gewandeter, weißhaariger Gentleman-Cowboy und Kavalier - in die Herzen der Zuschauer.
Er rauchte nicht, trank nicht, fluchte nicht und küsste auch ganz selten Mädchen - kein Wunder, dass die kleinen Jungen ihn so liebten, diesen "Inbegriff von Ritterlichkeit und Fairness" (ganz im Gegensatz zu Clarence E. Mulfords "Hoppy", ein dem Whisky sehr zugetaner Raufbold, der keine Sünde auszulassen schien. Mulford soll auch sehr schockiert gewesen sein, als er den ersten Film mit seiner Hopalong-Figur gesehen hat. Er verließ das Kino und kam erst mit Hilfe von Riechsalz wieder zu sich. - So gelesen bei Michael Hanisch).
Die Faustkämpfe überließ er meist seinem jungen Kumpel und Sidekick Red Connors (Edgar Buchanan, "ich bin nicht mehr der Jüngste und Wendigste ...") und auch seinen Colt zog er nur, wenn es absolut unvermeidlich war, oder der Bösewicht zuerst zur Waffe griff. Meistens befreite er sich mit äußerster Eleganz aus brenzligen Situationen.
(Charlotte)