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Raumpatrouille Orion
Raumpatrouille Orion
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Fernsehserie in 7 Teilen
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Deutsche Erstausstrahlung: 17.09.1966 (ARD)

Weiterer Titel: Raumpatrouille Orion

"Die fantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion". 7-tlg. dt. Science-Fiction-Serie von Rolf Honold und W. G. Larsen, Regie: Michael Braun und Theo Mezger.

"Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen: Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der Meeresboden ist als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem. Eins dieser Raumschiffe ist die Orion, winziger Teil eines gigantischen Sicherheitssystems, das die Erde vor Bedrohungen aus dem All schützt. Begleiten wir die Orion und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit."

Commander Major Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr) wird mit seinem schnellen Raumkreuzer Orion für drei Jahre zur Verkehrsüberwachung im Sektor 219-33-9 strafversetzt, weil er entgegen der Anordnung auf dem Planeten Rhea gelandet ist, nur um zu demonstrieren, dass eine Landung auf Rhea möglich ist. Sicherheitsoffizier Leutnant Tamara Jagellovsk (Eva Pflug) vom Galaktischen Sicherheitsdienst GSD wird ihm zugeteilt, um zu kontrollieren, ob er seinen Dienst brav nach Vorschrift verrichtet. Anfangs nervt sie durch das hirnlose Beharren auf Paragrafen, ohne sich um die Konsequenzen zu scheren, doch allmählich wird sie ein engagierter Bestandteil der eingeschworenen Crew, zu der auch Armierungsoffizier Leutnant Mario de Monti (Wolfgang Völz) gehört, ein erfolgloser Frauenheld, Raumüberwachungsoffizier Leutnant Helga Legrelle (Ursula Lillig), Bordingenieur Leutnant Hasso Sigbjörnson (Claus Holm) und Astrogator Leutnant Atan Shubashi (Friedrich Georg Beckhaus).

Gleich beim ersten Routineeinsatz mit der Orion 7 (sechs Raumschiffe hat McLane schon zu Schrott geflogen, nach der zweiten Folge wird das achte fällig) stoßen sie auf eine bisher unbekannte exoterrestrische Rasse. Diese ist intelligenter als die Menschheit und gegen deren Strahlenwaffen immun, sieht wie glitzernde, glibbrige Silhouetten aus und hat die Vernichtung der Erde im Sinn. Sie nennen die Außerirdischen "Frogs", weil "Frösche" zu vertraut klingt, und haben es im weiteren Verlauf noch oft mit ihnen zu tun. Zum Glück behält McLane immer einen klaren Kopf und rettet die Erde ein ums andere Mal.

Die Terrestrischen Raumaufklärungsverbände T.R.A.V. und die Oberste Raumbehörde ORB sind dem Raumkreuzer übergeordnet, dort haben es McLane und Co. meist mit Bürokraten zu tun, die McLanes Alleingänge zwar insgeheim wegen ihrer Effektivität bewundern, nach außen aber die Einhaltung vielziffriger Paragrafen der Erhaltung der Welt überordnen. Die Anweisungen, denen sich McLane ja doch widersetzt, kommen von seinem direkten Vorgesetzten, T.R.A.V.-Chef General Winston Woodrov Wamsler (Benno Sterzenbach), dem undurchsichtigen Oberst Henryk Villa (Friedrich Joloff), dem ORB-Vorsitzenden Sir Arthur (Franz Schafheitlin), dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte Marschall Kublai-Krim (Hans Cossy) und dem hochnäsigen bürokratischen Ordonnanz-Leutnant Michael Spring-Brauner (Thomas Reiner). Lydia van Dyke (Charlotte Kerr) ist die Befehlshaberin der Schnellen Raumverbände, denen McLane bis zu seiner Strafversetzung angehörte. Für sie würde McLane durchs Feuer gehen - und tut es auch.

Ihre Freizeit verbringen die Raumfahrer im Starlight-Casino, einer Bar auf dem Meeresgrund mit einem großen Fenster, hinter dem merkwürdige, riesige Fische schwimmen. Dort tanzen die Menschen auf eine Weise, wie man in den 60er-Jahren dachte, dass Menschen im Jahr 3000 tanzen würden. Aus dem Meer startet die Orion auch zu jedem neuen Flug. In der letzten Folge ergreifen die Frogs Besitz von Villas Gehirn, der daraufhin von oberster Stelle die Machtübernahme auf der Erde vorbereitet. McLane durchschaut es als Einziger und rettet mal wieder die Welt, woraufhin seine Strafversetzung aufgehoben und er zum Oberst befördert wird, und er und Tamara knutschen endlich.

Orion-Erfinder Rolf Honold hatte die Schwarz-Weiß-Serie unter dem Pseudonym W. G. Larsen erfunden (das "und" zwischen beiden Namen im Vorspann war also ein Hohn), mehrere Mitarbeiter der Bavaria-Studios, die die Serie produzierten, steuerten unter dem gleichen Pseudonym Drehbücher bei. Die Titelmusik war von Peter Thomas. Die Produktionskosten waren die bis dahin höchsten für eine Serie, was nichts darin ändert, dass die Spezialeffekte heute extrem billig aussehen. Die Kulisse war aus gängigen Haushaltsgegenständen zusammengeschustert, Bügeleisen und Duschköpfe stellten technisches Navigationsgerät dar, und man musste nicht einmal genau hinsehen, um das zu erkennen. Dennoch war die Serie ein Vorreiter, der das Genre der Science-Fiction im Fernsehen populär machte. Raumschiff Enterprise war nur neun Tage vorher in den USA gestartet, und es dauerte noch sechs Jahre, bis die Serie nach Deutschland kam. Wegen der hohen Kosten wurde trotz des Erfolgs auf eine Fortsetzung verzichtet (die dann auch noch in Farbe gedreht worden wäre), obwohl Honold die Geschichten für sieben neue Folgen angeblich bereits fertig geschrieben hatte.

Nachdem die Serie jahrelang komplett vom Bildschirm verschwunden war, wurde sie Mitte der 80er-Jahre wiederbelebt, wenn auch nur in Wiederholungen. Zunächst liefen die alten Folgen als Kinovorstellungen, danach wurden regelmäßig alle Folgen auf verschiedenen Sendern wiederholt. 2002 kam eine überarbeitete Fassung als Spielfilm ins Kino. Dabei waren aus den sieben abgeschlossenen Folgen eine einigermaßen durchgehende Handlung geschnitten worden, deren Lücken von Elke Heidenreich als Nachrichtensprecherin der "Sternenschau" geschlossen wurden. In dieser Rolle schilderte sie Ereignisse, die damals schlicht nicht gedreht worden waren.

Raumpatrouille lief erfolgreich alle zwei Wochen am Samstagabend um 20.15 Uhr, jede Folge war eine Stunde lang. Die Serie ist komplett auf DVD erhältlich.

Inhaltsangabe: Das Fernsehlexikon,
Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

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Kommentare, Erinnerungen und Forum
  • Günter NeumannGünter Neumann(geb. 1953)schrieb am 18.10.2007:

    Rücksturz ins Kino
    Zuviel action! Knaller und Brüller ohne Pause hintereinander. Es fehlen die Ruhepunkte, um die Handlung wirken zu lassen. Damit ist der Film wirkungs- und wertlos.
    Anstatt den Film zu verstümmeln hätte man sich lieber an einer vorsichtigen Colorierung versuchen sollen

    antwortenantworten

  • AngieAngie(geb. 1962)schrieb am 04.08.2010:

    NEEEEEEEEEE - bloß keine Farbe "drauf geben" !
    Das würde das ganze Flair dieser wunderbaren Mini-Serie kaputt machen.

    antwortenantworten

  • AngieAngie(geb. 1962)schrieb am 04.08.2010:

    Gebe hier vollkommen Recht. "Rücksturz ..." war nicht gut. Hätte man sich sparen sollen.

    antwortenantworten

  • HRHR(geb. 1970)schrieb am 12.05.2007:

    Auch ich als Sci Fi Fan finde die Serie ist der absolute Kult, keine Frage.

    Ich finde es sehr schade das der Deutsche Filme Markt es nicht geschaft hat nach solchen Erfolgen wie Orion und später ja Moon 44, anzuknüpfen und mal eine Serie wieder ins leben zurufen, kann mir auch nicht vorstellen das es nicht genug Scripte gibt um Handlungen zu machen.
    Und die spezial Effects, sind wohl kein problem mehr wenn man die Filme von Bullig Herbig betrachtet die wohl unumstritten Hollywood reife sind, wenn man den vergleich braucht.
    Ich denke es fehlt einfach der Mut der deutschen Produzenten sowas zu machen weil die Standards natürlich jetzt sehr hoch liegen , im Vergleich zu BS Galactica und anderen der letzten jahre. Es wird den deutschsprachigen Zuschauern wohl nicht zugemutet auch mal was aus den eigenen Reihen zusehn.
    Und wenn mal wieder sowas kommt hoffe ich das wenigstens 2 staffeln gemacht werden, weil erfahrungsgemäß sind die erstens Folgen schwach bedeckt und gewinnt erst zu nehmend an Tiefe und Interesantheit (wenn es das Wort überhaupt gibt).

    Damals die Serie V- Die Besucher, war eine absolulte billig produktion in den USA, aber dennoch sehnswert.


    Also für dieses Jahr auf der Weihnachtswunschliste, ein herz für deutsche Produzenten die mal weniger Cobra 11 sehen wollen und mehr Sci-Fi im Programm.

    Gruss HR

    antwortenantworten

  • StevieStevie(geb. 1975)schrieb am 17.05.2006:

    Ich verstehe es einfach nicht. Was stimmt eigentlich nicht mit unseren Fernsehproduzenten?

    Die einzige richtige Sci - Fi - Serie, die je in Deutschland produziert wurde genießt noch Jahrzehnte nach ihrer Erstausstrahlung - absolut zu Recht und nicht nur wegen des Bügeleisens, sondern auch wegen der guten Geschichten - Kultstatus.
    Und in all den Jahren hat es nicht ein einziges Mal den Versuch einer Neuauflage oder einer ähnlichen Genreproduktion gegeben.
    Was ist los mit den Leuten? Sind die blind?? Oder einfach nur zu geizig für Spezialeffekte?? Ist es reine Dummheit?? Fehlt es einfach nur an der Phantasie?? Sogar die Briten mit ihren geringen Budgets produzieren Science - Fiction. Bei denen läuft Dr. Who seit 40 Jahren. (UND KEINER BESCHWERT SICH IM ÜBRIGEN ÜBER DIE BILLIGEN TRICKS)

    Warum spielen alle deutschen Serien in der Gegenwart? Wieso traut man uns nicht zu uns mit phantastischen Inhalten zu beschäftigen?
    Mann, ist das traurig!!!

    Aber wenigstens ist die Serie ein Beweis dafür, dass es vor langer Zeit mal so etwas wie Innovation auf unseren Bildschirmen gegeben hat. Andernfalls klänge das wie ein Märchen oder schlimmer noch - wie Science - Fiction.

    antwortenantworten

  • RexRex(geb. 1968)schrieb am 30.10.2009:

    Hallo Stevie

    Bedenke bitte: seit dem Ende des zweiten Weltkrieges wurden in Deutschland keine wirklich grossen Filme mehr produziert... nach dem Krieg mangelte es schlicht und einfach an Geld und an kompetenten Leuten (die meisten wanderten ja nach Amerika aus, wie z.B. Fritz Lang). In den 60er Jahren waren die Menschen in der BRD sehr kreativ und erschufen mit dem wenigen, was sie hatten, die fanatsievolle Serie Raumschiff Orion. Wenn man heutzutage ebenso die Leute wie in den 60en begeistern will, dann braucht es viele Effekte, moderne Kulissen, ein Star-Esmble an Darstellern etc. Daher wird es wohl so schnell keine derart grosse Produktion geben, wie Orion es war.

    antwortenantworten

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Abstimmungsdaten
Diese Serie haben bisher 1306 Fans auf ihrer Wunschliste.
Anteil männlicher/weiblicher Fans:   79.13%20.87%
Durchschnittsalter: 47,2 Jahre

Abstimmungsverlauf

Gesamtplatzierung
Platz:10. (10.)unverändert
Stimmen:8494  

Letzte Woche
Platz:296. (326.)Aufsteiger
Stimmen: 
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