von Ralf Döbele
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| "The Big C" |
Die Absicht eine Krebserkrankung in das Zentrum der Handlung einer ganzen Serie zu stellen ist zwar recht aufsehenerregend, im Endeffekt aber nicht mehr wirklich neu. "Emergency Room", "Six Feet Under" und gar "Sex and the City" zeigten auf eindrucksvolle Weise, wie die grauenvolle Diagnose das Leben einer Hauptfigur für immer verändern kann. Im Zuge dieser Storylines liefen Autoren und Schauspieler jener Serien oft zu unvergleichlicher Hochform auf. Die Fragen, denen sich Dr. Greene oder Samantha Jones konfrontiert sahen waren direkt aus dem Leben gegriffen: die Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit, das Hinterfragen der eigenen Lebensentscheidungen, des eigenen Alltags. Hat man wirklich so gelebt, wie man es wollte? Welche Träume gerieten in Vergessenheit, welche Opfer hat man gebracht? Wird es nicht endlich Zeit kompromisslos zu leben? Oder findet man mehr Stärke, als man es je für möglich gehalten hätte, in der Unterstützung durch den eigenen Partner, die Familie, seine Freunde? Erzählpotential für eine eigene Serie zu diesem Thema gibt es also im Überfluss. Dennoch vollbringt "The Big C" die unglaubliche Leistung, all jenes Potential in seiner ersten halben Stunde vollkommen zu verschwenden und unter exzentrischen Eskapaden zu begraben.
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| Laura Linney als Cathy Jamison |
Weder Paul noch Adam ahnen, dass Cathy todkrank ist. Auf ihrem Rücken wurde ein malignes Melanom im vierten Stadium entdeckt, ihr bleiben womöglich nur Monate. Der einzige, der über ihre Krebsdiagnose Bescheid weiß ist, bis jetzt, ihr junger Arzt Dr. Todd Miller (Reid Scott), den sie zweifellos attraktiv findet. Könnte sie in ihm die Portion Abenteuer finden, die sie bei Paul seit Jahren vergeblich sucht? Mit wem könnte sie sonst über ihre Ängste sprechen? Ihr Bruder Sean (John Benjamin Hickey) ist auch kein idealer Kandidat, hat er sich doch aus der Gesellschaft praktisch verabschiedet. Als Obdachloser setzt er auf die Spendenbereitschaft von Supermarkt-Kunden, beleidigt sie aber gleichzeitig lauthals. Nicht einmal eine Gratisportion im Schnellimbiss, finanziert durch seine Schwester nimmt er an.
Obwohl Cathy schließlich beginnt, sich gegen das selbstsüchtige Chaos um sie herum zu wehren, und es ihr dabei sogar gelingt ihren Sohn per vorgetäuschtem Selbstmord zum Showdown mit dem verstopften Klo zu zwingen, bleibt sie am Ende doch alleine auf ihrer Couch zurück. Sie gesteht ihre Ängste, ihre Sehnsüchte und Zweifel - dem verhassten Nachbarshund.
Fortsetzung

















