von Ralf Döbele
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| Boardwalk Empire |
Für HBO ist der Erfolg nicht nur erfreulich, sondern auch notwendig. Revolutionierte der Sender einst die Fernsehlandschaft mit den "Sopranos" oder "Sex and the City", so war es in den letzten Jahren ruhiger um ihn geworden. Zwar läuft "True Blood" inzwischen vor allem aufgrund des scheinbar nicht unterzukriegenden Vampir-Trends sehr gut, dennoch musste sich HBO in Sachen Trends und Popkultur-Buzz doch der Konkurrenz bei Showtime geschlagen geben, die oft die Schlagzeilen bestimmte. Inzwischen kennen und lieben Zuschauer weltweit "Dexter", "Weeds" und "Die Tudors". Doch wie sieht es mit "In Treatment", "Hung - Um Längen besser" oder "Treme" aus? HBO kann mit diesen Formaten zwar Kritiker meist überzeugen, doch Schlagzeilen machen sie kaum. Neuer Gesprächsstoff musste her und den bietet "Boardwalk Empire". Glücklicherweise ist das nicht alles, was die Serie des ehemaligen, bereits Emmy-gekürten "Sopranos"-Autoren Terence Winter zu offerieren hat. Mit Mark Wahlberg und Regie-Ikone Martin Scorsese als ausführende Produzenten wurden die Erwartungen im Vorfeld zusätzlich gesteigert. "Boardwalk Empire" wächst an dieser Herausforderung, entführt in eine Welt die einladend, abstoßend, faszinierend, brutal, fremd und doch vertraut ist. Damit steht die Saga in der Tradition der besten historischen Dramen der letzten Jahre und kann es mühelos mit ihnen aufnehmen.
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| Nucky Thompson (Steve Buscemi), das heimliche Oberhaupt von Atlantic City. |
Punkt Mitternacht senken die Partygäste ihre Häupter, lauschen dem Trauermarsch. Die Prohibition beginnt - mit dem Knallen der Sektkorken. Die Party fängt gerade erst an. Auch für Jimmy Darmody (Michael Pitt)? Der 22-jährige kommt frisch aus dem Krieg zurück, er gab sein Studium in Princeton auf, um seinem Land zu dienen. Vielleicht nicht die beste Entscheidung seines Lebens, schließlich leidet er noch immer unter den Eindrücken. Am Frühstückstisch versucht er seiner Frau Angela (Aleksa Palladino) klar zu machen, warum er nicht an die Universität zurückkehren will. Fortan soll er als Nuckys rechte Hand fungieren, will damit seine Frau und seinen Sohn versorgen. Keine schlechte Position, schließlich bekommt Nucky praktisch von allem, was in Atlantic City so läuft "ein Stück der Action" ab.
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| Jimmy Darmody (Michael Pitt) verfolgt seine eigenen Ziele. |
Da ist auch noch Margaret Schroeder (Kelly Macdonald), die Nucky um Arbeit für ihren gewalttätigen Ehemann bittet. Nucky, der es in puncto Bittsteller sicher mit jedem Paten aufnehmen kann, sieht etwas besonderes in ihr, hilft ihr mit ein wenig Geld aus. Als Margaret erneut von ihrem Mann krankenhausreif geschlagen wird, findet man ihn bald darauf bei den Fischen. Die offensichtliche Zuneigung zu Margaret wird nicht nur von Nuckys Geliebte Lucy (Paz de la Huerta) nicht gerne gesehen. Auch Agent Nelson Van Alden (Michael Shannon) nähert sich der Witwe mit seinen ganz eigenen Absichten. Van Alden ist Teil einer neu eingeschworenen Truppe föderaler Prohibitions-Agenten, deren Ziel es ist das Alkohol-Verbot um jeden Preis aufrecht zu erhalten und Nuckys Herrschaft über Atlantic City ins Wanken zu bringen.
Fortsetzung


















