von Michael Brandes
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| Happy Town |
Das ist die Kulisse einer neuen Serie, die vom US-Network ABC gezielt als "Twin Peaks"-Nachfolgerin beworben wurde. Ein gewagter Vergleich aus Marketinggründen, der trotz gewisser Parallelen weder "Happy Town" noch David Lynchs Klassiker gerecht wird. "Happy Town" ist eine humorvolle und intelligente Crime- und Mysteryserie, die Zeit und Raum benötigt für ihre vielen Figuren und falschen Fährten. Sie richtet sich an Freunde verspielter, kleiner Serien, die sich selbst nicht sehr ernst nehmen und immer ein wenig zu sehr neben der Spur liegen, um beim breiten Publikum punkten zu können. Auch die Anhänger von gewitzten, mit Sorgfalt konstruierten Gruselgeschichten, die auch den 50. Stephen-King-Roman noch verschlingen, werde ihre Freude an "Happy Town" haben.
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| Lauren German |
Doch schon in der zweiten Szene entsteht der Eindruck, sich plötzlich in der lieblichen Welt der "Gilmore Girls" wiederzufinden. Begleitet von einer fröhlichen Country-Melodie lernen wir Haplin kennen, stellvertretend mit den Augen einer hübschen, jungen Frau namens Henley (Lauren German). Sie ist neu in Haplin und möchte einen Kerzenshop eröffnen. Dass ihr Besuch einen anderen Hintergrund haben muss, lässt sich leicht erahnen. Die Pilotfolge wird es bald bestätigen. Henley wird von der Besitzerin der Pension, in der sie unterkommt, durch die Stadt geführt. Eine ganze Menge Leute gilt es dort kennenzulernen. In der Pension wohnen außer ihr noch vier fröhliche Witwen, die sich die Zeit mit Karten spielen vertreiben. Dazu noch Merritt Grieves (großartig: Sam Neill), ein seriös gekleideter, konservativ wirkender Herr, mit dem Henley schnell Freundschaft schließt. Merritt hat ausgerechnet in diesem verschlafenen Nest das "House of Usher" eröffnet, einen nostalgischen Souvenirshop für Cineasten. Kunden hat er nicht. Die zwielichtigsten Gestalten im Dorf sind, zumindest auf den ersten Blick, die Gebrüder Stiviletto: Lincoln, Ronald, Womper und Baby Boy Stiviletto - eine moderne Version der Dalton-Brüder.
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| Geoff Stults, Steven Weber |
Als einige Bewohner während des Jahrmarkts ein großes Erinnerungsbanner mit den überdimensionalen Bildern der sieben Verschwundenen quer über die Hauptstraße hängen wollen, kommt es zu Handgreiflichkeiten. Einen lautstarken Dialog leisten sich vor allem der grauhaarige Sheriff Griffin Conroy (M.C. Gainer) und John Haplin (Steven Weber), der wichtigste Mann im Ort. Eines der sieben Fotos auf dem Banner zeigt seine Tochter Addie, die zum Zeitpunkt ihres Verschwindens erst acht Jahre alt war. Die Auseinandersetzung wird unterbrochen, als Griffin über den in der Nacht zuvor begangenen Mord unterrichtet wird. Das Verbrechen ist also nach Haplin zurückgekehrt.
Fortsetzung


















