von Ralf Döbele
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| "Parenthood" |
Es ist pure Untertreibung zu behaupten, dass die neue NBC-Serie "Parenthood" mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, bevor sie nun endlich den Weg auf die amerikanischen Bildschirme fand. Kein anderes, neues Format hatte in der aktuellen Saison mit derartigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Negativ in die Schlagzeilen geriet "Parenthood" erstmals im Mai vergangenen Jahres, als während der Dreharbeiten zur Pilotfolge die NBC-Vizepräsidentin Nora O'Brian auf dem Set zusammenbrach und kurz darauf an den Folgen einer Gehirnblutung starb. Zwei Monate später wurde bei Hauptdarstellerin Maura Tierney ("Emergency Room") Brustkrebs diagnostiziert. Der Start von "Parenthood" wurde daraufhin von Herbst auf Winter verschoben um Tierney den nötigen Freiraum für die Behandlung zu geben. Doch letztendlich blieb der Schauspielerin doch nichts anderes übrig als aus der Serie auszusteigen.
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| Max Burkholder, Monica Potter, Peter Krause und Sarah Ramos (von links) |
Danach wurde auf Hochtouren nach Ersatz gesucht, wobei die Wahl schließlich auf
"Gilmore Girl" Lauren Graham fiel. Sämtliche Szenen mit Tierney aus der Pilotfolge wurden noch einmal neu gedreht und der Start von "Parenthood" auf März 2010 festgesetzt. Während der Olympischen Winterspiele, die NBC zu dringend benötigtem Aufwind bei den Quoten verhalfen, liefen die Werbetrailer für die neue Dramedy hoch und runter. Man wollte die Gunst der Stunde nutzen. Doch nach allen Schlagzeilen, nach der Neugier, der Vorfreude und vor allem, nachdem es gelungen war sowohl vor der Kamera, als auch hinter den Kulissen ein bemerkenswertes Aufgebot von Mitwirkenden zu versammeln, ist die Enttäuschung nach den ersten beiden Episoden umso größer. Unterm Strich hat "Parenthood" nicht viel mehr zu bieten als unausgegorene Storylines und Figuren, die den aktuellen Konkurrenz-Familien bei
"Modern Family",
"Cougar Town" und
"Brothers & Sisters" nicht einmal annähernd das Wasser reichen können.
"Parenthood" basiert auf dem Comedy-Klassiker "Eine Wahnsinnsfamilie" von Regisseur Ron Howard aus dem Jahr 1989. NBC versuchte bereits einmal den Film zur Serie zu adaptieren, doch
"... Eltern sein dagegen sehr" brachte es 1990 auf lediglich zwölf Episoden. In der neuen Fassung dreht sich "Parenthood" um die Familie Braverman, die inzwischen drei Generationen umfasst und in der kalifornischen Studentenstadt Berkeley lebt. Da hätten wir zunächst einmal die Eltern Zeek (Craig T. Nelson,
"The District") und Camille (Bonnie Bedelia), zwei Althippies, von denen man in den ersten beiden Episoden noch nicht viel erfährt. Lediglich, dass Zeek mit seiner Meinung über den Lebensstil seiner vier Kinder nicht hinterm Berg hält und Camille einen beruhigenden Einfluss auf ihn hat, wird klar.
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| Mae Whitman, Lauren Graham, Miles Heizer |
Der älteste Sohn der beiden ist Adam (Peter Krause,
"Six Feet Under"), der mit Kristina (Monica Potter,
"Boston Legal") verheiratet ist und zwei Kinder hat: die 15-jährige Haddie (Sarah Ramos) und den achtjährigen Max (Max Burkholder), der sich in letzter Zeit immer auffälliger verhält. Man bekommt ihn kaum je aus seinem Piratenkostüm heraus und in der Schule prügelt er sich mit anderen Jungs. Außerdem kann er zum großen Leidwesen seines Vaters dessen Lieblingssport Baseball zunächst überhaupt nichts abgewinnen. Schon bald verdichten sich die Hinweise, dass es einen Grund gibt für Max' immer extremer werdende Stimmungsschwankungen. Bei ihm wird das Asperger-Syndrom diagnostiziert, eine Form von Autismus. Vor allem Adam braucht Zeit zu erkennen, dass es sich dabei um keine einfache Erkrankung mit Heilmöglichkeit handelt, sondern dass dieses Problem seinen Sohn und auch ihn ein Leben lang begleiten wird.
Adams Schwester Sarah (Lauren Graham) muss sich währenddessen an den Gedanken gewöhnen nach 20 Jahren in Fresno wieder bei ihren Eltern einzuziehen. Da sie finanziell am Ende ist bleibt ihr nichts anderes übrig, als mit ihrer 16-jährigen Tochter Amber (Mae Whitman) und dem 15-jährigen Sohn Drew (Miles Heizer) wieder nach Berkeley zurück zu kehren. Sarah hat trotz großer, künstlerischer Begabung kaum Berufserfahrung. Sie hat sich jahrelang als Barkeeperin durchgeschlagen, und somit gerät die Suche nach einem lukrativeren Job zunächst zum größten Hindernis. Nicht viel einfacher ist es für sie der rebellischen Amber zu beweisen, dass sie tatsächlich als Mutter Verantwortung übernehmen kann und das Zeug dazu hat ihren Kindern ein besseres Leben zu bieten.
Crosby (Dax Shepard), das dritte Braverman-Kind, wird gerade von seiner langjährigen Freundin Katie unter Druck gesetzt doch endlich erwachsen zu werden und eine Familie zu gründen. Der Rocker und Musikproduzent kann sich noch nicht wirklich damit anfreunden, doch bald muss er feststellen, dass er bereits Vater ist! Seine Ex-Freundin Jasmine (Joy Bryant) stellt ihm seinen kleinen Sohn Jabbar vor. Schließlich ist da noch Julia (Erika Christensen), die jüngste Braverman-Tochter, die als Firmenanwältin eine Turbo-Karriere hingelegt hat. Ihr Ehemann Joel (Sam Jaeger) bleibt dafür zu Hause bei der fünfjährigen Tochter Sydney. Für Julia ist es nicht leicht zu akzeptieren, dass sich Sydney immer mehr ihrem Daddy zuwendet, also bemüht sie sich so viel Zeit wie möglich mit ihrer Tochter zu verbringen - mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg. Gleichzeitig hat sie eine ganze Bastion perfekter Super-Mütter in der Schule ihrer Tochter gegen sich, die weder Julias Karriereambitionen, noch ihr selbstbewusstes Auftreten gutheißen.
Fortsetzung