
Es gibt Männer, die singen ihren Hunden Liebeslieder. Tomte-Sänger Thees Uhlmann zum Beispiel widmete der innigen Freundschaft zu seinem Vierbeiner Goo die rührende Refrainzeile: "Endlich einmal etwas, das länger als vier Jahre hält". Frauen mögen kommen und gehen, Hunde aber bleiben für immer.
Auch der NDR-Fernsehfilm "Underdogs" von Jan Hinrik Drevs handelt von einer Herrchen-Hund-Beziehung: Mosk hat einen traurig-treuen Hundeblick, futtert gern Kraftnahrung und wird schnell aggressiv. Er ist in dieser Romanze auf den zweiten Blick aber nicht der Hund, sondern einer von sechs Gefängnisinsassen, die im Rahmen eines sozialen Projekts einen Welpen als Zellengenossen bekommen. Die Tiere sollen unter Anleitung eines Trainers (Hark Bohm) zu Blindenhunden ausgebildet werden. Der introvertierte Mosk (Thomas Sarbacher) ist nicht begeistert. Von Menschen hält er sich fern; vom kleinen Labrador, den er "Hund" tauft, erst recht. Wenn "Hund" nachts ins Bett kriechen will, schleudert er ihn in die Ecke.
Drevs schildert die folgende Annäherung gleichsam nachdenklich und humorvoll und vermeidet es, trotz mancher Konventionen und Kitsch-Attacken, in die übliche Knastklamotte abzudriften oder in einem Sozialmärchen zu enden. Der Knast bleibt hier letztlich ein ungeeigneter Ort, um emotionale Bindungen einzugehen oder das Leben nachzuholen, das man draußen nicht auf die Reihe gekriegt hat. Von den durchweg guten Schauspielern lohnt allein schon der phantastische Hark Bohm das Einschalten: Er begegnet den Tieren enorm sachlich und distanziert, wirkt dabei aber so, als hätte er sein ganzes Leben lang nichts anderes getan als Welpen zu streicheln.
arte zeigt "Underdogs" am Freitag, 21. August um 21.00 Uhr in Erstausstrahlung. Wiederholung am Samstag, 22. August um 15.45 Uhr.
Bild: NDR /Georges Pauly
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