Draußen bleiben

Fremd im eigenen Land

Fast ihr ganzes Leben hat die aus dem Kosovo stammende 16-jährige Valentina in Deutschland verbracht. Aber wenn sie mal auf Deutsche trifft, sind die beiden ersten Fragen immer gleich: "Woher kommst du?" und "Was machst du hier?" - Valentina fühlt sich als Münchenerin, ist aber doch nur geduldete Außenseiterin. Sozusagen fremd im eigenen Land. Die Aufenthaltsgenehmigung ihrer Familie wird stets nur für zwei bis drei Monate verlängert. Somit hat sie keine Chance, eine Zukunft aufzubauen, inklusive eigener Wohnung und Ausbildungsplatz.

"Draußen bleiben" porträtiert Valentina und ihre Mädchenclique aus München-Harras, allesamt Freundinnen unterschiedlichster ethnischer Herkunft. Zwischen Hilflosigkeit, Trotz und vorsichtigem Optimismus pendeln ihre Gedanken zur eigenen Lage. Von thematisch verwandten Dokus wie "Prinzessinnenbad", die der perspektivarmen Situation Jugendlicher ebenfalls mit Witz und Alltagskomik begegnen, unterscheidet sich "Draußen bleiben" durch die Ästhetik: Alexander Riedel gehört zu jenen Regisseuren, die bewusst die Grenzen zwischen Spielfilm und Dokumentation verwischen. Für ihn ergibt sich der Zugang zum Film durch die Fotographie. Er stellt seine Protagonistinnen in Räume, lässt sie dort agieren. Dabei gelingt ihm ein intimer Blick in die Lebenswelten der Jugendlichen. Er zeigt, dass auch ein winziges Zimmer in einem Asylbewerberheim, das kaum mehr Platz bietet als für einen Sessel und ein Fernsehgerät, als Heimat empfunden werden kann.

Bild: ZDF

Das ZDF zeigt "Draußen bleiben" in Erstausstrahlung in der Nacht von Montag (30.11.) auf Dienstag (1.12.) um 0.10 Uhr. Es ist der dritte Film der "Kleines Fernsehspiel"-Reihe "100% Leben".

22.11.2009 - Michael Brandes/wunschliste.de

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