
Familienresistente Menschen leiden alle Jahre wieder Qualen, wenn sie zur Weihnachtszeit mit der buckligen Verwandtschaft konfrontiert werden. So auch Jan (Heino Ferch), der sich auf ein überschaubares Fest gefreut hatte: Ein wenig Kleiderschrank-Sex mit Gattin Sara (Martina Gedeck) und danach besinnliche Bescherung mit den Patchwork-Kindern: Ein Sohn aus Jans erster Ehe, drei Töchter aus Saras früheren drei Vermählungen. Weil Sara aber ein Faible für ebenso unerquickliche wie unangekündigte Überraschungen hat, steht der verdutzte Jan an Heiligen Abend einer bizarren Gästeschar gegenüber: Sämtliche Kindeserzeuger, also frühere Ehepartner, mitsamt neuem Anhang stehen vor der Tür. Da sich alle gegenseitig hassen, wird gestichelt und gelästert. Erst heimlich, dann immer offenherziger. Und Sara hält noch einen zweiten Schock für Jan parat: Vor allen Gästen teilt sie ihm mit, sie bekäme ein Kind von ihm. Doch was bis auf Sara bald alle wissen: Jan hat sich heimlich operieren lassen und kann daher nicht der Vater sein ...
Von Vanessa Jopp, der Regisseurin von "Komm näher" und "Vergiss Amerika", wäre eigentlich mehr Tiefgang zu erwarten gewesen, denn ihr erstaunlich infantiler neuer Film zielt auf ein breites Publikum, das die leicht verdauliche Fernsehfilmkost der öffentlich-rechtlichen Sender gewöhnt ist. In diesem Kontext funktioniert die turbulente, von arte und dem WDR koproduzierte Komödie allerdings wirklich prächtig. Wer auf ein derartiges Ensemble zurückgreifen kann - darunter auch Meret Becker, Jasmin Tabatabai und Alexandra Neldel - muss sich um die Entertainment-Qualitäten seines Films ohnehin nicht sorgen.
arte zeigt "Meine schöne Bescherung" in Erstausstrahlung am 10. Dezember um 21.00 Uhr.
Bild: WDR
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