Nebeneinkünfte: Tom Buhrow gerät unter Druck

Ein Beitrag des NDR-Medienmagazins "Zapp" hat in der Presse für Nachhall gesorgt. Darin ging es um lukrative Nebentätigkeiten bekannter TV-Journalisten von ARD und ZDF und die Frage, ob deren Nebenjobs für Unternehmen und Verbände mit journalistischer Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit in Einklang zu bringen sind.

Namentlich genannt wurden beispielsweise Claus Kleber ("heute journal"), Tom Buhrow ("Tagesthemen") und Petra Gerster ("heute"). Sie lassen sich privat als Referenten und Moderatoren buchen. Dafür erhalten sie, so die Recherche des Magazins, Einzelgagen von bis zu 20.000 Euro pro Abend. Genannt wird auch die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl, die nebenbei auf Veranstaltungen von Banken und Unternehmen auftritt, deren Aktien an der Börse gehandelt werden. Oder Ralf Exel, der nicht nur im bayerischen Regionalfenster von Sat.1 die Nachrichten moderiert, sondern auch Wahlkampfveranstaltungen der CSU und dabei klar Position für die Partei bezieht. Beklagt wurde außerdem fehlende Transparenz: Über die Höhe ihrer Nebeneinkünfte müssen die Journalisten ihren Sendern gegenüber keine Auskunft erteilen.

Unter Druck geraten ist nun besonders Tom Buhrow, der unter anderem für einen geplanten halbstündigen Vortrag im Rahmen einer Veranstaltung der Deutschen Bank 20.000 Euro erhalten haben soll. "Nun es mag ja Journalisten geben, die abends eine Veranstaltung der Deutschen Bank moderieren und die am nächsten Tag in der Lage sind, ganz kritische Fragen an den Ackermann zu stellen", urteilt der Rechtswissenschaftler Prof. Ulrich Battis im "Zapp"-Beitrag. Die ARD habe Buhrow nach "Spiegel"-Informationen nun in einem Brief aufgefordert, künftig besser zu prüfen, ob Nebentätigkeiten dem Ansehen des Senders schaden könnten.

Marietta Slomka ("heute journal") hat auf den Bericht mit einer Offenlegung ihrer Nebeneinkünfte reagiert: "Bei der Auswahl der angebotenen Moderationen, politischen Gespräche und Veranstaltungen prüfe ich sehr sorgfältig und sage 99 Prozent ab", sagte sie der "Bild". Darunter sollen Angebote mit über 30.000 Euro Gage gewesen sein. Im Gegensatz zu anderen Kollegen habe sie auch keine Agentur mit der Vermarktung ihrer Person beauftragt. In dieser Woche werde sie beim "50. Henkell & Söhnlein Forum" in Wiesbaden FDP-Chef Guido Westerwelle interviewen. In diesem Fall werden "mein SOS-Patenkind in Guinea-Bisseau und die Arche in Berlin von dem Honorar in Höhe von 8.000 Euro profitieren".

"RTL aktuell"-Moderator Peter Kloeppel tritt seit Jahren prinzipiell auf keinen Veranstaltungen von Wirtschaftsunternehmen auf. "Wenn man dafür Geld bekommt, ist es einfach schwerer, die journalistische Distanz zu wahren", wird er von "Spiegel Online" zitiert.

22.06.2009 - Michael Brandes/wunschliste.de in Vermischtes
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  • schandmäulchenschandmäulchenschrieb am 28.06.2009, 11.29 Uhr: via tvforen.de

    wenn das alles so frei von jedem gschmäckle ist und die nebenjobbenden journalisten sich keiner schuld bewußt sind, warum haben dann diese aus zwangsgebühren fürstlich alimentierten herrschaften...
  • QuasselkasperQuasselkasperschrieb am 23.06.2009, 17.41 Uhr: via tvforen.de

    nimm tengelmann doch einfach nur als beispiel. wenn er in seiner freizeit in alters-und pflegeheime vorträge halten würde oder sich anderweitig sozial einsetzen würde könnte und würde man doch...
  • Paula TracyPaula Tracyschrieb am 23.06.2009, 11.11 Uhr: via tvforen.de

    Jens Riewa ist Nachrichtensprecher. Wenn er nebenbei noch Shows moderiert oder sich von mir aus Autos schenken läßt (keine Ahnung, ob das stimmt), wäre das vielleicht ein Grund, ihn nicht mehr...
  • CoolmanCoolmanschrieb am 23.06.2009, 10.46 Uhr: via tvforen.de

    Ich bin selber ein solcher "freischaffender". Das heißt aber nicht, daß ich jeden Schwachsinn annehme nur weil mir einer 20.000 Euro für 30 Minuten anbietet (was eh utopisch ist). Und wenn ich eine...
  • DagoDagoschrieb am 23.06.2009, 10.19 Uhr: via tvforen.de

    Ich halte und hielt Jens Riewa nie für einen seriösen Journalisten. Alleine die Eskapaden mit Dieter Bohlen und Konsorten (Lässt sich von Jaguar ein Auto "schenken") haben den doch in den Abgrund...
  • BUG.BUG.schrieb am 23.06.2009, 10.15 Uhr: via tvforen.de

    "bzw. seine Agentur, wenn man denn unbedingt eine haben muß" Was soll denn diese dämliche Spitze? Falls es hier jemand noch nicht weiß: Viele Beschäftigte im journalistischen Bereich, darunter...
  • BUG.BUG.schrieb am 23.06.2009, 10.05 Uhr: via tvforen.de

    "Doch, ich. Das wäre nämlich nun wirklich nicht mit der Seriösität, die ein Nachrichtensprecher ausstrahlen soll, vereinbar." Laß das am besten gleich Jens Riewa wissen: Deutsche Schlagerparade,...
  • heldderarbeitheldderarbeitschrieb am 23.06.2009, 08.42 Uhr: via tvforen.de

    Doch, ich. Das wäre nämlich nun wirklich nicht mit der Seriösität, die ein Nachrichtensprecher ausstrahlen soll, vereinbar.
  • CoolmanCoolmanschrieb am 23.06.2009, 07.29 Uhr: via tvforen.de

    Ich finde, jeder der irgendwie in der Öffentlichkeit steht sollte im eigenen Interesse prüfen (bzw. seine Agentur, wenn man denn unbedingt eine haben muß), was sich mit der Tätigkeit vereinbaren...
  • Frau_KruseFrau_Kruseschrieb am 22.06.2009, 23.37 Uhr: via tvforen.de

    Genau, liebe Susi Sorglos! Deshalb sollte man auch vom bisherigen System Abstand nehmen, nach welchem Politiker nach brav vollbrachter Arbeit Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte oder - mit noch...
  • Paula TracyPaula Tracyschrieb am 22.06.2009, 23.02 Uhr: via tvforen.de

    Na ja, man erwartet von einem Journalisten, gerade einem wie Tom Buhrow, nunmal eine gewisse politische Unabhängigkeit bzw. Neutralität. Würde er eine Show moderieren oder wie einst Werner Veigel...
  • Pete MorganPete Morganschrieb am 22.06.2009, 22.49 Uhr: via tvforen.de

    Wenn du Journalist wärst - würdest du dich bei tengelmann an die Kasse setzen, für 8 EUR brutto (oder so´), wenn du weißt, dass das erstens nicht leistungsgerecht ist und zweitens deinen...
  • QuasselkasperQuasselkasperschrieb am 22.06.2009, 21.53 Uhr: via tvforen.de

    die nation regt sich doch nicht auf. man wundert sich nur das diese leute nicht bei tengelmann an der kasse sitzen um ihr mageres gehalt aufzubessern sondern sich von unternehmen bezahlen zu lassen...
  • Pete MorganPete Morganschrieb am 22.06.2009, 21.11 Uhr: via tvforen.de

    Wenn die Nation nix zum Aufregen hat und die Presse nix zu schimpfen, dann wird halt sogar in den Bankauszügen von Kollegen und Nachrichtenleuten so lange gekramt, bis man Grund findet, schmutzige...
  • LaieLaieschrieb am 22.06.2009, 18.18 Uhr: via tvforen.de

    Die Bezahlung ist sicher nicht das Problem. Egal wie hoch die ist (s. Kleber) es geht immer noch viel, viel mehr. Journalismus galt mal als die vierte Macht im Staat. Jetzt wurde diese Position...
  • Frau_KruseFrau_Kruseschrieb am 22.06.2009, 18.09 Uhr: via tvforen.de

    Da hilft nur eine Vervierfachung der Rundfunkgebühren. Dann könnten bei ARD und ZDF auch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Natürlich, wie üblich, im Verwaltungsapparat, der katastrophal...
  • LaieLaieschrieb am 22.06.2009, 18.08 Uhr: via tvforen.de

    Ja - den Bericht habe ich mir gerade angesehen. Wegen der "Wirtschaftskrise" wurde die Veranstaltung abgesagt - bezahlt wurde dann aber für den nicht gehaltenen Vortrag. Den Teil mit dem schlecht...
  • QuasselkasperQuasselkasperschrieb am 22.06.2009, 18.01 Uhr: via tvforen.de

    ich hatte irgendwo letztens gelesen dass der vortrag geplant war aber nicht gehalten wurde. die agentur die buhrow vertritt bestand aber auf die zahlung der 20.000eur. ich hab nichts gegen die...
  • LaieLaieschrieb am 22.06.2009, 17.43 Uhr: via tvforen.de

    Ich verstehe den Satz nicht ganz ?! War der Vortrag nur geplant? Oder wurde er gehalten und die 20.000 EUR kassiert? Egal. Das sind ja nicht einmal 1.000 EUR pro Minute, mit denen ausschließlich...

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