
Es ist pure Untertreibung zu behaupten, dass die neue NBC-Serie "Parenthood" mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, bevor sie nun endlich den Weg auf die amerikanischen Bildschirme fand. Kein anderes, neues Format hatte in der aktuellen Saison mit derartigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Negativ in die Schlagzeilen geriet "Parenthood" erstmals im Mai vergangenen Jahres, als während der Dreharbeiten zur Pilotfolge die NBC-Vizepräsidentin Nora O'Brian auf dem Set zusammenbrach und kurz darauf an den Folgen einer Gehirnblutung starb. Zwei Monate später wurde bei Hauptdarstellerin Maura Tierney ("Emergency Room") Brustkrebs diagnostiziert. Der Start von "Parenthood" wurde daraufhin von Herbst auf Winter verschoben um Tierney den nötigen Freiraum für die Behandlung zu geben. Doch letztendlich blieb der Schauspielerin doch nichts anderes übrig als aus der Serie auszusteigen.
Danach wurde auf Hochtouren nach Ersatz gesucht, wobei die Wahl schließlich auf "Gilmore Girl" Lauren Graham fiel. Sämtliche Szenen mit Tierney aus der Pilotfolge wurden noch einmal neu gedreht und der Start von "Parenthood" auf März 2010 festgesetzt. Während der Olympischen Winterspiele, die NBC zu dringend benötigtem Aufwind bei den Quoten verhalfen, liefen die Werbetrailer für die neue Dramedy hoch und runter. Man wollte die Gunst der Stunde nutzen. Doch nach allen Schlagzeilen, nach der Neugier, der Vorfreude und vor allem, nachdem es gelungen war sowohl vor der Kamera, als auch hinter den Kulissen ein bemerkenswertes Aufgebot von Mitwirkenden zu versammeln, ist die Enttäuschung nach den ersten beiden Episoden umso größer. Unterm Strich hat "Parenthood" nicht viel mehr zu bieten als unausgegorene Storylines und Figuren, die den aktuellen Konkurrenz-Familien bei "Modern Family", "Cougar Town" und "Brothers & Sisters" nicht einmal annähernd das Wasser reichen können.
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