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Gold, Kitsch und Abgrund: "Metropolen des Pop: Wien" zeigt, warum die Popkultur in Österreichs Hauptstadt kompromisslos anders ist. Wien ist berühmt für Prunk, Paläste und klassische Hochkultur. Doch abseits davon hat sich dort eine Wiener Popkultur entwickelt, die von schwarzem Humor, Melancholie und bewusster Provokation lebt. Hinter Kaffeehausromantik und Kitsch öffnet sich ein Abgrund. Und genau dort findet die Stadt ihren unverwechselbaren Ton. Der Film zeichnet ein vielschichtiges Porträt der Popkultur in Wien und verbindet Musik, Kabarett und Film zu einer kulturhistorischen Erzählung. In der Wiener Popmusik wird Dialekt zum ästhetischen Statement und lokale Identität zur internationalen Marke. Von Georg Kreisler über Falco bis zu aktuellen Künstlerinnen und Künstlern wie Wanda, Voodoo Jürgens und Bilderbuch zeigt sich ein Popsound, der Tabus bricht, sich selbst ironisiert und gerade deshalb weltweit verstanden wird. Ein zentrales Kapitel widmet sich dem Wiener Kabarett, das als kulturelle Waffe des indirekten Angriffs entstand. Schwarzer Humor, Schmäh und doppelter Boden prägen eine Tradition, in der Kritik selten offen, dafür umso treffsicherer formuliert wird. Ob Helmut Qualtinger, Josef Hader oder eine neue Generation von Künstlern - das Lachen richtet sich oft gegen das Publikum selbst und macht Kabarett zu einer Form kollektiver Selbstbeobachtung. Auch der Wiener Film blickt konsequent hinter die glänzende Oberfläche der Stadt. Während Sissi-Filme das internationale Wien-Bild prägten, zeigen Arbeiten von Michael Haneke oder Robert Seidl die dunklen Seiten menschlicher Existenz. Zwischen Perfektion und schonungslosem Realismus erzählt ihr Kino von Schuld, Gewalt und Verdrängung - häufig ohne Hoffnung auf ein klassisches Happy End. So entsteht das Bild einer Kulturstadt, die ihre Widersprüche nicht kaschiert, sondern daraus ihre kreative Kraft zieht. Wiener Popkultur vereint Kitsch und Abgrund, Humor und Härte, Tradition und Gegenwart - und genau darin liegt ihre anhaltende Faszination weit über Österreich hinaus.
(3sat)
Länge: ca. 40 min.





