Lovis fährt von den Bergen nach Hause in die Heimat, eine Kleinstadt in Sachsen. Sie wird von einem Touristenpaar auf das Problem der starken rechtsextremen Szene in Sachsen angesprochen. Sofort verteidigt sie sich und ihre Heimat. Immer diese Vorurteile, als ob es in Sachsen nur Nazis gäbe. Als direkte Antwort darauf entdeckt sie eine rechte Schmiererei im Zug. Lovis fühlt sich bloßgestellt. Das Aussteigen an ihrer Haltestelle gestaltet sich zunehmend als klaustrophobe Flucht vor der zuvor verdrängten Realität, die sie nun einholt. Ferdinand Ehrhardt und Elias Weinberger visualisieren in ihrem Animationsfilm "Obervogelgesang", benannt nach einem kleinen Dorf in der Sächsischen Schweiz, wie es sich für junge Menschen anfühlt mit der politischen Realität in der Heimat konfrontiert zu sein. Wie geht man damit um, wenn man selbst ganz anders politisiert ist? Ignoranz, Flucht oder Konfrontation? Reduziert auf schwarzweiße Bilder und mit einem klaren Strich, geben Ferdinand Ehrhardt und Elias Weinberger ihre ganz eigene Antwort auf diese Frage. Der Film erhielt beim Filmfest Dresden 2021 die "Lobende Erwähnung" der Jury "voll politisch".
(MDR)
Länge: ca. 20 min.
Deutsche TV-Premiere: 10.11.2021 (MDR)
gezeigt bei: MDR Kurzfilmnacht (D, 2005)
gezeigt bei: unicato (D, 2006)
Cast & Crew
- Regie: Amelie Befeldt
- Drehbuch: Amelie Befeldt
- Produktion: Worklights Media, Peter Zorn
- Produktionsauftrag: MDR
- Musik: Marc Cherem
- Kamera: Amelie Befeldt
- Schnitt: Amelie Befeldt