Das Konzert der Wiener Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Tugan Sokhiev im Rahmen der Salzburger Festspiele verbindet zwei Werke, die Bewegung als zentrales musikalisches Prinzip zeigen - einmal als präzise gesetzten Impuls, einmal als weit ausgreifenden Klangstrom. Maurice Ravels Klavierkonzert in G-Dur, interpretiert von Lang Lang, lebt von rhythmischem Drive, jazzigen Anklängen und einer Eleganz zwischen Pariser Esprit und modernem Großstadtpuls. Aus dem ursprünglich als "Divertissement" gedachten Konzept entstand eine hochraffinierte Partitur: brillant instrumentiert, farbenreich und voller überraschender Kontraste, in denen Virtuosität und lyrische Ruhepunkte einander ablösen. Unmittelbar anschließend öffnet Claude Debussys "La Mer" den Raum. In sinfonischen Skizzen verdichten sich Wind, Wellen und Licht zu schillernden Orchesterfarben, die weniger Naturbeobachtung als Erinnerung und Imagination folgen - vom ersten Aufscheinen des Morgens bis zum Dialog von Wind und Wellen. So führt die Dramaturgie von Ravels klar konturierter Energie zu Debussys atmender, ständig sich wandelnder Klangfläche.
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