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Human Lost
(HUMAN LOST 人間失格 / Ningen shikkaku / 人間失格) J, 2019
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Filminfos
Prolog (はしがき , Hashigaki) Mit dem ersten Satz: „Ich habe drei Fotografien von ihm gesehen“ gibt der Erzähler sowohl die Gliederung als auch die Entwicklungsstufen der Handlung vor. Die erste Fotografie entstammt der Kindheit des Protagonisten. Sie zeigt ihn mit einem „hässlichen Grinsen“ oder „grimassenhaften Lächeln“, mit einem „nichtssagenden Gesicht“, das „Missfallen“ errege. Die zweite Fotografie, in der Schul- oder Studienzeit aufgenommen, zeigt den noch namenlosen Protagonisten mit einem subtileren und zugleich auch „papiernen Lächeln“, „raffiniert und täuschend zugleich“. Obwohl er attraktiv ist, wirkt sein Lächeln „unaufrichtig“. Die dritte und letzte Fotografie sei die „widerwärtigste“; sie zeigt ihn „ergraut und verwahrlost“ in einer Zimmerecke vor einer bröckelnden Wand sitzend. Das Lächeln ist vollständig geschwunden und das Gesicht so ausdruckslos geworden, dass es sich jeder Erinnerung daran entziehe. Die nachfolgend dargebotenen Hefte verstehen sich als Aufzeichnungen des Protagonisten, die aus den Lebensabschnitten stammen, denen auch die Fotografien zugeordnet sind. Der Leser wird hierüber vom Erzähler allerdings erst im Epilog informiert. Aufzeichnung – Heft 1 (第一の手記 ) Dazais Kindheitshaus und heutige Dazai-Osamu-Gedenkstätte. Der Protagonist der Erzählung, Yōzo Ōba, wird vorgestellt und beginnt seine Lebensgeschichte mit den Worten: „Ich habe ein schändliches Leben geführt.“ Yōzo gesteht sein Unvermögen, Menschen und ihre Emotionen zu verstehen. Ihm fehlt jedwede Fähigkeit zur Empathie mit seinen Mitmenschen, außerdem hat er Angst vor ihnen. Um seinen Mangel auszugleichen, lernt er schon in jungen Jahren, die Rolle des Narren zu spielen. Eines Sommers beispielsweise trägt Yōzo die roten Leggings seiner kleinen Schwester über den Armen, so dass es aussieht, als würde er einen Pullover über einem Kimono tragen. Durch seine Albernheiten wird er schnell bei den Kindern seines Alters beliebt und bringt seine ganze Familie zum Lachen. Bevor er eines Tages zu einer Geschäftsreise nach Tokio aufbricht, fragt Yōzos Vater seine Kinder nach Geschenkwünschen und notiert ihre Antworten in einem kleinen Notizbuch. Yōzo fällt jedoch nichts ein. Der Versuch von seinem Vater, ihn für eine Maske für den Löwentanz zu Neujahr zu begeistern, scheitert. Enttäuscht schließt Yōzos Vater sein Notizbuch, ohne etwas für ihn aufzuschreiben. Yōzo fürchtet, seinen Vater verärgert zu haben. In derselben Nacht schleicht er sich in die Stube seiner Eltern und notiert „LÖWENMASKE“ in das Notizbuch seines Vaters. Ein Mönch mit einer Löwenmaske Als der Vater ein paar Tage später zurückkehrt, belauscht Yōzo seine Eltern in der Küche. Sein Vater erzählt seiner Mutter amüsiert, wie er im Spielzeugladen in Gelächter ausbrach, weil er erst dort bemerkte, dass Yōzo „LÖWENMASKE“ in das Notizbuch geschrieben hatte. Yōzo glaubt die Gunst seines Vaters wiedergewonnen zu haben. Ein anderes Mal überredet Yōzo einen der Bediensteten der Familie, wahllos auf Klaviertasten zu schlagen, und fängt an, wild zu tanzen. Ein weiteres Mal bringt seine Clownerei die Familie zum Lachen. In der Schule ist Yōzo als intelligenter Junge bekannt. Obwohl er wegen seiner Kränklichkeit häufig den Unterricht verpasst, gehört er bei den Prüfungen am Ende des Schuljahres immer zu den Besten seiner Klasse. Dabei ist er kein aufmerksamer Schüler; er verbringt die Nachhilfestunden lieber damit, Cartoons zu zeichnen. Nachdem sein Lehrer ihn ermahnt, keine lustigen Geschichten im Unterricht mehr zu schreiben, trotzt Yōzo der Aufforderung, da er weiß, dass sie seinen Lehrern insgeheim gefallen. Er freut sich besonders, als sein Lehrer eine seiner Geschichten mit seinen Kollegen teilt. An einer Stelle seiner Erzählung vertraut Yōzo dem Leser fast beiläufig an, dass er als Kind von einem Diener und einer Dienerin sexuell missbraucht wurde. Er hat niemandem davon erzählt, nicht einmal seiner Mutter und seinem Vater. Yōzo glaubt, dass es zur menschlichen Sitte gehört, sich gegenseitig zu betrügen. Dieser Gedanke habe sich konkretisiert, als er miterlebte, wie die engsten Freunde seines Vaters über dessen Eröffnungsrede bei einer wichtigen politischen Versammlung lästerten. Als sie ihm hingegen gegenüberstanden, lobten sie ihn. Yōzo ist der Meinung, dass eine solche Täuschung für normale menschliche Beziehungen unerlässlich ist, glaubt aber nicht, sich daran beteiligen zu können. Das Kapitel schließt mit einer Aussage von Yōzo, die thematisch in das nächste Kapitel leitet: Weil es vor allem Frauen gewesen sind, die immer seine Einsamkeit gespürt haben, konnten diese ihn besonders leicht ausnutzen. Aufzeichnung – Heft 2 (第二の手記 ) Als Yōzo in die Oberschule kommt, zieht er zu seiner Tante, weil sich deren Haus in der Nähe des Schulgebäudes befindet. Bei seinen Mitschülern und Lehrern ist er wegen seiner offenen und lustigen Art beliebt; seine clownesken Streiche hat er perfektioniert. Dennoch fühlt er sich tief in seinem Inneren von allen anderen entfremdet. Einmal im Sportunterricht fällt Yōzo absichtlich vom Reck, um die anderen zum Lachen zu bringen. Während der Plan für die meisten Mitschüler aufgeht, wirft Yōzos Klassenkamerad Takeichi ihm vor, den Sturz vorgetäuscht zu haben. Die Tatsache, dass jemand seine aufgespielte Clownerie durchschaut hat, verunsichert Yōzo und er beschließt sich mit Takeichi zu befreunden, bevor dieser ihn enttarnt. Selbstporträt von Vincent van Gogh (1887) An einem regnerischen Tag bemerkt Yōzo, wie Takeichi nach dem Unterricht trübsinnig vor dem Schuleingang herumlungert. Er greift seine Hand und beide laufen durch den Regen zu Yōzos Haus. In Yōzos Zimmer angekommen, beklagt sich Takeichi über seine schmerzenden Ohren und Yōzo – nach wie vor erpicht, Takeichi zu seinem Freund zu machen – holt Watte und Alkohol, um die mit Eiter gefüllten Ohren zu reinigen. Als Yōzo Takeichis Kopf in seinem Schoß hält, denkt dieser darüber nach, dass sich im Laufe der Jahre wahrscheinlich viele Frauen in Yōzo verlieben werden. Eines Tages besucht Takeichi Yōzo in seinem Zimmer und trägt eine Reproduktion von Vincent van Goghs Selbstporträt mit sich, das er einen „Geist“ nennt. Vom Anblick des Gemäldes inspiriert, schwört Yōzo, dass auch er Bilder von „Geistern“ und anderen dämonischen Wesen malen wird. Er beginnt damit, Selbstporträts zu malen, auf denen sein inneres Unglück zum Ausdruck kommt. Obwohl er sie versteckt hält, damit niemand sein wahres Ich sehen kann, entscheidet er sich, die Bilder Takeichi zu zeigen. Dieser prophezeit, dass Yōzo eines Tages ein großer Maler werden wird. Im Haus seiner Tante stürmen Yōzos zwei weibliche Cousinen nach Belieben in sein Zimmer, um ihm lustige Geschichten zu erzählen. Einmal zwingen sie ihn, eine Brille zu tragen, und lachen darüber, dass er wie der amerikanische Komiker Harold Lloyd aussieht. Dies veranlasst Yōzo dazu, dessen Verhalten zu studieren, um seine Clownerie weiter zu perfektionieren. Anstatt sich auf die Schule zu konzentrieren, liest und schaut Yōzo in den folgenden Wochen alles, was er von und über Lloyd in die Hände bekommt. Dazai als Student, 1928, zwei Jahre vor seinem versuchten Doppelsuizid Nachdem Yōzo die Oberschule abgeschlossen hat, wird er nach Tokio geschickt, um seine Hochschul-Ausbildung zu absolvieren. Er wohnt für kurze Zeit in einem Studentenwohnheim in Tokio und zieht dann in das Stadthaus seines Vaters nach Ueno. Immer wenn sein Vater zuhause ist, besucht er normal die Schule. Dessen häufige Geschäftsreisen nutzt Yōzo aber aus und bleibt dem Unterricht fern, um seine Tage mit Malen und Lesen zu verbringen. In seiner Freizeit besucht er einen Kunstkurs bei einem Maler in Hongo. Dort lernt er Horiki Masao kennen und verabredet sich mit diesem in einem nahegelegenen Café. Nach und nach findet Yōzo Gefallen an Horiki, der ihm beibringt, wie man trinkt, raucht und die Gesellschaft von Prostituierten genießt. Obwohl Yōzo Prostituierte für „niedere Wesen“ hält, kann er nicht anders, als echte Bindungen zu ihnen aufzubauen. Nach einer Weile zelebriert er seinen Ruf als Frauenheld und immer mehr Frauen gestehen ihm ihre Zuneigung. Schließlich nimmt Horiki Yōzo zu einem geheimen Treffen der Kommunisten mit, wo Yōzo gegenüber den anderen Mitgliedern den dialektischen Materialismus von Karl Marx propagiert, obwohl er ihn insgeheim für unzureichend hält. Yōzo gewinnt an Beliebtheit bei seinen „Genossen“ und wird mit verschiedenen Botengängen betraut. Yōzos Vater verkauft sein Stadthaus und zwingt seinen Sohn damit, in eine Pension nach Hongo zu ziehen. Obwohl er ein stattliches Taschengeld erhält, ist Yōzo nicht an den Mangel an Essen, Trinken und anderen Ressourcen gewöhnt, die es im Stadthaus im Überfluss gab. Er verprasst sein Taschengeld in zwei bis drei Tagen durch exzessive Trink- und Sexexzesse und verbringt den Rest des Monats in Armut. Zu dieser Zeit wird Yōzo auch von seinen Verpflichtungen gegenüber der marxistischen Organisation und den Frauen in seinem Leben, die romantische Gefühle für ihn hegen, bedrängt. In einem Café in Ginza wird Yōzo von der Wirtin Tsuneko auf einen Cocktail eingeladen. Er verbringt die Nacht bei ihr und sie gesteht ihm unerwartet von der „tiefe[n] Unglücklichkeit“, mit der sie jeden Tag zu kämpfen hat. Nach einem Monat kehrt Yōzo mit Horiki in das Café in Ginza zurück, in der Hoffnung, dass Tsuneko dort sein wird, um ihnen Schnaps auszugeben. Dort ist er von Horiki angewidert, als dieser Tsuneko zunächst zu küssen versucht, um sich dann über ihr ärmliches Aussehen lustig zu machen. Horikis Taktlosigkeit erweckt Yōzos Sympathie für Tsuneko und die beiden verbringen erneut die Nacht miteinander. Erneut beklagt Tsuneko ihre Unglücklichkeit. Sie glaubt, Yōzos eigenes verstecktes Unglück erkannt zu haben , und schlägt ihm einen Selbstmordpakt vor, dem Yōzo bereitwillig zustimmt. In derselben Nacht springen die beiden bei Kamakura ins Meer. Während Yōzo überlebt, ertrinkt Tsuneko. Yōzos und Tsunekos Suizidversuch, der als romantischer Doppelsuizid (shinjū) aufgefasst wird, gelangt in die Nachrichten und erzürnt die Ōba-Familie. Er wird auf einem Polizeirevier festgehalten und über seine Beziehung zu Tsuneko verhört. Während der körperlichen Untersuchung überspielt Yōzo seinen Husten, um Sympathien zu gewinnen, doch der Staatsanwalt durchschaut sein Spiel – „als erster Mensch in [s]einem Leben“. Er lässt Yōzo frei und übergibt ihn an Shibuta – genannt Flunder –, ein Laufbursche seines Vaters und bestellter „Aufpasser“. Mit Hilfe von Yōzos Vater wird die Anklage zur „Suizidbeihilfe“ fallen gelassen. Aufzeichnung – Heft 3 – Teil 1 (第三の手記 ) Dazai in einer Bar, circa 1946. Etwa um diese Zeit entwickelte er selbst eine Alkoholabhängigkeit Wegen seines Suizidversuchs wird Yōzo von der Universität exmatrikuliert. Er zieht in das Haus seines „Aufpassers“ Flunder nach Ōkubo, wo er streng bewacht wird und das Haus nicht verlassen darf. Flunder erkundigt sich, was Yōzo in Zukunft zu tun gedenkt, und deutet an, dass seine Familie sich freuen würde, wenn er sein Studium wieder aufnimmt. Die Indirektheit verärgert Yōzo und verdunkelt ihm, dass die Rückkehr zur Universität die finanziell stabilste und unterstützteste Option wäre. Stattdessen bekräftigt er seinen Wunsch, Maler zu werden, was Flunder zum Lachen bringt. Am nächsten Morgen flieht Yōzo aus dem Anwesen und hinterlässt Flunder eine beruhigende Notiz, in der er ihm versichert, er würde nur Horiki besuchen, um mit diesem seine Zukunftsperspektiven zu besprechen. Obgleich zunächst nicht ernst gemeint, erkennt Yōzo, dass er niemanden mehr hat, auf den er sich verlassen kann, und besucht Horiki tatsächlich. Zu Yōzos Überraschung empfängt ihn Horiki genervt. Als der das Haus verlässt, steht eine Frau namens Shizuko vor der Tür. Sie arbeitet für eine Zeitschrift und ist gekommen, um die Auftragsarbeit für Horiki abzuholen. Die Witwe hörte Yōzos Verzweiflung, nirgendwo unterkommen zu können, und bietet ihm an, bei ihr und ihrer Tochter Shigeko zu wohnen. Er nimmt das Angebot an und bittet Shizuko um Arbeit als Künstler. Im Glauben, er würde scherzen, bietet sie ihm stattdessen eine Beschäftigung als Cartoonist für ihre Kinderzeitschrift an. Der Job langweilt Yōzo intellektuell; dafür verdient er genug Geld, um wieder mit dem Rauchen und Trinken anzufangen. Während Yōzos Depression immer schlimmer wird, findet er Trost bei seiner Stieftochter Shigeko, die ihn inzwischen „Papa“ nennt. Als Shigeko ihn eines Tages fragt, ob Gott Gebete erhört, bejaht er dies; aber nicht für Menschen wie ihn. Er dreht sich um und fragt Shigeko, was sie sich von Gott wünscht, und wird von ihrer Antwort, sie wolle ihren richtigen Vater zurückhaben, zurückgeworfen. Die eigentlich unschuldige Antwort verletzt Yōzo und er beginnt sich auch von Shigeko emotional zurückzuziehen, die er nun für genauso gefährlich hält wie jeden anderen Menschen. Horiki beginnt Yōzo wieder regelmäßig zu besuchen, verunglimpft seine künstlerische Tätigkeit und warnt ihn vor seinen Frauengeschichten. Derweil wird Yōzo zunehmend paranoider: Er beginnt die Gesellschaft als Instanz zu betrachten, die ihn verfolgt; emotional weiter entfremdet wird er immer „eigenwilliger“. Auch das Zusammenleben mit Shizuko beginnt unangenehm zu werden. Sobald sie von der Arbeit nach Hause kommt, verlässt Yōzo das Gebäude, um zu trinken. Spät nachts, wenn er betrunken zurückkehrt, neckt er sie und gibt ihr die Schuld daran, seine „Jugend“ verloren zu haben. Um seine zunehmende Trunksucht zu finanzieren, verkauft er einige von Shizukos Kleidern in einem Pfandhaus. Er verbringt zwei Nächte weg von zu Hause, bevor er ausnüchtert und mit Reue zurückkehrt. Beim leisen Herumschleichen im Haus sieht er, wie Shizuko und Shigeko in einem Zimmer einen privaten, zärtlichen Moment teilen. Er realisiert, was er den beiden angetan hat, geht leise aus dem Haus und kehrt nie wieder zurück. Auf der Suche nach einem neuen Wohnort lässt sich Yōzo in einer Bar in Kyōbashi nieder, nachdem ihm die Puffmutter ein Zimmer angeboten hat. Er lebt seinen amoralischen Alltag, ohne bestraft oder geächtet zu werden, was seinen aufkeimenden Verdacht bestätigt, dass seine Angst vor sozialer Verfolgung unbegründet war. Seine Angst vor anderen Menschen ist jedoch weiter präsent und er muss trinken, bevor er ihnen gegenübertritt. Es vergeht fast ein Jahr und Yōzo beginnt bald, Karikaturen für pornografische Zeitschriften zu zeichnen. In einem Zigarettenladen lernt Yōzo die „schöne, unschuldige Frau“ Yoshiko kennen, deren jugendlicher Leichtsinn, Jungfräulichkeit und vertrauensvolle Art ihn anziehen. Yoshiko bittet Yōzo, mit dem Trinken aufzuhören, da es ihn zerstöre. Als er eines Nachts in einen offenen Straßenablauf fällt und nur knapp von Yoshiko gerettet wird, schwört er dem Trinken ab, bricht seinen Schwur aber bereits am Folgetag. Beschämt gesteht er Yoshiko, sein Versprechen gebrochen zu haben, aber sie glaubt ihm nicht. Yoshikos liebevolle Naivität erwärmt Yōzos Herz und er beschließt, sie zu heiraten. Aufzeichnung – Heft 3 – Teil 2 (第三の手記 ) Karikatur von Raskolnikow und Marmeladow aus Dostojewskis Roman Verbrechen und Strafe Für seine Frau Yoshiko bleibt Yōzo für kurze Zeit trocken. Horikis Besuche bewirken aber, dass er schnell wieder rückfällig wird. Eines Abends spielen sie ein von Yōzo erfundenes Spiel, bei dem sie erraten müssen, ob ein bestimmtes Substantiv „komisch“ oder „tragisch“ ist. Horiki bezeichnet „Leben und Tod“ als komisch und „Karikaturisten“ als tragisch – ein klarer Affront an Yōzo. Dieser geht derweil zu einem anderen Spiel über, bei dem es darum geht, Antonyme zu erraten – hier stichelt er gegen Horiki zurück, indem er behauptet, dieser sei das Gegenteil von „Scham“. Beleidigt erwidert Horiki, zumindest sei er im Gegensatz zu Yōzo nie wie ein gewöhnlicher Verbrecher gefesselt gewesen. Der Kommentar verletzt Yōzo und er gelangt zu einer weiteren Realisation: Horiki betrachtet ihn nicht wie einen „echten Menschen“, sondern vielmehr als die „lebende Leiche“ eines „Möchtegernsuizidenten“, der ohne Rücksicht auf Verluste ausgenutzt wird, um sich zu amüsieren. Gleichzeitig könne er ihm diese Ansicht nicht verübeln, da er seit seiner Kindheit nicht die Kriterien erfüllte, um zu den Menschen dazuzugehören. Yōzo fragt weiter, was das Gegenteil von Verbrechen sei, und weist Horikis Antwort „das Gesetz“ unbeeindruckt zurück. Horiki fährt fort, dass es dann wohl Gott oder die Tugend sein müsse. Er beklagt sich darüber, hungrig zu sein, und geht nach unten in die Küche, während Yōzo nachdenkt. Der Titel von Fjodor Dostojewskis Roman Verbrechen und Strafe kommt ihm in den Sinn und er denkt über die Beziehung zwischen den beiden Begriffen nach. Seine Gedanken werden durch Horikis unerwartet schnelle Rückkehr unterbrochen; weil er auch kein Essen in der Hand trägt, fragt Yōzo nach dem Problem. Horiki zeigt auf das Fenster zu einem unteren Raum, um Yōzo zu zeigen, wie ein „Verbrechen“ aussieht, und beide beobachten, wie Yoshiko von einem gemeinsamen Bekannten vergewaltigt wird. Yōzo gerät durch den Anblick dieser grausamen Szene in Angststarre, ihm wird übel und er murmelt nur vor sich hin, das sei eben so bei den Menschen. Horiki kündigt an, nicht mehr zurückzukommen, und verlässt das Haus. Yōzo schenkt sich ein Glas Gin ein und fängt an zu weinen. Der Übergriff hinterlässt bei Yoshiko ein tiefes Trauma, macht sie steif und ängstlich. Anstatt mit ihr zu sympathisieren, lassen diese Veränderungen in Yōzo Zweifel und Groll aufkeimen; er entfremdet sich allmählich von ihr. Eines Nachts beschließt Yōzo seinem Leben ein Ende zu setzen und schluckt eine ganze Schachtel Schlaftabletten. Der Suizidversuch schlägt ein weiteres Mal fehl und Yōzo wacht in Anwesenheit von Flunder und der Puffmutter in einem Krankenhaus auf, wo er hysterisch herumschreit, er wolle weg von Yoshiko, weg von allen Frauen. Flunder überlässt Yōzo etwas Geld und dieser wird entlassen. Yōzo beginnt Blut zu husten und geht in eine Apotheke; dort erhält er eine Reihe von Medikamenten, darunter auch eine Schachtel mit Morphium. Das Morphium gibt ihm ein gutes Gefühl und im Laufe der Tage braucht er immer mehr Injektionen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Schon bald kann er nur noch unter Morphiumeinfluss arbeiten. Da er regelmäßig in der Apotheke um weitere Dosen bettelt, häufen sich seine Schulden an. Als der Würgegriff der Sucht und des finanziellen Ruins immer enger wird, realisiert Yōzo seine Ausweglosigkeit und schreibt einen Brief an seinen Vater, in dem er ihm die Einzelheiten seiner Sucht und seiner finanziellen Situation offenbart. Doch selbst nach mehreren Monaten erhält er keine Antwort. Er beschließt ein weiteres Mal, Suizid zu begehen, indem er sich 10 Dosen Morphium spritzt und sich in einen Fluss wirft, doch bevor er seinen Plan umsetzen kann, kommt Flunder zu Besuch, um Yōzo in eine „psychiatrische Anstalt ohne Frauen“ zu bringen. Für Yōzo ist die Einweisung in die „Irrenanstalt“ der letzte Schritt seiner Metamorphose in ein „nicht-menschliches Wesen“. Nach einigen Monaten wird er aus der Anstalt entlassen. Er erfährt vom Tod seines Vaters und glaubt, nun vollständig ausgehöhlt worden zu sein – selbst die Fähigkeit zu leiden in Gestalt seines erdrückenden, strengen Vaters sei ihm genommen worden. Yōzos Bruder holt ihn ab und bietet ihm an, für ihn ein Haus zu kaufen, solange sich dieser bereit erklärt, zur Erholung aufs Land zu ziehen – Yōzo stimmt zu. Sein Bruder überredet eine alte Frau, als Yōzos (Kümmerin) zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass er sich nichts antut. Als Yōzo die alte Frau eines Tages bittet, Schlaftabletten zu kaufen, kauft sie ihm stattdessen eine Schachtel mit Abführmitteln. Yōzo bemerkt dies erst, als er Durchfall bekommt, doch anstatt sich zu ärgern, lacht er nur und kommt zu dem Schluss, dass „abweisen“ ein tragisches Substantiv sein muss. Er denkt über die Vergänglichkeit der Dinge nach und bemerkt: „Jetzt bin ich weder glücklich noch unglücklich. Alles vergeht.“ Epilog (あとがき , Atogaki) Der Epilog wird von der gleichen namenlosen Figur erzählt, die im Prolog die Fotos von Yōzo beschrieben hat. Der Erzähler erklärt, er sei ein Schriftsteller und zur Inspirationssuche auf eine Reise gegangen. Dabei habe er eine alte Bekannte getroffen – die Puffmutter der Bar in Kyōbashi, mit der er schon vor dem Krieg kurzweiligen Kontakt pflegte. Obwohl der Erzähler ihn nie gekannt hatte, gab ihm die Dame Notizbücher und Fotos, die Yōzo ihr zugeschickt hatte, mit den Worten: „Hier, vielleicht taugt es als Stoff für eine Erzählung oder einen Roman.“ Am nächsten Tag fragt der Erzähler, ob Yōzos Notizbücher die Puffmutter zum Weinen gebracht haben. Sie verneint es, weil Menschen wie Yōzo nutzlos seien. Trotzdem glaube sie, dass dieser im tiefen Inneren „ein guter Junge“ war.
(Dieser Text basiert auf dem Artikel Human Lost aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.)
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- Originalsprecher: Mamoru Miyano, Haruka Chisuga, Jun Fukuyama, Kana Hanazawa, Miyuki Sawashiro, Rikiya Koyama, Takahiro Sakurai, Shigeru Chiba
- Regie: Fuminori Kizaki, Genjirō Arato, Hiroshi Ootake
- Drehbuch: Tow Ubukata, Yoshio Urasawa, Suzuki Munya
- Produktion: Fumio Inoue, Toshiaki Obata, Kento Yoshida
- Musik: Nobuyuki Nakajima, Yûgo Kanno
- Kamera: Akira Hirabayashi, Takeshi Hamada
- Schnitt: Yoshiyuki Okuhara
Daten
Länge: ca. 109 min.
| Deutscher Kinostart | Di, 26.11.2019 |
| Original-Kinostart | Fr, 29.11.2019 (J) |
| Originalsprache: | Japanisch |
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