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22

Magie der Moore

D, 2015

HR/BR/Nautilusfilm
  • 22 Fans jüngerälter
  • Wertung0 3311noch keine Wertungeigene Wertung: -

Filminfos

Deutsche Erstausstrahlung: 05.04.2016 (Family TV)
Wer hätte gedacht, dass Kreuzottern mit der gleichen Anmut tanzen wie die Kobra eines indischen Schlangenbeschwörers? Dass Moore die Heimat fleischfressender Pflanzen sind, die mit leuchtend roten und klebrigen Tentakeln ihre hilflosen Opfer fest halten? Wer weiß schon, dass diese Landschaften aus einem verfilzten Netzwerk ewig wachsender Moossprosse bestehen und dass diese zierlichen Moospflanzen in ihren Sporenkapseln den Druck eines LKW-Reifens aufbauen können, bevor sie krachend explodieren? Als Heimat großer und kleiner Tiere bieten Moore eine schier unfassbare Vielfalt an Lebensformen Nicht Wasser, nicht Land, nicht See und nicht Wald: Sie befinden sich an den Schnittstellen verschiedener Existenzformen, die im Kreislauf der Tages- und Jahreszeiten ein faszinierendes Eigenleben entwickelt haben In der Nacht sind die Moore das Reich der Fallensteller und Jäger, ein vibrierendes Labyrinth, in dem man zu versinken droht: Ein Fehltritt kann das Ende bedeuten. Am Tag, wenn sich die Nebelschwaden des frühen Morgens gelichtet haben, leuchtet der Teppich aus Wollgras, durchstreifen Reptilien, Insekten und vereinzelte Großtiere die Moore, und so manches Geheimnis tritt zu Tage: Dass der Moosfilz manch schauriges Geheimnis birgt, wie etwa den Leichnam des 2.000 Jahre alten Tollund-Mannes, dessen Antlitz heute noch so lebendig wirkt, als würde er nur schlafen Konserviert ist er im Torf, dessen Schichten kontinuierlich wachsen und als riesige CO2Speicher agieren. In ihnen sammelt sich das Regenwasser, es entstehen Teiche, Tümpel und andere Gewässer. In Mitten der Moore trifft man auf Birkhühner und Doppelschnepfen, die sich im Morgengrauen zur Balz versammeln. Wir erleben sie als flatternde Kavaliere, die in der frostigen Manege des Winters ihr Balzritual inszenieren. Ganz anders das Bild der abgestreiften Häute, die die Kreuzottern zurücklassen Mit erhobenen Körpern kämpfen die Schlangen gegeneinander, ein faszinierender Tanz Im Frühjahr wird das Regenmoor von einem Meer eigentümlicher Pflanzen besiedelt, darunter das Dungmoos mit seinen gelben Schirmchen und der fleischfressende Sonnentau.
Mit über hundert klebrigen Tentakeln auf jedem Blatt wird er zur tödlichen Falle ahnungsloser Insekten und Schmetterlinge wie dem Federgeistchen Stärker zur Wehr setzen kann sich der Bär, kein typisches Moortier, aber er nutzt die Abgeschiedenheit des Moores für seine Beutezüge. Im Sommer, wenn sich das Moor aufheizt, verkriechen sich sogar die Schlangen in feuchtere Abschnitte Das Wasser steht immer hoch, im Winter jedoch höher als im Sommer bis knapp unter der Oberfläche und bietet wenig Raum für Mikroorganismen Durch den hohen Wasserstand und den Säuregehalt im Moorboden werden Pflanzenreste langsamer abgebaut als nachwachsen So erschafft sich das Moor fortlaufend selbst. Ständig droht das Wasser das Land zu verschlingen Heerscharen von Kleinstlebewesen wie die Moorameisen und die Moosbeere, die wie so viele Arten Relikte aus der Eiszeit sind, passen sich den Bedingungen an.
(arte)
Auf dem Darßer Naturfilmfestival 2016 in Mecklenburg-Vorpommern wurde "Magie der Moore", eine Koproduktion des Bayerischen Rundfunks mit ARTE, mit dem Hauptpreis, dem Deutschen Naturfilmpreis in der Kategorie "Wildnis Natur" bedacht. Minister Dr. Till Backhaus übergab den Preis an den Filmemacher Jan Haft. Zusätzlich wählte das Publikum den Film zum besten Film des Festivals. Auf dem internationalen Naturfilmfestival Wildscreen in Bristol/ UK wurden am 13. Oktober die Naturfilm "Oscars" vergeben. "Magie der Moore" war nominiert in Konkurrenz mit englischsprachigen Top-Produktionen wie der BBC-Flaggship-Reihe "The Hunt" (Koproduktionspartner NDR/ doclights/ WDR und BR). "Magie der Moore" wurde als der Film mit dem besten Sound ausgezeichnet.
(BR Fernsehen)

Magie der Moore Streams

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