Ein zärtlicher Blick. Eine leidenschaftliche Umarmung. Ein feuriger Kuss. Eine blonde Dame in den Armen ihres Liebhabers. Der deutsche Meister der Erotik ist am Werk: Oswalt Kolle. Mit 80 Jahren praktiziert der erfolgreiche Journalist immer noch öffentlich voller Verve, was er der Nation seit vielen Jahrzehnten beizubringen versucht: das Wunder der Liebe. Mit seiner Lebensgefährtin wohnt er in Amsterdam, und nach eigenem Bekunden gibt ihm diese Beziehung hormonell so viel, dass er über "Sex im Alter" weitläufig publiziert. "Sex für alle" ist das Thema seines Lebens. Es machte ihn als Buchautor und als Filmproduzent erfolgreich und berühmt. In den 60er und 70er Jahren begann er seine Arbeit zur Befreiung der Deutschen von verkrampfter Erotik - und er hat dieses Land verändert. Die sexuelle Aufklärung war sein Ziel, und er wurde ihr Bannerträger. Als ein Che Guevara der deutschen Schlafzimmer kämpfte er für die erotische Erlösung der Frau. Der von dumpfen Trieben geleitete Mann möge die Sinnlichkeit des Weibes zärtlich und sanft wecken, um so zu einer vollendeten und harmonischen Geschlechtsgemeinschaft zu finden. Dabei sprach er viele Dinge erstmals aus, die bis dahin als höchst unanständig und peinlich galten, und wurde deshalb angefeindet und bekämpft. Die Erfindung der Antibabypille, die Frauenrechtsbewegung um Alice Schwarzer, der Sex-Report des amerikanischen Sexualforschers Kinsey - auch dies machte zu dieser Zeit Schlagzeilen, und Moralisten sahen aufgrund des Verfalls der Sitten das Ende der Welt gekommen. Das ist lange her. Doch Oswalt Kolle ist mit seinen 80 Jahren kein Erotomane im Ruhestand. In Vorträgen, Talkshows und Büchern beteiligt er sich kämpferisch an der Diskussion um Sex im Alter, um Homosexualität und neuerdings um Sterbehilfe. Was ist nach mehr als vierzig Jahren von seinen Theorien geblieben? Sind die Deutschen würdige Schüler dieses erotischen Lehrmeisters geworden? Sind seine Bücher und Filme verstaubt und langweilig? Wohin ist die Sex-Welle geschwappt, die Oswalt Kolle ausgelöst hat? Gibt es endlich Sex für alle? Ein Kamerateam der ARD hat Oswalt Kolle alles fragen dürfen, was man schon immer über ihn wissen wollte. Er hat geantwortet. Freunde, Wegbegleiter, Zeitzeugen und Sachkundige geben ebenfalls Auskunft über das von Kolle mitgeprägte erotische Profil der Republik und den IST-Zustand im deutschen Liebesleben: die Erotik-Journalistin Erika Berger, der ehemalige BILD-Chefredakteur Günter Prinz, die Schauspielerin Ingrid Steeger, die Sex-Beraterin Margit Tetz (Bravo Dr.-Sommer-Team) und der Sexualforscher Professor Jakob Pastötter.
(ARD)
Daten
Länge: ca. 45 min.
| Deutsche TV-Premiere | Mo, 10.11.2008 (Das Erste) |
| Originalsprache: | Deutsch |
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