Populäre Jugendsendung aus der Alabama-Halle in München mit Diskussionen und Popmusik.
Die Diskussionen drehten sich um brisante Themen wie Drogen, Arbeitslosigkeit, Tschernobyl und Rechtsradikalismus und sorgten bei bayerischen Politikern für gespitzte Ohren und Proteste; der Konzertteil am Ende bot vielen unbekannten Bands die Möglichkeit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Darüber hinaus galt die Sendung als Talentschmiede für Nachwuchsmoderatoren. Immer zwei moderierten zusammen. Zum Team der ersten Stunde gehörten Amelie Fried und Werner Schmidbauer, weitere Moderatoren, die später bekannt wurden, waren Giovanni di Lorenzo, Günther Jauch, Sandra Maischberger, Sabine Noethen und Georg Holzach.
Für eine Ausgabe zum Thema Aids erhielt das Team 1986 den Adolf-Grimme-Preis. Die geplante Diskussion über Neofaschismus unter dem Titel "Der Tote von Spandau mobilisiert die Szene" nach dem Tod von Rudolf Heß musste 1987 ausfallen, weil der empörte Alabama-Halle-Besitzer Wilfried Albrecht die Halle zugesperrt hatte. Im selben Jahr zog die Band "Die Ärzte" über Uwe Barschel her, den gerade verstorbenen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, was Zuschauerproteste auslöste und eine Entschuldigung des BR folgen ließ. Der vom BR verhängte "Ärzte"-Boykott wurde später wieder aufgehoben.
Im Lauf der Jahre wurde die Sendung vorsichtiger und braver. Die Moderatorin Michaela Haas, die 1996 ausschied, beklagte öffentlich, die Redaktion sei zu feige geworden. Man könne "doch nicht jedes Mal den Chefredakteur anrufen, wenn jemand in die Sendung eingeladen werden soll, der links von der CDU/CSU ist". Ende 1997 wurde die Reihe eingestellt. Vorher machte sie noch zwei Namenswechsel durch, einhergehend mit dem Umzug zu neuen Veranstaltungsorten: Erst wurde sie zu Live aus dem Nachtwerk, dann zu Live aus dem Schlachthof.