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Zunehmend entsteht Verdruss bei den Bürgern, Wut auf politische Entscheidungen und auf "die da oben". Viele Menschen fühlen sich abgehängt, nicht beachtet und an den Rand gedrängt. Als Konsequenz gehen immer mehr Bürger auf die Straße - seien es Jugendliche, die leidenschaftlich für Klimaschutz protestieren, oder rechte Gruppierungen, die ihren Unmut gegen die Flüchtlingspolitik zum Ausdruck bringen. Teilweise auch radikal. Was bedeutet das für das Miteinander? Ist die Würde des Menschen wirklich unantastbar hierzulande? Wo wird gegen Würde verstoßen? Wie steht es um Gerechtigkeit und Chancengleichheit? Und wohin steuert die Gesellschaft? Über diese und weitere Fragen spricht Michael Steinbrecher in diesem Spezial mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Zudem bringt die Abiturientin Sarah-Lee Heinrich die Sicht der jüngeren Generation in die Sendung ein. "Von Würde, Wut und Toleranz", das ist das bei Michael Steinbrecher in "Nachtcafé - Das Interview". Fünf Jahre lang war Joachim Gauck Bundespräsident. Während seiner Amtszeit schätzten ihn viele als ruhenden Pol - doch nicht alle; und so spürte Joachim Gauck am eigenen Leib, wie sich das gesellschaftliche Klima veränderte und der Ton der Auseinandersetzung schärfer wurde. Grund genug für ihn, sich noch immer mit drängenden Fragen zu beschäftigen: Woher kommt diese Wut? Und welche Herausforderung stellt das für die Toleranz eines jeden einzelnen dar? Wie sich das gesellschaftliche Klima verändert, das beobachtet auch Sarah-Lee Heinrich. Die 18-jährige Abiturientin weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, schwierige Startbedingungen zu haben, denn sie wuchs bei ihrer alleinerziehenden Mutter mit Hartz IV auf. Die Erfahrung von Armut, Ungerechtigkeit und auch Rassismus ließ sie jedoch nicht resignieren, sondern wurde zum Antrieb für ihr politisches Engagement und den Willen, etwas in der Gesellschaft zu verändern.
(SWR)








