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Hubschrauber über dem Hafen, Hundertschaften der Bundeswehr in den Straßen, Panzer in der Stadt. Nicht wenige Hamburger staunten, als im Jahr 2025 eine große Übung der Bundeswehr stattfand. Und auch anderorts im Norden und ganz Deutschland bereiten sich Landkreise und Kommunen auf mögliche Verteidigungsfälle vor. Das alles regelt der Operationsplan Deutschland - ein wichtiger und weitgehend geheimer Einsatzplan. "Wir gehen davon aus, dass Russland in einigen Jahren eine strategische Fähigkeit erarbeitet hat (…) einen sogenannten großmaßstäblichen Krieg auch gegen die NATO führen zu können", sagt Generalleutnant André Bodemann, der bei der Bundeswehr für die Landesverteidigung zuständig ist. Im Ernstfall müsste die Bundeswehr schnell Truppen und Material an die Ostflanke der NATO verlegen und die Versorgung sichern. Deutschland wäre damit eine logistische Drehscheibe für die NATO. Die Autoren Lennart Banholzer und Caroline Rollinger treffen für die "NDR Story" Menschen, die sich mit dem Operationsplan auseinandersetzen. Sie sind bei Bundeswehrübungen dabei, die den Einsatz mit zivilen Unternehmen und Blaulichtorganisationen, wie z. B. Polizei und Feuerwehr trainieren, die im Ernstfall Teile der Bundeswehraufgaben im Inland übernehmen müssten. Und sie begleiten den Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), dabei, seine Region krisenfest zu machen. Eine große Herausforderung. Sollte die Bundeswehr an der NATO-Ostflanke gebunden sein, stünde sie im Inland kaum wie bisher für tatkräftige Unterstützung bei Katastrophen wie Waldbränden, Überschwemmungen oder Stromausfällen zur Verfügung. Der Landkreis müsste sich in diesem Fall selbst helfen. Und er müsste sicherstellen, dass die kritische Infrastruktur trotz Krise weiterläuft. Auch die Lieferketten müssten aufrecht gehalten werden, wenn im Ernstfall die Autobahnen der Bundeswehr und deren militärischen Partnern vorbehalten sind. Alternativrouten müssen geplant und organisiert werden. Der Film erklärt, was der Operationsplan Deutschland ist, wer daran arbeitet und welche Folgen er haben könnte. Und er zeigt, welche Auswirkungen das auf die Menschen vor Ort hätte.
(NDR)
Länge: ca. 45 min.








