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Einsamkeit gehört zum Menschsein dazu. Zumindest phasenweise. Sie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein uraltes Warnsystem, wie die Neurowissenschaftlerin Livia Tomova von der Cardiff Universität feststellt: Ein Gefühl, das uns signalisiert, dass uns Nähe, Zugehörigkeit und soziale Bindung fehlen. Etwas, das wir zum Überleben brauchen, wie auch die Psychologin Maike Luhmann an der Ruhr-Universität Bochum bestätigt. Doch in der modernen Welt hat dieses Signal eine neue Dringlichkeit bekommen. Trotz digitaler Vernetzung und voller Städte erleben viele Menschen einen Mangel an echter Verbindung. Entscheidend ist nicht die Zahl der Kontakte, sondern ob wir uns, wie es die Soziologin Cécile Van de Velde von der Universität Montréal formuliert, "gesehen, gekannt, erkannt" fühlen. In Umbruchphasen kann Einsamkeit besonders stark wirken, den Blick auf andere verändern, den Rückzug verstärken und so einen Teufelskreis auslösen, der Körper, Psyche und gesellschaftlichen Zusammenhalt belastet. Aber ist Einsamkeit deshalb ein gesellschaftliches Problem? Ab wann wird sie uns gefährlich? Dann, wenn wir sie nicht mehr loswerden können? Was hilft gegen Einsamkeit? Und: Ist sie wirklich ein soziales Virus, das es zu bekämpfen gilt?...
(arte)
Länge: ca. 22 min.






