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Mehr als 49.500 Tiere sind vom Aussterben bedroht, die Biodiversität in Gefahr. Zoos, Wissenschaftler und Behörden wollen nun an einem Strang ziehen, um die Artenvielfalt zu schützen. Die Rote Liste der gefährdeten Tiere wächst von Jahr zu Jahr. Mit der Initiative "Reverse the Red" will die Weltnaturschutzorganisation IUCN Maßnahmen in Zoos und im Freiland koordinieren und so das Verschwinden der Tiere stoppen. Die Aktivitäten zum Schutz der Lebensräume in den Heimatländern der bedrohten Arten sollen dabei eng mit Nachzuchtprogrammen in wissenschaftlich geführten Tiergärten synchronisiert werden. Bislang arbeiteten Naturschutz und Zoologen meist nebeneinander. Die Folge: Arten sterben aus, bevor man die Ökosysteme retten kann, in denen sie vorkommen - oder Zoos züchten Arten, deren natürliche Lebensräume längst zerstört sind. Nun gilt es, die Maßnahmen in Zoos und im Freiland besser abzustimmen und zu steuern - mit einem sogenannten "One Plan Approach". Einer der Pioniere bei der Umsetzung dieses Ansatzes ist der Zoologe Thomas Ziegler, der Leiter des Aquariums im Kölner Zoo. Er hat sein Haus nicht nur zu einer der wichtigsten Archen für gefährdete Arten weltweit umgebaut. Er kooperiert zudem mit Naturschützern, um Tiere, wie etwa das extrem seltene Philippinen-Krokodil, im Zoo nachzuzüchten und wieder in die Freiheit zu bringen. Auch die vom Aussterben bedrohten Przewalskipferde, deren ursprünglicher Lebensraum die kasachische Steppe war, wurden nicht zuletzt mit Hilfe von Nachzuchten des Kölner Zoos bereits erfolgreich auf der Roten Liste zurückgestuft. Sie leben heute wieder in der Wildnis. Internationale Kooperationen sind auch in Vietnam entstanden: Der Amphibien- und Reptilienexperte Cuong The Pham von der Vietnam Academy of Science and Technology arbeitet seit 20 Jahren eng mit Thomas Ziegler und dem Kölner Zoo zusammen. Die Wissenschaftler wollen jetzt unter anderem einen der größten Geckos der Welt schützen, den Reeves Tokeh, dessen Bestände gerade rapide abnehmen. Die Echsen werden massenhaft getötet, um zweifelhafte Heilmittel zu produzieren.
(3sat)
Länge: ca. 45 min.





