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Die Costa de la Luz ohne Bettenburgen oder Ballermann-Flair ist der wilde Westen von Andalusien. Ihren Namen verdankt sie dem hellen Licht, das ihre weiß gekalkten, vom maurischen Stil geprägten Städte und Dörfer wie Cádiz oder Vejer de la Frontera strahlen lässt. Denn die stetige Atlantikbrise sorgt meist für klare Sicht und viel Sonne entlang der endlosen Strände und Dünen. Juan Benítez ist in Barbate geboren, er kennt die Almadraba, die traditionelle Methode des Thunfischfangs, von klein auf. Heute ist er Leiter der Thunfisch-Taucher. Sie kontrollieren die Netze, reparieren sie und erlegen nur so viele Exemplare, wie die Quote es erlaubt per Bolzenschussgerät und nicht wie früher mit Messern und Haken. Das alles streng kontrolliert von der Fischereibehörde, die immer mit auf dem Wasser ist. Zunächst verabscheute Sofía Ruiz die japanische Braunalge Rugulopteryx okamurae, denn die invasive Art verdrängt die Flora und Fauna an ihrer Heimatküste. Doch dann kam der Meeresbiologin die Idee, die Alge als Grundstoff für nachhaltige Verpackung zu nutzen. Mit viel Unternehmer-Enthusiasmus sammelt, reinigt, trocknet und presst sie das Meeresmaterial zu stabilen Behältnissen, die im Supermarkt dann zum Beispiel die Plastiktüten für das Obst ersetzen sollen. Es ist Fohlenzeit in der Doñana – und das bedeutet für die Yegüeros Stress. Joaquín Ruiz macht sich mit seinen Cowboy-Kollegen auf den Weg in die Feuchtgebiet Las Marismas de Barbate, die weitläufige Sumpflandschaft, um dort zwei Fohlen wieder in ihre Herde zu integrieren. Die jungen Wildpferde wurden außerhalb der Doñana medizinisch behandelt und sollen nun zu ihren Artgenossen zurückkehren. Doch in der unwirtlichen Marismas de Barbate ist es gar nicht so einfach, die richtige Herde aufzuspüren. In dem rund 500 Quadratkilometer großen Nationalpark leben gleich mehrere davon mit Tausenden Tieren. Durch die Meerenge von Gibraltar weht praktisch immer ein kräftiger Wind, entweder der Poniente von Westen oder der Levante aus östlicher Richtung. Das macht die Stadt Tarifa zum Mekka für Wassersportbegeisterte. Solche, die eher wegen des lässigen Lifestyles an den zahllosen Beachbars abhängen oder solche wie Nia Suardíaz. Die Deutsch-Spanierin lebt nur wenige Minuten vom Strand entfernt und hat durch ihre surfbegeisterten Eltern praktisch das Meer im Blut. Bereits mit vier Jahren stand sie das erste Mal auf dem Board. Als Jugendliche kam sie zur aufstrebenden Disziplin Wingfoiling, mit 16 war sie plötzlich die jüngste Weltmeisterin in der Geschichte dieser Sportart. Nun ist sie auf dem Sprung zum Profi und trainiert gerade hart an neuen waghalsigen Tricks.
(NDR)
Länge: ca. 45 min.






