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Seit Jahrhunderten halten Bauern in Tirol Pfauen als Hoftiere - wegen ihrer Schönheit und der Kiele ihrer Schweiffedern. Im Südtiroler Sarntal wird daraus ein Faden gewonnen, mit dem in geheimer Technik auf Leder gestickt wird: die Federkielstickerei. Im Jahreslauf spielt die Federpracht des königlichen Vogels eine wichtige Rolle. Auf dem Stueferhof in Glern beobachtet Franz Thaler das Balzverhalten seines weißen Pfaus, der für fünf Pfauendamen das Rad schlägt. Ob es Nachwuchs gibt, entscheidet sich bald - zur Freude von Bauer, Hund und Hühnerschar. Auch am Schorrhof über Sarnthein gehört der Pfau zum Hofleben. Fridolin hat seine Federn bereits im Sommer aufgefächert. Andrea Aster und ihr Sohn Rafael verkaufen sie an die Federkielsticker im Dorf. Einer von ihnen ist Ulrich Thaler, der an seinem Hochzeitsgürtel arbeitet. Das Leder wird bestickt mit feinen Kielmustern. Franz Moser aus Öttenbach erzählt, dass nachts der Marder durch Stall und Stadel schleicht - jedes Ei ist in Gefahr. Pfau Johnny vom Köbelehof streift dennoch mit seinen beiden Hennen frei über die Wiesen. Seine Schweiffedern sind bereits versprochen: Sticker Leonhard Premstaller wird sie im Herbst bei Bäuerin Maria Pflug abholen. In Astfeld sitzt Katharina Stuefer an ihrem Werktisch. Sie war die erste Frau Südtirols mit Meisterbrief in der Federkielstickerei. Mit weißer Tusche zeichnet sie ihre Motive auf schwarzes Leder, bevor mit Ahle und Kielfaden gestochen und gestickt wird. Ein Meter Gürtel kostet Geduld - und hält, dank Pfauenkiel, ein Leben lang.
(BR)
Länge: ca. 45 min.





