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47

Deutsche Lebensläufe

D, 2001–2007

Deutsche Lebensläufe
  • 47 Fans
  • Serienwertung0 24064noch keine Wertungeigene: –

Deutsche Lebensläufe Episodenguide

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Staffel 4

  • 19.401Fritz Lang
    In den 1920er Jahren stand der Regisseur Fritz Lang in Deutschland für damals nie da gewesene Großproduktionen. "Metropolis" war einer seiner herausragenden Filme. Im Dritten Reich floh er in die USA und machte dort mit Filmen wie "Fury" mit Spencer Tracy Karriere. - Ein Porträt des großen deutschen Regisseurs.
    SWR, 11.01.2007
  • 20.402Carl Zuckmayer
    Carl Zuckmayer (1896-1977) war mit seinen Stücken "Der Fröhliche Weinberg" (1926) und "Der Hauptmann von Köpenick" (1930) einer der populärsten Dramatiker der Weimarer Republik. Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg glaubte der Autor an ein besseres, neues Deutschland ohne Nationalismus und Militarismus. Er lebte kurz in Berlin, zog dann aber ins österreichische Henndorf - sein "Paradies", das er zum Schreiben brauchte. 1938 wurde sein Zuhause von der Gestapo beschlagnahmt. Zuckmayer emigrierte daraufhin in die USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nie ganz nach Deutschland zurück. Er lebte bis zu seinem Tod im Walliser Gletscherdorf Saas Fee. Trotz seiner Erfahrungen im Dritten Reich beruhte Zuckmayers Menschenbild auf Versöhnung, sein Optimismus auf Lebensfreude. Gerade während des Zweiten Weltkriegs wurde er besonders von deutschen Emigranten angefeindet. So stritt er mit Erika Mann öffentlich, lehnte den Vorwurf der Kollektivschuld der Deutschen vehement ab, die generelle Langzeitstrafung eines Volkes passte nicht in sein Menschenbild. Simone Reuter zeichnet das Leben des Schriftstellers Carl Zuckmayer nach.
    SWR, 18.01.2007
  • 21.403Ulrike Meinhof
    Wie wurde aus einer christlichen Pazifistin eine gewaltbereite Untergrundkämpferin? Weggefährten sprechen über das prominenteste Mitglied der RAF. Sonntag, 9. Mai 1976. Muttertag. Beamte der Justizvollzugsanstalt Stammheim öffnen die Tür zur Zelle 719. Im Gitter des linken Zellenfensters hängt der leblose Körper jener Frau, die als führendes Mitglied einer terroristischen Vereinigung und als "Staatsfeindin Nr. 1" angeklagt ist - Ulrike Meinhof. Ihr Tod ist der vorläufige Höhepunkt einer Auseinandersetzung zwischen dem Staat und einer kleinen Gruppe militanter Weltverbesserer, die der Bundesrepublik den Krieg erklärt hat - der "Roten Armee Fraktion" (RAF). Ulrike Meinhof war das prominenteste Mitglied der RAF. Vor dem "Sprung in den Untergrund" hatte sie als Journalistin und Kolumnistin der Zeitschrift "konkret" die Positionen der Linken formuliert. Sie galt als eine der Stimmen der Friedensbewegung und der außerparlamentarischen Opposition, stand im Austausch mit der politischen und publizistischen Elite der Bundesrepublik. Dann 1970 der Bruch: Ulrike Meinhof beteiligt sich in Berlin an der gewaltsamen Befreiung von Andreas Baader, der wegen Brandstiftung im Gefängnis einsitzt. Diese Aktion gilt als Geburtsstunde der RAF. Wie wurde aus einer christlichen Pazifistin eine gewaltbereite Untergrundkämpferin? Wie wurde aus einer renommierten Journalistin eine "Staatsfeindin"? Waren es "die deutschen Verhältnisse", die der linke Verleger und Meinhof-Freund Klaus Wagenbach seinerzeit verantwortlich machte? Oder war der "bewaffnete Kampf, den Ulrike Meinhof ausgerufen hatte, vielmehr Ausdruck ganz persönlicher Vereinsamung und Verzweiflung? In der Dokumentation kommen Zeitzeugen zu Wort, die Ulrike Meinhof unmittelbar kannten und ihren Weg aus verschiedenen Perspektiven miterlebten: der Verleger Klaus Wagenbach, der "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust, die Meinhof-Freundinnen Peggy Parnass und Erika Runge, die RAF-Mitglieder Monika Berberich und Manfred Grashof, Freunde und Nachbarn aus der Jugendzeit sowie die Journalistin Bettina Röhl, Tochter von Ulrike Meinhof.
    SWR, 25.01.2007
  • 22.404Rosa Luxemburg
    Am 31. Mai 1919 taucht im Berliner Landwehrkanal an einer Schleuse eine Tote auf. Aufgrund ihrer Handschuhe, eines Medaillons und einiger Kleiderfetzen identifiziert sie eine Freundin als Rosa Luxemburg, jene Journalistin und kommunistische Politikerin, die zweieinhalb Monate zuvor verschleppt, misshandelt und getötet worden war. Die Monarchisten sahen in ihr eine Vaterlandsverräterin, die Sozialdemokraten eine Anarchistin, den Spartakisten war sie nicht radikal genug. Eine Frau zwischen allen Stühlen, ein Leben lang. Wer war diese Frau, die Deutschland in die Revolution stürzen wollte? Eine Romantikerin, die in blumigen Worten von einer gerechten Gesellschaft schwärmte? Eine Rebellin, die sich mit allen anlegte und immer anders dachte als die Mehrheit? Eine einsame Frau, die sich nach Kindern sehnte, die bei ihren "Kämpfen für die Menschheit" das Sterben des Vaters nicht bemerkte und die ihre große Liebe vor ihrer eigenen Familie verbarg? War sie eine Märtyrerin, die das Leben liebte, oder eine Anarchistin, die kein Blut vergießen wollte? Im Mittelpunkt des dokumentarischen Porträts steht das tragische Ende Rosa Luxemburgs, auf das ihr politisches Leben zulief. Der Film beantwortet die Frage, wer diese bedeutende Frau war, und gibt Einblicke in ihre Kindheit in Polen und ihre Jugend in Berlin und Zürich.
    rbb, 29.01.2007
  • 23.405Wilhelm Busch
    Früher gab es kaum ein Kind, das nicht mit den Streichen von Max und Moritz aufgewachsen ist. Kaum ein deutscher Bücherschrank, in dem nicht seine Gesammelten Werke stehen. Und kaum eine Festtagsrede, die sich nicht wenigstens eines Busch-Zitats bedient. Wie aber hat er das nur geschafft: kleinlich-verlogenes Verhalten, klerikale Bigotterie, unmenschliche Erziehungsgrundsätze so boshaft und schonungslos wie kein anderer darzustellen? Und sich dabei doch nicht seine Lesergemeinde, der er den Spiegel vorhielt, zum Feind zu machen?
    SWR, 08.02.2007