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17

Die Oder

D, 2005–2006

Die Oder
NDR/coraxfilm GmbH
  • 17 Fans
  • Serienwertung0 29535noch keine Wertungeigene: –

Die Oder Episodenguide

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  • Zeichenerklärung: S StaffelE Episode Stream im TV

Dokumentation in 2 Teilen

  • 1.01Schlesiens wilder Strom
    In den Wäldern der westlichen Sudeten verborgen entspringt als "Flüsschen" die Oder. An ihren Ufern tummeln sich Fischotter, in den Wäldern leben Wölfe und Luchse. Im ausgehenden Winter wetteifern Birkhähne in spektakulären "Turnieren" um die Gunst der Hennen. In der Mährischen Pforte liegen zahlreiche kleine Teiche entlang des Flusslaufs. Viele von ihnen wurden seit dem 14. Jahrhundert von Mönchen als Fischzuchtgewässer angelegt. In ihrem Oberlauf macht die Oder ihrem Namen alle Ehre: Der tschechische Name des Flusses "Odra" stammt aus dem Sanskrit und ist eine altindische Bezeichnung für Flüsse, die ihren Lauf fortwährend verändern. Wenn die Oder das Schlesische Tiefland zwischen Opole und Breslau (Wroclaw) erreicht, hat sie viel von ihrer Ursprünglichkeit verloren. Wo früher Auwälder ihre Ufer säumten, zwängt sich die Oder heute durch ein enges begradigtes Bett. Zahlreiche Schleusen und Wehranlagen dienen den Interessen der Schifffahrt. Im Sommer 1997 hatte das katastrophale Folgen: In nur vier Tagen fiel in den Beskiden elfmal so viel Regen wie normalerweise im gesamten Monat Juli. Die Nebenflüsse ließen die Oder zu einem wilden Strom anschwellen, den das enge künstliche Flussbett im Tiefland nicht fassen konnte. In Breslau mitten im einstigen Überflutungsraum gelegen brachen vielerorts Deiche, und das Wasser überflutete 60 Prozent der Stadt. Christoph Hauschild erinnert in Rückblicken an die Flutkatastrophe von 1997, setzt sich kritisch mit dem geplanten Flussausbau zwischen Breslau und deutscher Grenze auseinander und dokumentiert in stimmungsvollen Landschafts- und Tieraufnahmen das Leben an der Oder zwischen Sudeten und Neiße.
    NDR, 13.12.2005
  • 2.02Von der Neiße bis zur Ostsee
    Einsame Strände, stille Altarme, weite Wiesen und romantische Dörfer säumen Deutschlands östlichsten Fluss, die Oder. Heute ist die weitläufige Flussaue, die über Jahrhunderte vom Menschen gestaltet wurde, eine Kulturlandschaft von unschätzbarem Wert. Die Grenzregion, einst Synonym für die Teilung Europas, ist bis heute auch Refugium zahlreicher seltener Tiere und Pflanzen. Christoph Hauschild folgt dem Flusslauf von der Neiße bis zum Haff, zeigt die Verwandlung der Auenlandschaft im Lauf der Jahreszeiten, porträtiert Natur und Menschen. Sein Film zeigt atemberaubende Aufnahmen von jagenden Seeadlern und balzenden Reihern, er blickt in die Kinderstube von Fuchs und Schwarzmilan, beobachtet Kormorane und Biber. Raritäten wie Wachtelkönig, Blaukehlchen und Karmingimpel gehören ebenso zur Oderlandschaft wie die Menschen, die am Fluss leben. Doch die Region leidet unter Landflucht, die einmalige Kulturlandschaft ist in Gefahr. Diejenigen, die geblieben sind, wie der Fischer Zahn und der Schäfer Israel, schwärmen jedoch von der herben Schönheit ihrer Heimat. Im Herbst erfüllen die Rufe tausender Zugvögel die in Nebel gehüllte Auenlandschaft. Die meisten bleiben so lange, bis im Winter die großen Polder geflutet werden. Dann verwandelt sich die Landschaft in eine riesige Wasserfläche. Für Landbewohner gibt es nun nur noch die Inseln, die aus dem Wasser ragen. Mit einem Spezialboot folgt Christoph Hauschild den Tieren, dokumentiert den winterlichen Überlebenskampf der Tiere des Odertals, zeigt, wie Rehe sich durch die Wassermassen zu ihren Nahrungsgründen kämpfen und hungrige Seeadler an den letzten Eislöchern nach Wasservögeln jagen.
    NDR, 11.12.2006