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1872

Kommissar Wallander

(Wallander) 
S/GB/D, 2008–2015

Kommissar Wallander
  • Platz 10521872 Fans
  • Serienwertung4 131024.4457 Stimmeneigene: –

Kommissar Wallander Episodenguide

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  • Zeichenerklärung: S StaffelE Episode Stream im TV

Verfügbar im Prime Video Shop, ARD Plus Channel (Prime Video Zusatz-Kanäle), MagentaTV+ (MagentaTV), ARD Plus, ARD Mediathek, Amazon Prime Video, RTL+ Premium, RTL+ Channel (Prime Video Zusatz-Kanäle), filmfriend und auf DVD und auf Blu-ray

  • 1.101Die falsche Fährte
    Wallander (Kenneth Branagh) ist geschockt: Eine völlig verängstigte junge Frau, die sich in einem Rapsfeld versteckt hält, übergießt sich vor seinen Augen mit Benzin und zündet sich an. Welches Motiv brachte die 15-Jährige nur dazu, sich auf solch grausame Weise umzubringen? Die bohrende Frage beschäftigt den Kommissar auch noch, als er schon den nächsten Fall klären soll. Gustav Wetterstedt (Malcolm Tierney), ehemaliger Justizminister, wird vor seiner Strandvilla erschlagen und skalpiert. Nachdem kurz darauf der wohlhabende Kunsthändler Arne Carlman (Lars Humble) auf die gleiche Weise ermordet wird, drängt sich die Vermutung auf, es handele sich um einen Serientäter. Gegen seinen Willen muss Wallander deshalb mit einem Profiler kooperieren. Der ehrgeizige, junge Mats Ekholm (Joseph Chance) erklärt dem Kommissar, er müsse nach einem Täter suchen, der sich im Alltag völlig unauffällig verhält. Von diesem hilfreichen Ratschlag ist Wallander ebenso wenig begeistert wie von der Aussicht, seinem mürrischen Vater Povel (David Warner), zu dem er kein gutes Verhältnis hat, einen Geburtstagsbesuch abzustatten. Die erste heiße Spur ergibt sich durch einen Hinweis des versoffenen Ex-Reporters Lars Magnusson (John McEnery): Als investigativer Journalist versuchte der nachzuweisen, dass Wetterstedt und Carlman in eine Affäre mit minderjährigen Prostituierten verstrickt waren. Doch die ehrenwerten Herren wurden von dem inzwischen pensionierten Vize-Polizeichef Hugo Sandin (Michael Culver) gedeckt. Der nächste Mord passt merkwürdigerweise nicht ganz ins bisherige Muster: Das Opfer ist kein Prominenter; außerdem wurde es nicht nur skalpiert, ihm wurden auch die Augen verätzt. Durch Magnussons Hinweis, die Skalpierungen könnten der Rettung einer anderen Seele dienen, kommt Wallander der Verdacht, dass er die falsche Fährte verfolgt. Henning Mankells Kriminalromane, allein in seinem Heimatland über 3,5 Millionen verkauft, wurden bislang in über 30 Sprachen übersetzt, sogar ins Japanische. Die Berühmtheit des Skandinaviers basiert auf der Figur des charismatischen Ermittlers Kurt Wallander. Entsprechend erfolgreich war die 13-teilige Verfilmung der Wallander-Krimis mit Krister Henriksson in der Titelrolle, die seit 2006 im Ersten ausgestrahlt wurden. 2008 wagte sich der für seine Shakespeare-Darstellungen berühmte Kenneth Branagh an eine Neuinterpretation der Kultfigur. Heraus kam ein Gipfeltreffen der besonderen Art, denn der Gegensatz zwischen dem Energiebündel Branagh und dem notorisch übermüdeten Wallander, der sich mit viel Kaffee über den Tag rettet, könnte kaum größer sein. Als Meister der minimalen Gesten spielt der in Belfast geborene Wahlengländer den schwedischen Kommissar mit britischer Zurückhaltung. Dank einer präzis getimten Spannungsdramaturgie sind die neuen Wallander-Adaptionen ein Highlight für Krimifans. Entsetzt muss Kommissar Wallander miterleben, wie eine 15-Jährige sich vor seinen Augen verbrennt. Während die schockierenden Bilder dieses Suizids ihm noch vor Augen stehen, ermittelt er bereits die Morde an einem ehemaligen Justizminister und einem reichen Kunsthändler. Der Polizist tritt auf der Stelle, auch die Unterstützung eines Profilers bringt ihn nicht weiter. Erst der Hinweis eines heruntergekommenen Journalisten, der vergeblich versuchte, einen Politskandal aufzudecken, bringt Wallander auf die richtige Spur.
    Das Erste, 29.05.2009
  • 2.102Die Brandmauer
    Die 17-jährige Sonja Hokberg (Susannah Fielding) hat mit einer Freundin den Taxifahrer Johan Lundberg (Bo von Gegerfeldt) erschlagen. Im Verhör zeigt sie nicht die geringste Reue und gibt an, sie habe Geld gebraucht. Doch die erbeutete Summe ist lächerlich, außerdem sind Sonjas Eltern wohlhabend. Wallander (Kenneth Branagh) findet heraus, dass die junge Frau späte Rache übte: Lundbergs Sohn hatte sie vor zwei Jahren vergewaltigt, konnte aber nicht belangt werden, weil sein Vater ihm ein Alibi verschaffte. Zu allem Übel gelingt es Sonja, aus der bestens gesicherten Zelle der Untersuchungshaft auf rätselhafte Weise zu fliehen; ein Elektriker, der einen Kurzschluss in einem Umspannwerk beheben will, findet kurz darauf ihre verkohlte Leiche. Auch Sonjas Freund Jonas Landahl (Christian Roe) wird ermordet aufgefunden. Das alles ergibt keinen Sinn, bis Wallander durch Zufall auf eine Verbindung mit einem anderen ungelösten Fall stößt: Tynnes Falk (Toni Hedin), kerngesunder IT-Spezialist, stirbt aus unerklärlichen Gründen an einer Herzattacke. Für das Verschwinden seiner Leiche aus der Pathologie, deren Türen elektronisch gesichert sind, gibt es nur eine Erklärung: Der flächendeckende Stromausfall, der durch Sonjas Tod im Trafohäuschen verursacht wurde, legte unter anderem die elektronische Türsicherung des Leichenschauhauses lahm. In einem Keller, den Falk angemietet hatte, stößt Wallander indes auf ein Computernetzwerk, mit dem eine gefährliche Hacker-Attacke auf das globale Bankensystem gestartet werden soll. Der Weg zu dem Drahtzieher führt ausgerechnet über die attraktive Ella Lindfeldt (Orla Brady), die Wallander privat via Internet kennenlernte. Es scheint, als habe Henning Mankell die Rolle seines melancholischen Ermittlers Kenneth Branagh auf den Leib geschrieben: Als Meister der minimalen Gesten spielt der in Belfast geborene Wahlengländer Wallander mit britischer Zurückhaltung. Trotzdem können wir in jeder Szene miterleben, wie es in ihm arbeitet und wie er fühlt. Branaghs Wallander-Filme überzeugen nicht nur darstellerisch, sondern auch in ihrer perfekten Spannungsdramaturgie. Die ausgeklügelte Kameraführung betont geschickt den Zauber der schwedischen Originalschauplätze. Ein junges Mädchen, das einen Taxifahrer ermordet hat, verschwindet unter rätselhaften Umständen aus der U-Haft und wird kurz darauf tot in einem Umspannwerk gefunden. Gleichzeitig bricht der Computerfachmann Tynnes Falk vor einem Geldautomaten tot zusammen. Seine Leiche wird aus der Pathologie entwendet, und als sie kurz darauf an einem Flussufer angeschwemmt wird, fehlen dem Toten zwei Finger. Als Kommissar Wallander bei einem Blind "Date", das seine Tochter Linda per Internet für ihn eingefädelt hat, die sympathische Ella Lindfeldt kennenlernt, ahnt er nicht, dass ausgerechnet sie der Schlüssel zu diesem Fall ist.
    Das Erste, 31.05.2009
  • 3.103Mittsommermord
    Eine Clique von Teenagern wollte in Kostümen des 18. Jahrhunderts den mythenumrankten Mittsommer feiern und ist verschwunden, für Kommissar Wallander zunächst kein Grund zur Besorgnis. Ein halbes Dutzend Postkartengrüße belegen, dass die jungen Leute offenbar auf einem spontanen Trip durch Europa sind. Als einige Monate später ihre halb verwesten Leichen in einem Naturschutzgebiet gefunden werden, steht die Polizei vor einem Rätsel. Unbegreiflich ist für Wallander auch der Mord an seinem Kollegen Svedberg. In dessen Wohnung entdeckt der Kommissar Hinweise, dass Svedberg in dem Fall der Teenager auf eigene Faust ermittelt hatte. Dadurch findet Wallander die junge Isa, die aus Krankheitsgründen an dem geheimen Rokoko-Ritual ihrer Freunde nicht teilnehmen konnte. Nach einem Selbstmordversuch erholt das Mädchen sich im abgelegenen Ferienhaus ihrer Eltern auf den Schäreninseln. Wallander fühlt sich für Isa verantwortlich und folgt ihr. Tatsächlich gelingt es ihm, ihr Vertrauen zu gewinnen - doch er kann nicht verhindern, dass der Mörder unbemerkt auf die Insel kommt und Isa erschießt. Wallander, durch eine Diabetes-Diagnose ohnehin angeschlagen, ist verzweifelt, und der Mord an einem jungen Hochzeitspaar, das sich an seinem geheimen Liebesstrand fotografieren lassen wollte, stellt den Kommissar wieder vor die gleiche Frage: Woher kennt der Mörder nur die intimsten Geheimnisse seiner Opfer? Als er vor dem Polizeirevier gedankenverloren ein Postauto um die Ecke biegen sieht, kommt ihm ein fürchterlicher Verdacht. In der gelungenen Neuverfilmung des Henning-Mankell-Bestsellers lotet der renommierte Shakespeare-Darsteller Kenneth Branagh die charismatische Figur des Kurt Wallander auf faszinierende Weise neu aus. Branagh, der zuvor als Henning von Tresckow in "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" beeindruckte, macht die kleinen menschlichen Schwächen des gesundheitlich angeschlagenen Ermittlers subtil nachvollziehbar. Verstärkt durch eine hervorragende Kameraarbeit, entwickelt das Drama eine geradezu hypnotische Sogwirkung, die den Zuschauer immer tiefer in Mankells Universum hineinzieht.
    Das Erste, 01.06.2009