Weiß ist die Grundfarbe an der Costa Blanca: weißer Sandstrand, weiß gekalkte Häuser, weiß blendende Hochhausfassaden an der Promenade von Benidorm. Hier wurde in den 1950er-Jahren der Massentourismus erfunden, hier treffen sich immer noch die Urlauberströme aus ganz Europa. Doch gerade weil sich die meisten Touristen auf die Hotspots konzentrieren, gibt es hier zahlreiche abgelegene Felsbuchten oder Lagunen zu entdecken, kleine Paradiese. Schwindelfreiheit, absolute Trittsicherheit und Mut sind die Voraussetzungen für den Beruf, den Alvaro Garcia Abreu ausübt: Er seilt sich an den Hochhäusern Benidorms ab, um schadhafte Balkonbrüstungen zu reparieren, Fassaden zu streichen und um die Fenster zu putzen. Sein schwierigster Job: die Fensterfront des Gran Hotel Bali. 186 Meter hoch, 52 Stockwerke, 750 Scheiben, eine Sisyphusarbeit. Die lange verschmähten Hochhäuser erfreuen sich einer überraschenden neuen Wertschätzung. Denn in puncto Flächen-, Baustoff- und Energieverbrauch haben sie eine erstaunlich gute Bilanz. "Rüpelrentner", die mit ihren Elektrofahrstühlen die Promenade von Benidorm unsicher machen, Taschendiebe, illegale Strandverkäufer: Paco Albero erkennt sie alle. Und das aus einem halben Kilometer Entfernung und aus der Luft. Mit seiner 17,5 Kilogramm schweren Drohne patrouilliert er die Strände. Bis zu zweieinhalb Stunden kann sein Gefährt in der Luft bleiben, die Akkus werden von einem Benzingenerator gespeist. Ein bisschen hört es sich so an, als wenn ein Rasenmäher abhebt, wenn die Drohnenpolizei mit ihrer Aufklärungsarbeit beginnt. Seine Ermittlungsergebnisse sendet er direkt an die Bodentruppen. Die Beamten der Strandpolizei stellen die Missetäter nur wenige Augenblicke später. Moros y Cristianos ist eine Feiertradition an der Costa Blanca, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Dabei wird die Reconquista nachempfunden, die Wiedereroberung Spaniens durch christliche Heere. Spanien war von 711 bis 1492 in unterschiedlichen Anteilen von den muslimischen Mauren beherrscht worden. Eines der bedeutendsten Feste findet in Santa Pola statt: Der große Umzug ist weit über die Grenzen des Küstenstädtchens berühmt. Schon Tage vorher probieren Triana Buenos und ihre Freundinnen Kostüme an und proben Tanzschritte. Allein für das Make-up haben sie für den Nachmittag vor dem Umzug mehrere Stunden angesetzt. Sie verwandeln sich in arabische Prinzessinnen. Am südlichen Ende der Costa Blanca erstreckt sich die größte Salzwasserlagune Europas. Mar Menor, "das kleinere Meer" nennen die Spanier die Lagune liebevoll. Sie wird sowohl als "Badewanne mit Heilschlamm", aber vor allem als Naturidyll geschätzt. Doch durch giftige Einleitungen aus den nahe gelegenen riesigen Gurken- und Tomatenanbaugebieten droht das Ökosystem zu kollabieren. Viele Anwohner und Unterstützer wollen das Mar Menor retten, unter ihnen ein Adeliger: Gonzalo Quijano besitzt mitten im Mar Menor die Isla del Barón, seit fünf Generationen in Familienhand. Er hat das Eiland zu einem privaten Naturschutzgebiet umgewandelt und sich dem Kampf gegen die schleichende Vergiftung der Lagune angeschlossen.
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Der baskische Rudersport hat viele Eigenheiten, zum Beispiel die Sitzordnung: neben- statt hintereinander. So müssen die Riemen über die Schulter hinweg gezogen werden.
Drei Drecks hoch, 28 Meter lang: Auf der „Albaola“-Werft wird eine Galeone aus dem 16. Jahrhundert exakt nachgebaut. Das Original der „Nao San Juan“ sank 1565 in Ost-Kanada.
Auch dafür ist das spanische Baskenland berühmt: „Pintxos“ sind kleine Portionen lokaler Köstlichkeiten und werden meistens aufgespießt auf Brot am Holzstäbchen serviert.
Einst eine Hafenstadt, heute ein exklusiver Wohnort: San Sebastian, von den Einheimischen Donostia genannt, entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert zum mondänen Seebad.
Die Felseninsel Santa Clara ist eines der Wahrzeichen von San Sebastian. Im Leuchtturm versteckt sich das Kunstwerk „Hondalea“, übersetzt „Meeres-Abgrund“.
Hondalea – Meeres-Abgrund: So heißt die tonnenschwere Bronze-Installation im Boden des Leuchtturms von Santa Clara. Zweimal im Jahr muss sie gereinigt werden.
Wahrzeichen und Besucher-Magnet: Ein einziges Gebäude, das Guggenheim-Museum, hat Bilbao weltweit berühmt gemacht. Dieses Phänomen wird seither „Bilbao-Effekt“ genannt.
Auch moderne Kunst setzt Staub an: Iñigo Olano muss bei der Reinigung doppelt vorsichtig sein, denn die Installation darf keine Kratzer kriegen und sie ist sehr rutschig.
Kaffeepause am Seil. Die Fenster der Hochhäuser in Benidorm werden von Industriekletterern in schwindelerregender Höhe gereinigt. Nirgendwo in Europa gibt es so viele Wolkenkratzer pro Quadratkilometer wie hier.
Für die Frauen von Santa Pola ist das Stadtfest "Moros y Christianos" mit dem großen Festumzug der Höhepunkt des Jahres. Der Brauch beruht darauf, dass Teile Spaniens einst von den islamischen Mauren beherrscht waren und durch christliche Heere zurückerobert wurden.