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7

Bahnwärter Thiel

DDR, 1982
  • 7 Fans 
  • Wertung0 87068noch keine Wertungeigene Wertung: -

Filminfos

Deutsche Erstausstrahlung: 21.11.1982
Thiel arbeitet seit vielen Jahren als Bahnwärter einer kleinen, inmitten von Feldern und Wäldern gelegenen Bahnstation. Mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerkes bedient er die Schranken, läuft die Strecke ab, kontrolliert die vorbeirasenden Züge. Pflicht und Monotonie bestimmen sein Arbeitsleben, ein funktionierendes Rädchen im großen Getriebe. Auch die wenig verbleibende Freizeit ist von Eintönigkeit gekennzeichnet – bis er Minna trifft und heiratet. Doch das kleine Glück ist nur von kurzer Dauer. Minna, von zarter Natur, stirbt wenige Monate nach der Geburt des Sohnes Tobias. Weil der Kleine nicht bei einer Muhme aufwachsen soll, heiratet Thiel ein zweites Mal. Lene, eine Kuhmagd, ist zweifelsfrei eine gute Wirtschafterin, doch sie ist herrsch- und zanksüchtig, von derber Leidenschaft, der Thiel mehr und mehr verfällt. Angesichts ihrer üppigen Weiblichkeit ist er selbst machtlos gegen Lenes lieblosen Umgang mit dem zarten Tobias. Als Lene selbst einen Sohn zur Welt bringt, hat es der Junge noch schwerer. Thiel zieht sich mehr und mehr in sein „Heiligtum“, das Bahnwärterhäuschen, zurück, um dort in mystischer Andacht seiner ersten Frau zu gedenken. Doch als der Pachtvertrag für den Kartoffelacker gekündigt wird und der Bahnwärter in der Nähe seines Arbeitsplatzes Ersatz bekommt, kann er nicht mehr verhindern, dass Lene auch dorthin vordringt. Eines Tages begleitet sie ihn mit den beiden Kindern. Vormittags darf Tobias seinen Vater auf dem Streckengang begleiten, nachmittags dann am Feldrain den kleinen Bruder behüten. „Pass auf, dass er den Gleisen nicht zu nahe kommt“, ruft Thiel seiner Frau zu. Doch Lene versäumt ihre Aufsichtspflicht. Tobias, winkend und zwischen den Schienen sitzend, wird vom Zug überrollt und stirbt wenig später. Tags darauf ist es ungewöhnlich still im Häuschen der Thiels. Nachbarn finden Lene mit der Axt erschlagen vor und auch der Säugling ist tot. Von Thiel keine Spur. Der sitzt an der Unglücksstelle mit Tobias’ Mützchen in den Händen und kann nur mit Gewalt fortgezogen werden. Noch bei seiner Einweisung in die Irrenanstalt streichelt Bahnwärter Thiel das Mützchen mit besorgter Zärtlichkeit.
(Eins Festival)
Rubrik: Drama
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