"Verlasse diesen Körper, Dämon!" Auch heute noch kämpfen Exorzisten gegen das Böse, während Betroffene auf Heilung und Befreiung hoffen. Doch warum lässt uns der Teufel nicht los? Exorzismus ist kein Relikt der Vergangenheit - auch heute wird der Teufel ausgetrieben. Der Film begleitet Exorzisten, Betroffene sowie Kritiker und beleuchtet eine Praxis zwischen Glauben und Gefahr. Welche Antworten finden wir auf das Böse in einer Welt im Wandel? Auch in der heutigen Zeit fühlen sich Menschen von bösen Geistern verfolgt und von Dämonen besessen. Als Antwort darauf bieten Kirchen und freie Gemeinden spezielle "Befreiungsdienste" an - Rituale, die Befreiung vom Bösen versprechen. Öffentlich dazu bekennen möchte sich allerdings kaum jemand. Seit dem Todesfall der Studentin Anneliese Michel 1976 hält sich vor allem die katholische Kirche zurück, doch die Nachfrage bleibt bestehen. Wer hilft heute Menschen, die sich in einer spirituellen Notlage sehen? Der Film folgt Exorzisten bei ihrer Arbeit und stellt grundlegende Fragen: Was ist das Böse? Warum glauben Menschen, besessen zu sein? Und welche Bedeutung hat eine dualistische Weltsicht in einer rational geprägten Gegenwart? Im Zentrum des Films steht Religionswissenschaftlerin Dr. Nicole Bauer, die das Publikum mitnimmt auf eine Reise in die verborgene Welt des Exorzismus. "Meine Forschungen legen die Vermutung nahe, dass diese Praxis des Exorzismus anders praktiziert wird, als es nach außen hin kommuniziert wird", berichtet sie, nachdem sie sich jahrelang Zugänge zu diesem Feld erarbeitet hat. Dr. Bauer besucht Schauplätze vergangener Fälle und trifft Menschen, die bis heute im Befreiungsdienst stehen. Begleitet wird auch der katholische Pater und Psychotherapeut Dr. Jörg Müller, der Orte und Menschen vom Bösen reinigen soll, zugleich jedoch davor warnt, psychische Probleme vorschnell zu spiritualisieren und hinter jedem Problem eine dämonische Ursache zu vermuten, denn oft lägen die Ursprünge tief im Menschen selbst und in seiner Vergangenheit. Aber nicht nur katholische Priester kümmern sich um Menschen, die sich vom Bösen heimgesucht fühlen. Längst haben sich neben der kirchlich geregelten Praxis neue Formen des Befreiungsdienstes etabliert. Der Film bewegt sich zwischen diesen Welten und zeigt, wie vielfältig und widersprüchlich der Umgang mit dem Dämonischen heute ist. Denn das Interesse an okkulten Themen erlebt auch gerade durch die sozialen Medien einen neuen Aufschwung. Tarotkarten, Ouija Boards und spirituelle Angebote sind längst im Alltag angekommen. Für viele Gläubige sind sie jedoch ein gefährliches Einfallstor für dämonische Einflüsse. Davor warnt auch das LOROSA-Gebetsteam rund um Rose de Jesus. Seit über einem Jahr stehen sie im Befreiungsdienst und verstehen ihre Berufung als direkte Nachfolge Jesu. Sie gehören zu einer neuen Generation von Exorzisten, die auf Social Media über ihre Arbeit sprechen und deutschlandweit tätig sind. Hautnah begleitet der Film eine ihrer Befreiungen. Hat der Dienst Erfolg? Und welche Gefahren bergen sogenannte Heilungsdienste, für die es keine festen Formen und geschützte Rahmen gibt? Jan, ein Aussteiger aus einer Freikirche, kehrt zurück an den Ort des Geschehens und berichtet von belastenden Erfahrungen mit erzwungenen Exorzismen. Seine Geschichte macht deutlich, wie eng Glaube und psychische Gewalt miteinander verknüpft sein können. Auch die institutionelle Kirche steht in der Kritik: Offiziell spielt Exorzismus kaum eine Rolle, gleichzeitig fehlen Betroffenen Anlaufstellen. Dadurch suchen viele Hilfe bei selbsternannten Exorzisten - darunter der Internetexorzist "Nature 23", dessen Rituale an psychisch Erkrankten die Grenzen zwischen Glauben, Inszenierung und spirituellem Missbrauch verwischen. Der Film zeigt Menschen, die fest an das Böse glauben, ebenso wie jene, die unter diesen Vorstellungen leiden. Er fragt: Wie gehen wir heute mit dem Unbegreiflichen um? Wo endet Glaube und wo beginnt Gefahr? Und welche Antworten finden wir auf das Böse in einer Welt, die sich immer schneller verändert?...
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