Die einen setzen sich mit 50 als Millionäre zur Ruhe und sorgen sich nur noch darum, ob ihr Pool auch schön sauber ist. Die anderen wären froh, in dem Alter noch einen Job zu finden. Die einen kennen Billig-Essen nur als Party-Gag gegen aufkeimende Langeweile ("Lachs ist auf Dauer ja dröge"). Die anderen wissen nicht, wie sie ihre Familien ernähren sollen - und das häufig trotz Arbeit. Deutschland 2010 - kein Sommermärchen: Krise hin oder her, die Reichen sind immer reicher geworden, die Armen müssen die Folgen jetzt ausbaden. Denn gerade bei ihnen wird der Rotstift angesetzt. So hat es die Bundesregierung mit ihrem Sparpaket beschlossen. Und dazwischen steht die Mittelschicht, die immer mehr Lasten schultern muss und der selbst immer weniger bleibt. Ist Deutschland noch gerecht? Auf der Suche nach Antworten haben sich die Reporter des politischen ARD-Magazins "Report Mainz" auf eine Reise quer durch Deutschland begeben, um bei Arm und Reich nach aktuellen Stimmen und Stimmungen, nach Ängsten und Lebensperspektiven zu fragen. Dabei haben sie auf Mallorca wohlhabende Rentner in ihren Villen getroffen, genauso aber auch alleinerziehende Mütter, die bei der gemeinnützigen "Tafel" nach Essen anstehen müssen, weil sie trotz fester Arbeit auf "Hartz IV"-Unterstützung angewiesen sind und das Geld nicht zum Überleben der Kleinfamilie reicht. Und schließlich haben die Reporter auch mit Mittelstandfamilien gesprochen, die sich trotz angemessenen Bruttoeinkommens einschränken müssen und die Angst vor dem sozialen Absturz haben wie nie zuvor in Deutschland. Eine Reisereportage von Monika Anthes, Corinna Ballweg, Eric Beres, Oliver Heinsch, Achim Reinhardt, Thomas Reutter und Gottlob Schober durch das sommerliche Deutschland 2010, das für die einen wie ein Märchen, für die anderen wie ein Alptraum ist.
(SWR)
Länge: ca. 30 min.
Deutsche TV-Premiere: 27.07.2010 (SWR Fernsehen)
gezeigt bei: Schlaglicht (D, 1986)